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Zöllner

Infotag rund um UV-C in Wäschereien

Einen Infotag rund um die UV-C Technologie in Wäschereien organisiert Hygienespezialist Zöllner am 30. November 2018 in Böblingen bei Stuttgart. Wir sprachen mit Geschäftsführerin Marion Stevens und Vertriebsleiterin Jennifer Aileen Stevens über das Treffen, die grundsätzliche Bedeutung der Hygiene in den Betrieben und den Stellenwert der UV-C Technik heute in der Branche. „Immer mehr von unseren Kunden betrachten die UV-C Technologie als einen weiteren wichtigen Baustein in ihrem Hygienemanagement“, betonten beide unter anderem. Und sie wünschen sich, dass die Wäschereien Hygiene jeden Tag aktiv leben.

Jennifer Aileen Stevens
Jennifer Aileen Stevens ist Vertriebsleiterin bei der Firma Zöllner. Sie ist seit 2012 im Unternehmen. Jennifer Aileen Stevens ist ausgebildete Industriekauffrau, staatlich anerkannter Desinfektor und Fachberater für das wfk-Siegel für Textilhygiene.
Marion Stevens
Marion Stevens ist Geschäftsführerin bei der Firma Zöllner. Sie ist ausgebildete Industriekauffrau und seit 2007 im Unternehmen.
Hygiene ist nicht nur bei der Wäsche wichtig, sondern sie gilt genauso für das Personal in den Betrieben.
WRP: Die Firma Zöllner veranstaltet am 30. November 2018 in Stuttgart einen Infotag, der sich mit der UV-C Technologie mit Schwerpunkt Hygiene in Wäschereien beschäftigen wird. Was ist die Motivation den Infotag?

Marion Stevens: Die UV-C Technologie ist in der Branche heute sozusagen in aller Munde. Die Nachfrage der Wäschereien nach dieser Desinfektionslösung ist ständig gestiegen, damit auch der Informationsbedarf. Aus unserer Sicht ist deshalb jetzt der richtige Zeitpunkt, einen Infotag zu organisieren, der sich ausschließlich auf das Thema UV-C Technik als Hygienewerkzeug in Wäschereien konzentriert. In der Motorworld in Stuttgart werden dazu eine Reihe von Experten alle aktuellen und relevanten Informationen liefern. Wir freuen uns auf die Teilnehmer und einen Infotag, der auch dem Austausch und dem Netzwerken dienen wird.

Die Firma Zöllner beschäftigt sich seit 2014 mit der UV-C Technik. Rund zwei Jahre hat es gedauert, dieses Hygienewerkzeug in die Textilpflege einzuführen. Heute sind wir stolz darauf, in der Branche sozusagen UV-C Pioniere zu sein. Seitdem haben wir eine Vielzahl von Lösungen in den Betrieben installiert. Deshalb freuen wir uns genauso, mit unseren Erfahrungen sagen zu können, dass die UV-C Technologie in den Wäschereien zu 100 Prozent funktioniert.

WRP: Welche Inhalte dürfen Teilnehmer der Veranstaltung erwarten ?

Jennifer Aileen Stevens: Auf dem UV-C Infotag gibt es verschiedene Vorträge, die speziell auf die Anforderungen von Wäschereien zugeschnitten sein werden. Experten informieren über die Grundlagen dieser Technologie, und es wird darum gehen, wie man diese Technik in der Wäscherei zur Hygienesicherung anwenden kann. Das werden wir mit einer Reihe von Kundenbeispielen illustrieren. Weiter wird die UV-C Technologie aus Sicht der Mikrobiologie beleuchtet, ein anderer Schwerpunkt ist das Messen und Prüfen der UV-C Energie in der Praxis. Schließlich wird die UV-C Technik im Waschverfahren vorgestellt.

Im Rahmen einer abschließenden Podiumsdiskussion werden letzte Fragen beleuchtet. So wird der Infotag alle Teilnehmer auf den aktuellsten Stand bringen. Und es werden auch Vertreter aus dem Bereich Lebensmittel vor Ort sein. So bietet der Infotag auch ein Forum, in dem sich Wäschereien und ihre Kunden treffen und austauschen können.

WRP: Welche Vorzüge hat die UV-C Technologie in Wäschereien ?

