Sterr Wäscherei-Reinigung - Vorbildliches Energiesparkonzept in der Reinigung 2016

Sterr Wäscherei-Reinigung, München

Sterr Wäscherei-Reinigung, München

Energieeffizienz unter einem ganzheitlichen Ansatz


Für Richard Sterr und Monika Achternbusch – Inhaber der Wäscherei-Reinigung Sterr in München – steht hinter dem Begriff „Energieeffizienz“ eine umfassende energetische Betrachtung der Arbeitsweise in der Textilpflege. Daher beeindruckt ihr Modell weniger mit einzelnen Einsparwerten, als viel mehr mit einem logischen Gesamtkonzept, bei dem wirtschaftlicher und ökologischer Erfolg im Vordergrund stehen.

Gewinn ist eine Frage des Konzepts. Richard Sterr und seine Schwester Monika Achternbusch haben das Unternehmensmodell der Wäscherei- Reinigung Sterr dem Standort angepasst. In dem Wohn- und Geschäftshaus sind zwar begrenzte räumliche Möglichkeiten, doch mit Innovation statt Expansion wird hier erfolgreich gearbeitet. Dazu trägt auch ein gut situierter Kundenstamm in der direkten Umgebung bei. Doch auch von weit her kommt per Post, per Kurier oder mit einem Umweg auf der Einkaufs- und Dienstreise nach München Ware zur Bearbeitung. Sie verdienen hier mit Qualität, nicht mit Quantität. Individuelle und qualitativ hochwertige Bearbeitung von Textilien in kleinen Chargen ist aufwendig. Doch ihre Kunden wissen die persönliche Betreuung von anerkannten Fachkräften zu schätzen und sind bereit, den dafür angemessenen Preis zu bezahlen. Überzeugt empfehlen sie die Kompetenz ihrer Reinigung auch gern weiter. „Wenn’s der Sterr nicht kann, wird`s schon schwierig.“ Den Satz hörte Monika Achternbusch schon öfter, wenn sie Neukunden mit Problemteilen an der Theke fragte, wie sie denn auf Sterr aufmerksam wurden.

Niedrige Betriebskosten sind für den Gewinn entscheidend. Richard Sterr, der Techniker und Tüftler im Haus, ermittelt mit kontinuierlicher Dokumentation Optimierungspotenziale, um Verbrauchswerte zu senken oder Betriebsabläufe anzupassen. „Richard tüftelt gern, daher gibt es kaum eine Maschine bei uns, die er nicht umgebaut hat“, erklärt seine Schwester. Sogar ein eigenes Patent für eine effiziente Trocknerlösung bei kleinen Chargen hat Sterr entwickelt.

Beispiele der Energieeffizienz bei ­Wäscherei-Reinigung Sterr
1. Dampfkessel: Die Wäscherei wird klassisch mit einem Dampfkessel betrieben. Mit einem Ansaugtrichter wird hier die Luft vom Abgaskamin vorgewärmt, die zur Verbrennung in den Brennraum des Kessels kommt. Dadurch wird beim Durchlüften der Züge beim Brennerstart die Temperatur nicht so stark abgesenkt. Zudem kommt Kondensat aus dem Rücklauf des Betriebs zur Speisewasser-Vorwärmung des Kessels in eine Wärmetausch-Kammer, wo es auf 110 Grad erhitzt wird. Über den Ecomizer-Rauchgaswärmetauscher wird nochmals Restenergie aus der Abwärme gezogen.

Ungenutzte Verbrauchsstellen werden darüberhinaus von Dampfzufuhr und Druckluft abgeschaltet, um nicht unnötig Energie zu verschwenden. Jedes Finishgerät hat separate Dampf- und Druckluftventile. „Für meine Mitarbeiter manchmal ein Ärgernis, denn sie müssen beim Verlassen des Arbeitsplatzes daran denken, abzuschalten“, sagt Sterr.

Sterr Wäscherei-Reinigung, München
Die Druckluftsteuerung wurde so optimiert, dass der Kompressor, der früher 8 bis 10 Betriebsstunden benötigte, heute mit 2 Betriebsstunden am Tag auskommt.

Dies wurde durch eine Vergrößerung der gespeicherten Druckluftmenge und Umstellung in manchen Fertigungsabläufen erreicht. Jede Maschine ist jetzt im Druckluftverbrauch optimal eingestellt.

Wartung und Pflege des Systems sind selbstverständlich, um Leckagen zu unterbinden.

2. Waschprozess: Das Kühlwasser seiner Per-Reinigungsmaschine im Laden leitet Sterr in den Wasserkreislauf der Wäschereiabteilung im Keller. Das vorgewärmte Wasser wird hier zur Vorwäsche und Spülung genutzt. Selbst das Frischwasser wird zuerst über zwei Wärmetauscher mit dem Kühlwasser vorgewärmt, sodass für beide Medien ein Vorteil entsteht.

