01.10.2026
Die Zukunft intelligenter Textilsysteme
Wie sieht die Zukunft des Textilmanagements aus? Diese Frage diskutieren Experten aus Gesundheitswesen, Wäschereidienstleistung, Textilidentifikation, Sicherheit und Automatisierung im Innospace von KEBA in Linz im Rahmen der Open Innovation Exchange. Ein Fazit: Die Zukunft des Textilmanagements hängt nicht an einer einzelnen Technologie, entscheidend ist das Zusammenspiel unterschiedlicher Techniken und Perspektiven.
Wo kann Robotik Mitarbeiter in Wäschereien gezielt entlasten? Dieser Frage gingen Erich Hering von Brolli, Klaus Riegenring von CSI Technologies, Björn Tillemans von Datamars und Falk Ness von KEBA nach. Im Fokus standen körperlich belastende, repetitive und technisch anspruchsvolle Arbeitsschritte. Dabei ging es aber nicht um Automatisierung um jeden Preis. Vielmehr wurde diskutiert, wie Mitarbeiter durch Automatisierung unterstützt werden können und sich Robotik in bestehende Prozesse integrieren lässt.
Informationen verändern Textilpflege
Auch der Blick auf das Textil selbst verändert sich. Im Mittelpunkt dieser Diskussion stand, welches Potenzial Informationen entlang des gesamten Lebenszyklus bieten: Von der Nutzung über Reinigung und Reparatur bis zum Austausch oder Recycling entstehen Daten, die künftig beispielsweise für Bedarfsprognosen, Qualitätskontrolle, Bestandsoptimierung und transparentere Textilkreisläufe genutzt werden können. Damit verändert sich auch die Rolle von Wäschereien und Textildienstleistern. Neben Waschen und Liefern können Raumlösungen, Software, Reporting und Datenanalyse zu wichtigen Bestandteilen umfassender Dienstleistungen werden.
Vom realen Bedarf zur intelligenten Lösung
Die Anforderungen an intelligente Textilsysteme kommen dabei direkt aus der Praxis. Ein Beispiel ist die automatisierte Wäscheausgabe, die für unterschiedliche Nutzergruppen zugänglich sein muss. Sandra Pollhammer vom Kepler Universitätsklinikum brachte die Perspektive unterschiedlicher Nutzergruppen ein. Automatisierte Wäscheausgabe muss auch für blinde und sehbeeinträchtigte Menschen sowie Personen mit Mobilitätseinschränkungen zugänglich sein.
Im Austausch entstanden dazu Ideen wie Sprachführung, akustische Rückmeldungen, automatische Türen oder Pick-by-Light. Für Susie Kläy von der SAFOS AG war dabei insbesondere die sprachbasierte Interaktion ein wichtiges Thema: Informationen könnten Nutzer genau dann erreichen, wenn sie benötigt werden – beispielsweise bei einer falschen Entnahme oder Rückgabe.
Zukunft hängt nicht an einzelner Technologie
Eine zentrale Erkenntnis des Open Innovation Exchange: Die Zukunft des Textilmanagements hängt nicht an einer einzelnen Technologie. Thomas Linde von KEBA brachte die Möglichkeiten lokaler KI und Bildverarbeitung in die Diskussion ein. Werden Sprach- und Bilderkennung direkt vor Ort verarbeitet, können Systeme schnell reagieren und sensible Informationen lokal verarbeiten, selbst wenn die Internetverbindung eingeschränkt ist.
In Kombination mit RFID ergeben sich daraus neue Möglichkeiten. Klaus Riegenring von CSI Technologies und Falk Ness von KEBA diskutierten unter anderem die Herausforderungen hoher Durchsatzmengen in industriellen Anwendungen. RFID bleibt eine wichtige Grundlage für die eindeutige Identifikation von Textilien. Für künftige Anwendungen könnte jedoch gerade die Kombination aus RFID, Computer Vision, Sensorik und lokaler KI entscheidend sein.
So kann ein intelligentes Textilsystem künftig nicht nur erfassen, welches Textil sich wo befindet, sondern auch relevante Situationen im Prozess erkennen.
Volker Rattmann und Christoph Knogler von KEBA brachten zum Abschluss die Perspektive ein, aus den diskutierten Ideen konkrete nächste Schritte abzuleiten, hin zu neuen Konzepten und möglichen Prototypen für intelligente, industrietaugliche Textillösungen.
Unternehmen im Sommer umbenannt
KEBA Handover Automation Germany trug bis vor wenigen Wochen den Namen KEMAS. Beim 35. Geburtstag des Unternehmens wurde es umbenannt, um seine Zugehörigkeit zur KEBA Gruppe hervorzuheben.Der WRP-Newsletter: Hier kostenlos anmelden