Narziss und Echo - Vorbildliches Marketing In der Textilreinigung 2018

Narziss und Echo, München

Narziss und Echo, München

Textilpflege im Retro-Chic


Es hat Stil, seine Lieblingsstücke in einem „Atelier“ mit „Waschkunst“ wieder in Topform bringen zu lassen. Die Textilreinigung Narziss und Echo in Münchens Künstlerviertel Haidhausen fällt aus dem Rahmen. Hier verbinden sich Retro-Stil und Kunst mit kreativer Textilpflege. Xenia Ruoß und Dmytro Petrenko sprechen damit aber nicht nur kapriziöse Künstlerseelen und extravagante Kunden an.

Wer den Häuserblock zur Einsteinstraße 100 in München entlang geht, weil er die Textilreinigung sucht, geht am Ziel erst nochmals einen Schritt zurück, um sich zu vergewissern, dass die Adresse auch stimmt. Die Auslage zeigt ein niveauvoll gestaltetes Wohnambiente mit szenischem Aufbau wie im Theater: Es entsteht der Eindruck, jemand hätte vor dem Zubettgehen gerade seinen getragenen Anzug mit Hemd über den Polsterstuhl gehängt. Für neue Frische bietet sich auf den handgeschriebenen Tafeln dahinter eine Lösung an – Chemischreinigung, Nassreinigung, Hemdenservice oder kompletter Wäscheservice. Vom Drama inspiriert ist auch der Name „Narziss und Echo“, zwei Figuren aus der griechischen Mythologie.

Kreativ und Handmade

Der Retro-Stil mit handschriftlichen Tafeln und stilvollem Mobiliar setzt sich im Laden fort. Kreativ und handmade wie der Auftritt ist auch die Wäschepflege bei Xenia Ruoß und Dmytro Petrenko. Ihnen geht es nicht nur um Schmutzentfernung, sondern auch um die Rettung von Lieblingsstücken und die Vermittlung eines attraktiven Services Chemischreinigung. Sie nehmen sich Zeit und besprechen gemeinsam mit ihren Kunden das Vorgehen bei der Pflege. Dabei wagen sie auch unkonventionelle Wege bei Flecken gerade auf hoch sensiblen Stoffen und Materialkombinationen. „Die meisten Teile bekommen wir wieder hin“, versichert Xenia Ruoß, die auf Per und Nassreinigung schwört.

Hobby ist Beruf

Für die beiden Ladenbesitzer ist ihr Beruf zugleich Hobby. Daher lieben sie Herausforderungen, bei denen sie „Waschkunst“ beweisen können. „Dmytro ist ein echter Nerd, wenn es um Textilpflege geht“, verrät seine Frau. Für perfekte Ergebnisse experimentiert er viel und entwickelt eigene Methoden. Sein Ziel ist, zur Fleckentfernung auch die beste Version im Finish und der Veredelung für einen feinen Warengriff zu finden. Dazu gehört auch eine faltenfreie Legetechnik bei Hemden. „Den Touch von Luxus wie ihn Kunden beim Kauf in der Boutique erlebt haben, sollen sie in der Textilpflege wiederfinden“, erklärt Petrenko das Konzept. So hat auch bei den Mitarbeitern jeder sein Spezialgebiet. „Katja ist beim Bügeln von Sakkos und Hosen besser als ich“, lobt Xenia Ruoß, die als Spezialistin für Rüschenblusen gilt. Beim Qualitätsbewusstsein zieht die fünfköpfige Mannschaft am gleichen Strang. Die Atmosphäre im Team kann schon als familiär bezeichnet werden.

Narziss und Echo, München

Spezialrezept „Scherolin“

Wie der Name „Narziss und Echo – Atelier für Textilpflege und Waschkunst“ verrät, soll Kreativität das herausragende Merkmal sein. Für Stücke mit besonders hohem emotionalen Wert, auf denen Flecken sich jeder Reinigungsprozedur widersetzen, hat Xenia Ruoß deshalb auch ein Spezialrezept parat: Scherolin. „Ist ernst gemeint“, beteuert sie ihrem irritierten Gegenüber. Zusammen mit einer versierten Schneiderin verhilft sie solchen Lieblingsstücken zu weiterer Lebensdauer, indem sie sie auftrennen und mit geänderter Schnittführung neu zusammennähen lässt. In die vor Glück strahlenden Augen der Kundin zu sehen, sei dabei ihr größter Lohn, gibt sie mit Augenzwinkern zu.

Außergewöhnliches Leistungsportfolio

Inzwischen hat sich der Schneiderservice allerdings herumgesprochen, sodass Kunden bereits Musterteile für Neuanfertigungen bringen. „Mit solch ungewöhnlichen Lösungen bauen wir eine persönliche Beziehung auf und gewinnen Stammkunden, die künftig auch bereit sind, mehr zu bezahlen, weil sie unsere Leistung kennen und zu schätzen wissen“, erklärt Ruoß, die mit Einigen auch schon über eine anstehende Preiserhöhung gesprochen hat. In der kurzen Zeit hat sich ein Vertrauensverhältnis aufgebaut, sodass sie auch Monatsrechnungen erstellt, um das Bringen und Holen der Wäsche durch Hausangestellte bargeldlos zu gestalten.

