01.12.2023

Neue Wege, Innovationen und Herausforderungen an die Wäschereirobotik

WRP: Herr Thielen, Ihre Firma baut aktuell einen neuen Standort. Warum die neue Zentrale und was wird hier untergebracht sein?

Bernd Thielen: Für den Neubau gibt es natürlich mehrere Gründe. Wir sind als Firma vor vier Jahren gestartet und seitdem – das ist natürlich sehr erfreulich – national und international schnell gewachsen. Die Gebäude, in denen wir jetzt noch beheimatet sind, sind angemietet. Hier waren die Kapazitäten anfangs ausreichend für unsere damalige Teamgröße und für den Bau unserer Schaltschränke – das ist unser Hauptgeschäft – sowie für kleinere Logistikprojekte. Mit dem Wachstum unserer Mannschaft und dem Ausbau des Portfolios wurden weitere Bürokapazitäten für die Bereiche Software, Entwicklung und Konstruktion notwendig. Genauso weitere Produktionsflächen für eine Reihe von neuen Produkten. Das gilt vor allem für unsere Roboterlösungen.

Der neue Standort in Badem ist mit Kapazitäten für rund 50 Mitarbeiter geplant. Das heißt, wir können das Personal verdoppeln. Wir bauen eine rund 1.650 Quadratmeter große Produktion, neue Sozialräume mit insgesamt 570 Quadratmeter Fläche und 800 Quadratmeter neue Bürofläche. Ein Grundstück mit weiteren 10.000 Quadratmetern ist schon in unserem Besitz, um am neuen Standort weiter wachsen zu können. Das aktuelle Investitionsvolumen für den Neubau sowie Grundstücke umfasst mehrere Millionen Euro.

Natürlich ist ein neuer Unternehmensstandort mit dem Fokus auf optimale Arbeitsbedingungen auch ein wichtiges Argument, wenn es um die Rekrutierung von neuen Mitarbeitern geht. Gerade in den MINT-Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik ist der Wettbewerb um diese Spezialisten riesig, das Angebot aber eher gering. Deshalb müssen wir als Arbeitgeber attraktiv sein, um hier mithalten zu können. Und dazu gehören heute unter anderem auch optimale Arbeitsbedingungen – sowohl im Büro oder in der Produktion. Auch das können wir mit dem neuen Firmenstandort leisten.

WRP: Schon mit Jahresstart 2024 wird das Unternehmen auch mit einem neuen Namen auftreten: Thielen Automation. Warum die Umfirmierung?

Bernd Thielen: Wir haben seit Firmengründung alle unsere Etappenziele realisieren können. Mit unseren Lösungen und Services bedienen wir heute nationale sowie internationale Kunden und haben einen großen Exportanteil. Diese Entwicklung ging aber ein bisschen zu Lasten der lokalen und regionalen Firmenbekanntheit. Das heißt, wir möchten unser Unternehmensimage auch in der Region weiter profilieren. Wir hatten gerade schon über die Probleme bei der Rekrutierung von Fachkräften gesprochen. Daher haben wir nach ausführlichen Diskussionen – einschließlich der Einbeziehung einer Werbeagentur – beschlossen, zukünftig unter dem Namen Thielen in Kombination mit Automation aufzutreten.

Lukas Thielen: Der alte Firmenname war eher neutral. Er stand genau für das, was wir als Unternehmen leisten: Wäschereien weltweit automatisieren. Aber der Firmenname war für uns auch ein wenig anonym. Da wir ein Familienunternehmen sind, möchten wir mit der neuen Firmenbezeichnung auch wieder diesen familiären Charakter hervorheben.

WRP: Was ist mit der Ergänzung Digital Laundry – also digitale Wäscherei – im alten Firmenlogo?

