13.05.2026

Studie nimmt Zukunft der Textilverarbeitung ins Visier

Angesichts der rasanten Entwicklung im Bereich Automatisierung, Digitalisierung und Nachhaltigkeit ändert sich auch im Textilsektor einiges. Wie die Veränderungen bis 2035 ausfallen, wollte der Verband VDMA TFL Textile Care, Fabric and Leather Technologies wissen und hat eine Studie in Auftrag gegeben. Das Ergebnis liefert mehrere Vorschläge, damit europäische Produzenten und Anbieter wettbewerbsfähig bleiben.

„Threads of the Future - How Automation und Digitalization Will Reinvent Textile Processing by 2035“ lautet der Titel der Studie. Gherzi hat sie erstellt. Elgar Straub, Geschäftsführer vom VDMA TFL, fasst deren Ergebnis so zusammen: „Die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit entscheidet sich nicht mehr auf Ebene einzelner Maschinen, sondern in integrierten, digital vernetzten Produktionssystemen.“

Vier Schlüsselfaktoren entscheidend

Die Studie definiert vier Schlüsselfaktoren, die europäische Textilunternehmen beachten sollen. Einer ist die Stärkung der „technologischen Souveränität“. Europäische Unternehmen müssten Schlüsseltechnologien, Schnittstellen und Datenstandards beherrschen, v. a. bei Automatisierungsstrukturen, Interoperabilität und Cybersecurity.

Die Bedeutung der Nachhaltigkeit nehme durch Vorgaben wie den Green Deal in Europa zu. Dies könne in einen Vorteil verwandelt werden: mit sinkenden Verbräuchen nehmen auch die Kosten ab, u. a. für Wasser und Energie. Als dritten Schlüssel geben die Macher eine möglichst robuste Lieferkette an. Sie erwarten keine vollständige Rückverlagerung der Textilindustrie nach Europa, sondern die Entstehung regional differenzierter, stärker automatisierter Produktionsstandorte in Nachbarregionen.

Mensch und Maschine müssen zusammenarbeiten

Letzter und vielleicht wichtigster Tipp ist das kluge Zusammenspiel von Mensch (bzw. Fachkräften) und Maschine (KI und digitale Unterstützung). Eine Vollautomatisierung lasse sich in vielen Anwendungen sowohl technisch als auch wirtschaftlich nur begrenzt verwirklichen. Vernetzte Maschinen, neue Geschäftsmodelle mit neuem Service oder auf Grundlage gesammelter Daten seien ebenso wichtig wie Robotik, KI-unterstützte Qualitätskontrolle und Prozesse, die Ressourcen effizient nutzen.

Ebenso genannt werden vier Schlüsseltechnologien: Automation und Robotik für den Umgang mit flexiblen Materialien ist eine. KI und Maschinenunterstützung für Qualitätskontrolle und Sortierung, digitale Lösungen für die Planung und Kontrolle der Produktion und Technologien für effiziente Energie- und Wassernutzung zählen ebenso dazu.

Die Entscheidungen heute würden bestimmen, welche Rolle europäische Textilunternehmen bis 2035 einnehmen.
Studie nimmt Zukunft der Textilverarbeitung ins Visier
Foto/Grafik: VDMA
Elgar Straub, Geschäftsführer VDMA TFL, hat eine Studie zur Zukunft der Textilverarbeitung vorgestellt.
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