Die Waschprozesse selbst sind fünf Jahre rückwärts dokumentiert. Nur so erkennt Sterr, wie sich Ware und Kunden verändern und kann seine Prozesse optimieren.

Eine sorgsame Wäschesortierung mit individueller Vordetachur ist aufwendig, bringt aber ein optimales Ergebnis. Hier kann individuell, mit örtlich und sparsam eingesetzten Seifen, Energie gespart und die Umwelt geschont werden. Die Sortierung in Kochwäsche mit und ohne Stärken; 60 Grad hell, dunkel und fusselig; 40 Grad hell, mittel, dunkel; zudem Sonderposten wie Decken, Persennings von Schiffen und so weiter ergibt natürlich auch viele kleine Chargen, die dann in kleineren Waschschleudermaschinen getrennt gewaschen werden. Durch die Wasservorwärmung mit Kühlwasser und die Warmwassererwärmung mit Ausnutzung des Restkondensats können die kleinen Maschinen zum Teil Waschprogramme ohne Zusatzheizung ausführen. Diese Maschinen sind für vier Wasserarten ausgerüstet: Kalt-Hart, Kalt-Weich, Warm-Weich und Regeneratwasser Warm-Hart. Die Dosierung der Waschmittel erfolgt hier von Hand aus dem mobilen Dosierwagen mit Fingerspitzengefühl des Meisters. Die vier großen Maschinen sind an ein automatisches Dosiersystem angeschlossen. Die Programme hat Sterr selbst erstellt. „Alle Maschinen sind von Elektrolux, denn da funktioniert die Programmierung wirklich einfach,“ berichtet er. Auch hier passt er die Einstellungen kontinuierlich den Gegebenheiten an.

3. Trockner: Kleine Chargen benötigen im Trockner ebenfalls eine getrennte Behandlung, um Farbüberschläge und anhaftende Fusseln zu vermeiden. Kleine Trockner sind jedoch weniger effizient. Daher kam Sterr auf die Idee, ein Trennsystem zu entwickeln, mit dem er die Trommel variabel hälftig oder gedrittelt teilt und so die optimale Belademenge für ­einen Trockenvorgang ohne Risiko nutzen kann. Dazu werden drei Platten vor der Trommelrückwand zwischen den Rippen in der Trommel montiert. Damit hat er einen Innenraum mit zwei Kammern, gegebenenfalls können auch drei Kammern installiert werden oder eine zweidrittel große und eine kleine. Für dieses Trennsystem hat er ein Patent erworben. Kollegen fanden das System nützlich und haben es bereits gekauft.

4. Die Betriebsbeleuchtung wird Stück für Stück auf LED-Beleuchtung umgestellt. Dies erfolgt unter dem Gesichtspunkt der Ökologie, da eine „alte Röhre“ wenigstens so lange genutzt werden sollte, dass sich der Herstellungs- und Entsorgungsaufwand auch lohnt.

Datenerfassung und Aufzeichnung sind für Richard Sterr fast ein Hobby. Überall liegen Dokumentationsblöcke. Ideale Bedingungen, um Sterr als Pilotbetrieb für das Projekt „ganzheitliche Betrachtung von Textilreinigungen“ der wfk zu gewinnen. Noch bis Oktober 2016 erhebt das Forschungsinstitut in Krefeld Daten, mit denen Benchmarks in Textilreinigungen ermittelt werden sollen. Diese sogenannten Kennzahlen ermöglichen dann Betriebsvergleiche. Initiator dieser Initiative ist der Deutsche Textilreinigungsverband, DTV, in dem Richard Sterr als Beiratsmitglied im Vorstand tätig ist.

Finishtechnik: Verantwortungsvoller Umgang mit Ressourcen bedeuten für Sterr und Achternbusch auch Neuanschaffungen unter diesem Aspekt zu überdenken. Das Warenbild entscheidet. Geringerer Verbrauch oder höhere Geschwindigkeit sind nicht zwingend ein Argument. „Es macht doch keinen Sinn, funktionstüchtige und solide gebaute Maschinen, mit denen wir gutes Geld verdienen, zu entsorgen, um dann mit neuer Technik im Akkordlohn unsere Leistung zu Dumpingpreisen anzubieten“, sind sich beide einig. Hemden sind bei Sterr kein Füllartikel mit Sonderpreis, sondern Oberbekleidung. Gepresst und besser als von Hand gebügelt fertigt er sie lukrativ auf einer robusten Formteilepresse mit Hemdensatz aus den 1950er Jahren.