Bernd Thielen: Natürlich bleibt die Digitalisierung der Wäscherei weiterhin ein zentraler Aspekt in unserem Konzept und Portfolio für unsere Kunden. Wir möchten die Digital Laundry aber nicht mehr so betonen. Aus unserer Perspektive wird der Begriff Digitalisierung sowieso fast inflationär benutzt. Dabei bedeutet er zunächst nichts anderes als die Umwandlung von Daten von analog in digital. Die Digitalisierung der Wäscherei ist notwendig, um später Prozesse weiter automatisieren und roboterisieren zu können. Wer also automatisieren möchte, braucht zunächst eine solide Digitalisierung als Basis. Sie ist eine Voraussetzung, um vor allem bestehende Wäschereien – das sind unsere Hauptkunden – weiter zu optimieren und damit fit zu machen für aktuelle und zukünftige Aufgaben. Wir entwickeln aber genauso komplett neue Konzepte für Wäschereien.

WRP: Was genau bedeutet Digitalisierung für eine Wäscherei?

Bernd Thielen: Sie bedeutet für die Wäscherei einen ersten und wichtigen Schritt in eine erfolgreiche Zukunft. Wir statten die alten aber mechanisch tadellosen Maschinen mit neuer Steuerungstechnik aus. So können diese Maschinen in ein Netzwerk integriert und die Kommuni-
kation zwischen ihnen sichergestellt werden. Informationen und Daten können fließen und erfasst werden, um die Prozesse besser zu steuern. Dabei ist der Kunde völlig frei in der Entscheidung, mit welcher Maschinentechnik er seine Wäscherei ausstattet bzw. welche Maschinenmarken installiert sind.

Gerade haben wir ein großes Projekt abgeschlossen. Hier steuern unsere Lösungen jetzt die komplette innerbetriebliche Logistik der Wäscherei. Der Kunde hat sich entschieden, Waschtechnik von mehreren Herstellern sowie Trockner von einem Lieferanten zu integrieren. Dank unseres Konzeptes, mit dem wir herstellerunabhängig Schnittstellen bereitstellen können, war der Kunde in der Situation, sein Projekt ganz nach seinen Wünschen umzusetzen und die aus seiner Sicht beste Maschinentechnik für seine Anforderungen auszuwählen und zu installieren.

Genauso können wir herstellerunabhängig Anlagen erweitern, zum Beispiel bestehende Hängebahnsysteme. Auch die notwendige Mechanik haben wir größtenteils im Sortiment. Wir statten diese Anlagen auf Wunsch mit neuer Steuerungstechnik aus und können sie so in das Gesamtsystem Wäscherei integrieren.

Es geht bei all unseren Projekten immer darum, eine Wäscherei weiter zu optimieren. Deshalb ist es in vielen Fällen auch wichtig, bestehende Anlagen nicht nur mechanisch, sondern genauso steuerungstechnisch und softwareseitig anfassen zu können. Sonst ist später zum Beispiel auch keine Integration von Robotik möglich.

Lukas Thielen: Es gibt in Wäschereien eine Vielzahl von Schnittstellen: ein Hersteller liefert die Waschtechnik, ein anderer die Hängebahn, die nächsten Logistik- und Softwarelösungen und vielleicht schon bald den Roboter für die Eingabe. Wir können diesen Herstellermix mit unserer Lösung in ein System zusammenführen. Wir managen das und der Kunde bekommt eine sehr gut funktionierende Einheit wie aus einer Hand.

Benedikt Thielen: Genauso können Kunden ganz einfach neue Anlagen in ihre bestehende Wäscherei integrieren – ganz unabhängig von der Herstellertechnik, die ersetzt wird. Somit besitzen sie eine große Flexibilität, weil sie bei ihrer Wäschereitechnikausstattung nicht von einem Hersteller abhängig sind.

