28.10.2026
Miele: Dr. Peter Christian Zinkann verstorben
Miele trauert um Dr. Peter Christian Zinkann. Der Geschäftsführende Gesellschafter verstarb am 19. Oktober mit 98 Jahren. Sein Unternehmen hebt neben seinem Engagement auch seine Innovationen hervor, wie die ersten Waschvollautomaten und Schontrommeln des Hauses. Auch an der Entwicklung der ersten elektronisch gesteuerten Trockner in Europa war er beteiligt. Er meldete zeitlebens 130 Patente an.
Die Geschäftsleitung verabschiedet ihn so: „Mit dem Tod von Dr. Peter Christian Zinkann verlieren Miele, die Industrie und das Land eine herausragende Unternehmerpersönlichkeit, die Familie ihren großmütigen Patriarchen, die Stadt einen engagierten Ehrenbürger - und die Belegschaft von Miele ihren hochverehrten Seniorchef.“ Er habe nicht nur wirtschaftliche Werte, sondern auch Kunden und Mitarbeiter im Blick gehabt. Selbiges habe für das Gemeinwohl und die Umwelt gegolten.
Seit 1957 für Miele tätig
Dr. Zinkann kam 1928 in Bremen zur Welt. Gegen Ende des 2. Weltkriegs zog er mit seinen Eltern und seiner Schwester nach Gütersloh. Dort lebte er bis zu seinem Tod. Er studierte an der Technischen Hochschule in Darmstadt und der Handelshochschule St. Gallen. 1954 erhielt er sein Diplom in Maschinenbau, seine Promotion folgte anderthalb Jahre danach. Nach einem beruflichen Aufenthalt in den USA und einer Weltreise wurde er 1957 Teil von Miele. Dessen Gründer waren 1899 sein Großvater Reinhard Zinkann und Carl Miele sen.
Zusammen mit seinem Geschäftspartner Rudolf Miele (2004 verstorben) prägte Dr. Zinkann die Geschicke des Unternehmens mehr als 40 Jahre lang. Als Geschäftsführender Gesellschafter schied er Ende 2004 aus, blieb der Firma aber auch danach eng verbunden. Sein Unternehmen beschreibt den Verstorbenen als bodenständigen, langfristig denkenden Menschen. Er habe viel Wert auf die finanzielle Solidität von Miele gelegt. Verheiratet war er seit 1958 mit Dr. Karin Zinkann. Der gemeinsame Sohn Dr. Reinhard Zinkann vertritt die Familie seit 1999 in der Geschäftsführung.
Zahlreiche Auszeichnungen
Seit 2003 war er Ehrenbürger von Gütersloh und unterstützte die Stadt mit wohltätigen Zuwendungen. Dies ermöglichte u. a. die Restaurierung der Orgel in der Stadthalle, die sein Vater Kurt Christian Zinkann 40 Jahre vorher stiftete. Sein Engagement für für eine bessere und praxisnähere Ingenieursausbildung brachte ihm 2004 die Ernennung zum Ehrensenator der Universität Paderborn ein. Im selben Jahr überreichte ihm die Universität Bonn die Carl-Heinrich-Dencker-Ehrennadel. Seit 2006 trug er außerdem das Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.
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