Auch die beiden Pressen für Vorhangstoffe sind alte Schätzchen. Er pflegt sie sorgsam, denn diese Maschinen werden so am Markt nicht mehr angeboten. Für seinen Heimtextil-Service – ein wichtiges Standbein für Sterr – sind sie die Basis. Diese Dienstleistung bietet er Privatkunden an. Sterr arbeitet auch mit Raumausstattern in weiten Umkreis zusammen. Sie bringen die zum Teil edlen Naturstoffe vor der Konfektionierung zum Einwaschen. Eine Presse hat eine blanke Platte. Auf ihr werden Stoffe aus Baumwolle ohne Struktur gepresst, die zweite dämpft strukturierte Teile. An ihnen hat er zur praktischeren Handhabung und Qualitätsverbesserung kleinere Umbauten vorgenommen. Mit einem Schutz über den Fußtastern verhindert er das Anschmutzen der Ware beim Arbeiten. Ebenso verlegte er den Bedienknopf in komfortablere Reichweite.

Sterr Wäscherei-Reinigung, München
Bei der Mangel passt die kompakte Bauart genau für den kleinen Betriebsraum. „Die Super Hill mangelt Vorder- und Rückseite gleichzeitig und bringt mit einem Durchlauf ein von beiden Seiten hervorragendes Warenbild“, betont Achternbusch. Durch eine untenliegende Mulde in der ersten Rolle und eine obenliegende Mulde in der zweiten Rolle trocknet sie beidseitig und ist damit schnell und effektiv.
Waschverfahren ökologisch überdenken: Zu umweltbewusstem Handeln gehört für die beiden Reinigungsmeister auch, die Arbeitsweise in der Textilpflege grundlegend zu überdenken und natürliche Waschverfahren zu entwickeln. Den Chemieeinsatz also nicht nur zu verringern, sondern zu verändern. Besonders bei den 40 Grad Waschverfahren wird zur Desinfektion oft die chemische Keule angesetzt. „Umwelt schonender ist letztlich eine thermische Desinfektion“, ist Sterr überzeugt. Die Hitze beim Pressen, Mangeln oder Bügeln desinfiziert ohne Chemie.

Statt mit Chemie in den Waschprozessen und der Detachur möchte er lieber mit Mikroorganismen arbeiten, die im Abwasser unbedenklich sind. Detachur ist sein Spezialgebiet, daher hat er Versuche dazu bereits unternommen. „Die Ergebnisse waren schon ganz gut, das Verfahren ist aber noch nicht ganz ausgereift“, verrät er erst mal.
Zu Per als Lösemittel stehen Sterr und Achternbusch derzeit noch. Aus einer gesamtökologischen Betrachtung gibt es für sie noch keine Alternative. „Die Anwendung bei Per erfolgt in einem geschlossenen Kreislauf, ist damit sicher in der Handhabung und Entsorgung“, erklären sie. Es ist das am längsten und besten getestete Lösemittel in der Reinigung. Zudem bleibt nach Reinigungsprozess und dem Finish nichts auf der Ware zurück, „So können meine Kunden ihre Kleidung wieder bedenkenlos anziehen, da steht Sterr mit seinem Namen ein“, erklärt Richard Sterr mit Überzeugung.

Seit über 80 Jahren ist der Betrieb in der Oberauer Str. 8 in einem traditionellen Wohngebiet in München-Sendling ansässig. Die Räumlichkeiten im Wohn- und Geschäftshaus sind daher begrenzt und über zwei Etagen verteilt: Parterre sind der Laden mit Chemischreinigung und Finishbereich, im Keller Wäscherei und Nassreinigung untergebracht. Zum Rücken schonenden Warentransport ist eine Hängebahn in den Keller installiert.

Seit 2003 führen Richard Sterr und seine Schwes-ter Monika Achternbusch den Familienbetrieb in dritter Generation. Sohn Korbinian Achternbusch arbeitet als Textilreinigungsmeister ebenfalls im Betrieb. In Spitzenzeiten greifen die Senioren noch mit ein. Chemischreinigung, Wäscherei, Matten- und Heimtextil-Service sind die Säulen des Unternehmens.

Lange Zeit war Sterr Ausbildungsbetrieb. Auch die Söhne und Töchter von Kollegen waren willkommen. „Leider spüren auch wir den Rückgang an Ausbildungswilligen“, bedauert Richard Sterr, der als Präsident des Bayerischen Textilreinigungsverbandes viele Initiativen zur Gewinnung von Auszubildenden in Textilpflege unterstützt.







Goldener Kleiderbügel
Vorbildliches Energiesparkonzept in der Reinigung 2016

Sterr Wäscherei-Reinigung www.waescherei-sterr.de
 
Sterr Wäscherei-Reinigung
Oberauerstraße 8
81377 München
Email: info@waescherei-sterr.de
Telefon: 089 / 7142608


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