Bernd Thielen: Mit unserem Konzept und den entsprechenden Lösungen sowie Services können wir uns derzeit von anderen Firmen in diesem Geschäftsbereich abheben. Das unterstreiche ich insbesondere, da unser Unternehmen inzwischen eine Größe und Kompetenz erreicht hat, die es uns ermöglicht, auch sehr umfangreiche Projekte zügig und zuverlässig umzusetzen. Innerhalb von nur wenigen Tagen können wir eine komplette Wäscherei restrukturieren, neue Maschinen integrieren und das System wie vereinbart stabil und produktionsbereit wiederherstellen. Dies erfordert eine erhebliche Menge an Fachkräften, angefangen bei Monteuren über Softwarespezialisten, Elektriker und Elektroplaner bis hin zu Projektleitern – all das kann unser Unternehmen gewährleisten.

WRP: Mit dem Firmenstart im Jahr 2019 sind auch Lukas und Benedikt mit im Unternehmen und damit schon die nächste Generation fest integriert. Welche Aufgaben nehmen sie heute im Unternehmen wahr?

Lukas Thielen: Wir sind direkt mit der Firmengründung als Gesellschafter mit eingestiegen. Nach meiner Ausbildung zum Industriemechaniker arbeitete ich als Servicetechniker in der Wäschereibranche. Im Anschluss absolvierte ich eine Weiterbildung zum Maschinenbautechniker und engagierte mich anschließend in Vollzeit im Unternehmen. Parallel zu meinen Tätigkeiten im Betrieb habe ich eine Weiterbildung zum technischen Betriebswirt abgeschlossen. Heute kümmere ich mich um verschiedene kaufmännische Aufgaben und unterstütze meinen Vater im Vertrieb von Gesamt-Automatisierungskonzepten.

Benedikt Thielen: Ich habe meine Ausbildung als Elektroniker für Betriebstechnik erfolgreich abgeschlossen und daraufhin als Servicetechniker in der Wäschereibranche gearbeitet. Während dieser Zeit waren mein Bruder und ich oft gemeinsam im Einsatz und konnten wertvolle Erfahrungen sammeln. Nach dieser Phase habe ich eine Weiterbildung zum Automatisierungstechniker absolviert und bin seitdem im Unternehmen tätig. Heute bin ich zuständig für den Vertrieb unser Steuer- und Softwareprodukte. Dabei arbeite ich eng mit unseren Experten im Haus zusammen, um eine optimale Lösung für den Kunden zu finden.

Bernd Thielen: Ich denke, es war wichtig, dass beide genau diesen Weg eingeschlagen haben: zunächst eine passende Ausbildung mit weiteren Zusatzqualifikationen und einige Jahre in der Branche arbeiten, um praktische Erfahrungen zu sammeln. Meine Söhne haben das Geschäft von der Pike auf gelernt. Die praktische Erfahrung als Servicetechniker hat ihnen geholfen, die Prozesse und Anforderungen der Kunden zu verstehen. Nur so können wir gemeinsam sicherstellen, dass wir unsere Kunden optimal beraten. Gemeinsam mit meinen beiden Söhnen planen wir heute sowohl den Bau neuer Wäschereien als auch Optimierungsprojekte in bestehenden Betrieben. Wir besuchen zusammen Kunden; im Januar steht beispielsweise eine Reise nach Australien für einige Großprojekte an.

Wir investieren jetzt viel Geld nicht nur in den neuen Firmenstandort, sondern auch in die Entwicklung von neuen Roboterlösungen. Unser Betrieb, unsere Mitarbeiter, Kunden und Familien brauchen Sicherheit. Je schneller meine Söhne unser ganzes Geschäft noch weiter verstehen – Vertrieb, Entwicklung, Abläufe, Steuerung der Firma usw. –, umso besser ist es für uns als Firma, aber genauso für unsere Kunden. Und mit der nächsten Generation in unserem Unternehmen ist natürlich auch gewährleistet, dass unsere Kunden auch in 10 oder 20 Jahren einen Ansprechpartner haben.

WRP: Seit Unternehmensstart beschäftigt sich die Firma auch mit TONI. Was kann die Softwarelösung heute leisten?

Bernd Thielen: TONI soll einmal als umfassende Lösung alle notwendigen Softwareanforderungen integriert haben, die eine Wäscherei heute und in Zukunft benötigt. Natürlich ist bis dahin noch ein weiter Weg zu gehen.