Zwei Jahre intensive Arbeit

Zwei Jahre haben die Beiden in den Bekanntheitsgrad des Unternehmens investiert und weitgehend auf Unternehmerlohn verzichtet. Die Einnahmen flossen in Investitionen und Mitarbeiterlöhne. Jetzt haben sie auch ihre Auslastungsgrenze erreicht. Der meiste Warenanfall ist Oberbekleidung, die für ein perfektes Finish mit viel liebevoller Handarbeit gepflegt wird. Für den Hemdenservice, den sie zur Abrundung der Textilpflege anbieten, haben sie bereits einen Maxi-Shirty 484 beschafft, um das Pensum zu bewältigen. „Wichtig bei der Wahl des Gerätes war, dass es nicht nur glättet, sondern im Warengriff und Stand den „Touch von Luxus“ vermittelt“, betont Petrenko, der von seinem Credo im Finish auf keinen Fall abweichen will.

Mit einer Preisanpassung wollen sie den Warenzufluss nun regulieren und sich gleichzeitig auf Kundschaft konzentrieren, die für Handmade den reellen Wert bezahlen. „Unser Ziel ist nicht, mit billigen Preisen oder Rabattaktionen Masse ins Geschäft zu bekommen und Mitarbeiter über Stücklohn anzutreiben, sondern Textilien durch sorgsame Pflege wieder zu einem wertigen Erscheinungsbild zu verhelfen“, erläutert Petrenko.

Attraktive Chemischreinigung

Die beiden Quereinsteiger sind mit der Idee angetreten, eine Chemischreinigung so attraktiv wie eine Boutique zu gestalten und das Dienstleistungsangebot als etwas Selbstverständliches ins Leben ihrer Kunden zu integrieren. Xenia Ruoß studierte Wirtschaftspsychologie und Marketing und Dmytro Petrenko Betriebswirtschaft. In die Textilpflegebranche kamen sie durch Nebenjobs während ihrer Studienzeit. Hier haben sie sich auch Themen für ihre Bachelorarbeiten gesucht, denn Potenzial für Optimierungsprozesse war leicht zu finden.

Xenias Vater ist ihnen zudem ein Vorbild. Der studierte Physiker hat sich mit vier Waschsalons und Annahmestellen in München ein lukratives Unternehmen aufgebaut. Hier konnte sie ihr Studienwissen in der Praxis einsetzen. Sie gestaltete einen Laden nach wissenschaftlichen Erkenntnissen um und maß den Erfolg an der Reaktion der Kundschaft. Deutlich zeigte sich, wie schnell eine bestimmte Farbgebung und eine veränderte Ladengestaltung positiv aufgenommen wurden.

Narziss und Echo, München

In der nächsten Stufe setzten sich die Beiden mit der Chemischreinigung auseinander. Das nötige Fachwissen hatten sie sich in Seminaren bei Herstellern und autodidaktisch durch Experimente angeeignet. Ihr Vater hatte diese Dienstleistung außer Haus vergeben. Sie wollten jedoch einen heißen Laden eigenständig betreiben. Als eine Reinigung in einem gehobenen Münchner Stadtteil frei wurde, griffen sie zu. Den finanziellen Schirm dafür bot zunächst ihr Vater, für den sie jetzt auch einen Teil der Chemischreinigung übernimmt.

Umsichtige Investitionen

Die übernommene 100 Quadratmeter große Reinigung mit kuriosen Zusatzsortimenten wie frischen Eiern und Kurzwaren war Teil des von Künstlern und einer gehobenen Mittelschicht dominierten Stadtviertels, aber technisch stark vernachlässigt und marode. Binnen acht Wochen wurde klar Schiff gemacht und das vorhandene Budget umsichtig investiert. Waschschleudermaschinen mit Dosieranlage für Wetclean wurden neuwertig beschafft. Die Per-Reinigungsmaschine, ein „altes Schätzchen“ komplett überholt, sodass sie wieder sauber und zuverlässig arbeitet. Mangel und Bügeltische wurden neu bespannt und bezogen. Hochmodern und neu ist allerdings das Kassensystem, das für die Zukunft interessante Zusatzoptionen bietet. In ihrem Freundeskreis konnten sie zudem auf künstlerisch und handwerklich begabte Freunde zurückgreifen, die an der Gestaltung und Umsetzung des Geschäftsmodells mitgewirkt haben. Eine Kalligraphin schrieb die großen Preistafeln im Retro-Stil. Eine Fotografin fertigte gutes Bildmaterial für den Mediengestalter, der den Internetauftritt und Flyer entwickelte. Eine Innenarchitektin übernahm die Schaufenstergestaltung und Xenias Bruder sorgte als Designer für ausgefallene Kleinmöbel. Während der Umbauzeit machten im Schaufenster ständig wechselnde Hinweise auf Packpapier Passanten neugierig auf die bevorstehende Eröffnung.

Neueröffnung mit langer Nacht

Am 1. August 2016 war es soweit. „Jetzt gibt es Sekt“ lautete die Meldung im Schaufenster. Eine Straßenparty mit DJ stoppte Gäste auf dem breiten Gehweg der stark frequentierten Verkehrsachse zur Innenstadt und lud zu einer langen Nacht ein. Mit ihrer kreativen Ader passen die Beiden auch selbst perfekt ins Viertel. Xenia widmet sich nebenbei dem Schmieden von Gold und Silber – Dmytro tritt als Musiker mit einer Band auf. Hätten sie einen Wunsch frei, sagen sie einhellig, „unser Modell der Chemischreinigung auch in anderen Stadtteilen umsetzen“.

Dass ihr Konzept auch ein Echo hervorruft, erlebten die Beiden mit einer Neukundin, die begeistert von dem Erscheinungsbild, spontan beim benachbarten Blumenhändler einen Strauß Narzissen kaufte und vorbeibrachte.



Narziss und Echo




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Vorbildliches Marketing In der Textilreinigung 2018

Narziss und Echo www.narziss-echo.de
 
Narziss und Echo
Einsteinstr. 100
81675 München
Telefon: 089 - 47 78 68


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