Lukas Thielen: TONI wird ständig weiterentwickelt beziehungsweise es werden neue Tools integriert. Wir haben zum Beispiel in Schweden ein vollautomatisiertes Mattenlager gebaut. In diesem Lager sind Logomatten – ausgestattet mit Transpondern – gespeichert, die den jeweiligen Kunden zugeordnet werden müssen. Unser Lagermanagement-Tool stellt sicher, dass die Matten eingelagert und später wieder aus dem Lager heraus in Wäschewagen – passend nach Touren und Kunden – kommissioniert werden können. Und das passiert, ohne dass ein Mitarbeiter eine Matte noch einmal anfassen muss. Auch das kann TONI schon heute.

Benedikt Thielen: TONI soll auch einen Baustein für vorbeugende Wartung bekommen. Das ist ein wichtiges Thema in der Branche, auch aufgrund des Personalmangels in den Wäschereien. Wir geben Unternehmen mit diesem Baustein ein Werkzeug in die Hand, um dank vorbeugender Wartung Technik nicht nur verfügbarer zu machen, sondern sich anbahnende Probleme auch frühzeitig zu erkennen und darauf rechtzeitig reagieren zu können. Und nicht erst, wenn eine Störung vorliegt.

Als Teil von TONI wird die vorbeugende Wartung auch in unsere Robotiks integriert. Das System wird auch hier ständig die entsprechenden Daten prüfen. Erkennt es auffällige Werte, meldet es das den zuständigen Mitarbeitern in der Wäscherei.

Bernd Thielen: Viele Wäschereien produzieren mit zwei Schichten, manchmal auch noch am Wochenende. Das heißt, es gibt kaum zeitlichen Freiraum, um eine ordentliche Wartung der Technik durchzuführen. In anderen Branchen, in denen wir auch arbeiten, gibt es in der Woche fest eingerichtete Stillstandszeiten, um vorbeugende Wartungen vorzunehmen. Zusätzlich wird zweimal im Jahr die Produktion komplett stillgelegt, um alle Anlagen umfassend zu warten. In vielen Wäschereien sind diese Wartungszeiten nicht möglich. In Folge wird nur auf aktuelle Störungen reagiert.

TONI wächst mit jeder weiteren Automatisierungslösung, die wir entwickeln und realisieren. TONI wird einmal ein Wäscherei-Managementsystem darstellen, das alles integriert, was ein Wäscher benötigt. Zum Beispiel auch ein ERP-System. Und irgendwann wird TONI als Intelligenz komplett die Produktion der Wäscherei steuern.

WRP: Welchen Stellenwert hat heute die Robotik oder das Roboterisieren von Prozessen, wenn es um die Automatisierung von Wäschereien geht?

Bernd Thielen: Erst einmal ist Automatisierung in Wäschereien schon lange ein zentrales Thema. Schließlich ist schon eine Eingabemaschine eine Automatisierungslösung. Aus dieser Perspektive sind viele Wäschereien automatisiert. Trotzdem wird zum Beispiel die Eingabe der Teile in eine Eingabemaschine noch händisch von Menschen erledigt. Heute gibt es Hersteller mit Lösungen, die auch diesen Prozessschritt automatisieren sollen. Beispielsweise wird ein Roboter eingesetzt und übernimmt die Eingabe dieser Teile. So kann an dieser Stelle Personal eingespart werden. Das ist heute das zentrale Argument für den Einsatz von Robotern. Schon seit vielen Jahren kämpfen die Wäschereien mit zu wenig Personal. Das hat sich seit der Pandemie noch einmal verschärft. Deshalb ist für mich heute Wäsche-
reirobotik das zentrale Stichwort in der Branche.

Der Einsatz von Robotik ist ein weiterer Schritt im Automatisierungsprozess. Er ist aber gleichzeitig die größte Herausforderung für Hersteller. Es ist eine enorm große und komplexe Aufgabe, beispielsweise eine Lösung zu entwickeln, die aus einem Wäschehaufen ein einziges Teil sicher greift, dann eine oder beide Ecken findet und anschließend das Teil so positioniert, dass es auf der Maschine korrekt aufliegt und weiter verarbeitet werden kann. Und das alles muss mit großem Tempo passieren.

WRP: Auch ihre Firma beschäftigt sich mit der Entwicklung und Herstellung von Robotik. Wie ist der Stand?

Bernd Thielen: Wir haben in den letzten Jahren einen starken Fokus auf unsere Robotik gelegt. Zum Beispiel eine Anlage mit Robotertechnik für die vollautomatisierte Sortierung von Textilien entwickelt. Genauer für lose, nicht gefaltete Wäsche, zum Beispiel auf der Schmutzseite der Wäscherei. Diese Lösung kann sowohl Krankenhaus- und Hotelwäsche sowie Berufsbekleidung vollautomatisiert sortieren.

Genauso lässt sich diese Roboterlösung einsetzen, um in Wäschereien ausgediente Textilien für den Recyclingprozess auszusortieren. Beide Lösungen sind in der Konstruktion identisch, besitzen aber für die jeweilige Anforderung unterschiedliche Intelligenzen, weil die Aufgaben eben verschieden sind. Wir haben mehrere Patente angemeldet, einige stehen kurz vor der Zuteilung. Im Herbst nächsten Jahres sollen diese Systeme aktiv in den Markt gehen und vertrieben werden. Auch deshalb sind neue Produktionsflächen in unserem Firmenneubau not­wendig.

Weit in der Entwicklung sind wir auch für eine Lösung, die Wäsche ohne Transponder eindeutig identifizieren kann. Sowie ein System, das in den einzelnen Wäscheteilen Fremdkörper wie Schlüssel, Kugelschreiber, Spritzen erkennen kann. Beide Technologien werden die Anlage für die Sortierung von Wäsche ergänzen. Um solche Lösungen entwickeln zu können, haben wir in unserem Team Spezialisten mit entsprechenden Kompetenzen einreihen können. KIs sind schließlich ein ganz anderes Thema, als eine Software für eine Automatisierungslösung zu schreiben.

WRP: Warum fangen sie mit ihrer Roboterlösung vorne auf der Schmutzseite einer Wäscherei an?

Bernd Thielen: Für uns ist die vollautomatisierte Wäschesortierung auf der Schmutzseite wichtig, weil wir schon dann jedes einzelne Teil eindeutig identifizieren und weiter komplett durch die Wäscherei verfolgen können. Mit dem Start ganz am Anfang der Wäschereiprozesse fangen alle weiteren Roboterlösungen an. Und weil wir genau wissen, wo sich gerade ein bestimmtes Teil befindet, kann der nächsten Maschine im Prozess exakt mitgeteilt werden, was sie zu tun hat, um das Teil optimal zu bearbeiten. Die einzelnen Prozesse sind hochtransparent und können entsprechend getaktet werden. So entsteht ein stetiger und sicherer Produktionsfluss. Und man darf auch nicht vergessen: Die Wäschesortierung auf der Schmutzseite gehört zu den unangenehmsten Jobs. Hier ist eine vollautomatisierte Lösung hochwillkommen.

WRP: Für Wäschereien ist die Integration von Robotern in ihre Prozesse eine Option, um auf die fehlenden Arbeits- und Fachkräfte zu reagieren. Gleichzeitig stellen sie eine komplexe neue Technologie dar, die in den Betrieben vielleicht auch gewisse Kompetenzen oder Qualifikationen bedingen. Wie passt das zusammen?

Bernd Thielen: Roboter werden sich im Wäschereialltag nur durchsetzen, wenn sie einfach zu bedienen sind und eine maximale Verfügbarkeit gewährleistet ist. Zuverlässigkeit erfordert minimalen Wartungsaufwand und somit den Einsatz von bewährten, qualitativ hochwertigsten Materialien und Technologien.

Wir setzen deshalb bei unserer Robotik auf einen anderen Weg als die Hersteller, die entsprechende Lösungen schon im Markt haben. Unsere Robotik ist ein Mix aus bewährter Technik kombiniert mit unserem Know-how. Unser Ansatz ist, Robotertechnik aus anderen Industrien, die sich seit vielen Jahren bewährt und von weltweit renommierten Herstellern produziert wird, für die Aufgaben in Wäschereien zu integrieren. Warum etwas komplett neu entwickeln, wenn es schon Lösungen gibt, die genau auf die Anforderungen der Betriebe passen: Robustheit, hohe Zuverlässigkeit, Leistung und Kompaktheit. So müssen wir nicht das maschinenbautechnische Risiko gehen, sondern können unsere ganze Energie, unsere Erfahrungen, unser Know-how in die Intelligenz dieser Systeme stecken. So bekommen wir eine Lösung, die auch im Wäschereialltag zuverlässig und mit hoher Leistung arbeiten kann.

Zahlreiche Unternehmen haben sich mittlerweile auf Automatisierung und Robotik spezialisiert. Allerdings stammen diese oft nicht aus der Wäschereibranche und sind daher mit den speziellen An- und Herausforderungen im Umgang mit Wäsche nicht vertraut. Hier können wir mit unserem umfassenden Know-how und unserer langjährigen Erfahrung in der Wäscherei punkten. Die Wäschereibranche ist unser tägliches Geschäft. Wir integrieren unser Fachwissen in die Intelligenz und Software – damit unsere Technologie zuverlässig, flexibel und leistungsstark ist.

Unser Maßstab ist – wenn es um die Verfügbarkeit dieser Systeme geht – ganz klar die Stillstandszeiten zu minimieren. In einer Wäscherei stellt bereits eine Stunde Ausfallzeit für eine Anlage ein erhebliches Problem dar. Mit unseren Lösungen setzen wir kontinuierlich Maßnahmen um, um diesem Umstand entgegenzuwirken. Hierin sehen wir eine unserer zentralen Aufgaben.

Lukas Thielen: Die Robotertechnik ist für viele Wäschereien noch neu, dadurch ist das Fachwissen bei den Technikern vielleicht noch nicht vorhanden. Umso wichtiger ist es, hier Lösungen zu integrieren, die seit vielen Jahren bewährt sind. Genauso den Wäschereien Tools –
wie zum Beispiel die vorbeugende Wartung – an die Hand zu geben, um Stillstandszeiten auszuschließen bzw. zu minimieren.

WRP: Wann werden die neuen Robotik-Lösungen der Branche präsentiert werden?

Bernd Thielen: Im September 2024 wird unser neues Firmengebäude eröffnet. Dann präsentieren wir auch unsere Robotiklösungen. Wir werden diese Systeme in Zukunft auch in unterschiedlichen Leistungsklassen offerieren. Das heißt, es wird jeweils optimal passende Lösungen für kleine, mittlere und große Wäschereien geben.

Sie sehen, wir setzen viel auf die Entwicklung von innovativen Lösungen auch gerade im Bereich Robotiks für Wäschereien. Mit entsprechender Kompetenz und auch den Kapazitäten, um solche Systeme schnell und verlässlich herstellen zu können. Auch deshalb ist unser neuer Standort so wichtig.
Neue Wege, Innovationen und Herausforderungen an die Wäschereirobotik
Foto/Grafik: Thielen
Vollautomatisiertes Ein- und Auslagern von Logomatten bis zur Kommissionierung in die Wäschewagen nach Touren und Kunden. Das geht dank TONI ohne jegliches Mitwirken vom Menschen.
Neue Wege, Innovationen und Herausforderungen an die Wäschereirobotik
Foto/Grafik: Thielen
Neue Wege, Innovationen und Herausforderungen an die Wäschereirobotik
Foto/Grafik: Thielen
Bernd Thielen (rechts)
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