Marion Stevens: Ein entscheidender Vorteil ist die kontinuierliche Desinfektion. Die UV-C Technologie funktioniert physikalisch, bei dieser Desinfektionslösung müssen keine Chemie und kein Personal eingesetzt werden. Damit sind auch menschliche Fehler ausgeschlossen. Ein Mitarbeiter kann beim Auftragen einer chemischen Desinfektion zum Beispiel Bereiche auslassen oder er setzt zu viel oder zu wenig Produkt ein, um eine optimale Wirkung zu erreichen. Das passiert nicht in böser Absicht, sondern meistens, weil er unter großem Zeitdruck arbeiten muss. Trotzdem entstehen Hygienelücken.

Die UV-C Technik schließt diese Lücken. Sie liefert auch an schlecht zugänglichen Stellen wie zum Beispiel an der Pressenrutsche ein sicheres Hygieneergebnis. UV-C Technik in der Wäscherei entlastet die Mitarbeiter und ist ein absolut verlässliches Werkzeug, um ein sehr hohes Hygieneniveau in den Betrieben zu gewährleisten. Und das macht sie, ohne die Umwelt zu belasten.

Jennifer Aileen Stevens: Um die Unsicherheiten beim Ansetzen beziehungsweise Verdünnen von chemischen Flächendesinfektionsmitteln zu minimieren, haben wir ganz neu ein gebrauchsfertiges Produkt in unserem Sortiment aufgenommen. Es kann zum Beispiel für LKW-Ladeflächen eingesetzt werden.

WRP: In welchen Bereichen in der Wäscherei wird die UV-C Technologie heute eingesetzt ?

Marion Stevens: Zum Einsatz kommt die UV-C Technologie in den Betrieben in verschiedenen Bereichen. Zum Beispiel zur Desinfektion von Förderbändern und von harten Oberflächen. UV-C wird zum Entkeimen von LKW-Ladeflächen und Pressenrutschen eingesetzt und zur Desinfektion von Wäschecontainern in der Containerschleuse. Weitere Anwendungsbereiche sind die Entkeimung des Pressen-, Schleuder- und Rückgewinnungswassers sowie der Luft im Betrieb.

Das Anwendungsspektrum für diese Technologie ist heute enorm groß. Täglich kommen von unseren Kunden neue Ideen und Anregungen. Wir diskutieren mit ihnen und fahren Tests, wenn es Sinn macht. Auch wir lernen ständig dazu. So haben wir im Laufe der Jahre die Einsatzbereiche für UV-C Technik zusammen mit den Kunden ständig erweitert. Dafür sind wir ihnen sehr dankbar.

WRP: Wenn Wäschereien diese Technik zur Desinfektion in den Prozessen einsetzen, müssen sie darauf achten, dass Augen und Haut der Mitarbeiter vor der UV-C Energie geschützt sind. Wie wird das gewährleistet ?

Jennifer Aileen Stevens: Wenn UV-C Technik eingerichtet werden soll, prüfen wir natürlich bereits im Vorfeld sensible Einsatzbereiche. Wo Risiken für die Mitarbeiter bestehen könnten, zum Beispiel im Pressenbereich oder an den Sortierbändern, werden die UV-C Röhren vollständig eingehaust. Wenn alles korrekt installiert ist, dann ist auch der Arbeitsschutz gewährleistet. Übrigens existieren entsprechende Arbeitsschutzauflagen auch bei der chemischen Desinfektion.

Natürlich wird das UV-C System nach der Einrichtung noch einmal gründlich geprüft. Unter anderem setzen wir dazu ein spezielles Messgerät ein, den sogenannten UV-C Safester. Es ist in der Lage, bei einer UV-C Installation die Energie zu messen. So können wir auch eine Arbeitsplatzgefährdungsanalyse durchführen.

WRP: Passt jedes UV-C System aus dem Zöllner-Sortiment auf jede Anforderung der Wäscherei ?

Jennifer Aileen Stevens: In der Regel ist UV-C Technik in der Wäscherei keine fertige Lösung von der Stange. Manchmal ruft ein Kunde an und skizziert was er benötigt. Dann besuchen wir ihn und geben eine Empfehlung. Manchmal hat der Kunde schon ganz genaue Vorstellungen. Auch in diesem Fall setzen wir uns zusammen, um eine optimale Lösung zu finden. Dabei müssen wir immer unter anderem prüfen, dass die Intensität der UV-C Energie exakt auf die Anforderung der Wäscherei ausgerichtet wird. Das heißt zum Beispiel: Wieviele Röhren sind notwendig, um ein hygienisch einwandfreies Ergebnis zu erreichen ?

Marion Stevens: Deshalb haben wir UV-C Technik in unterschiedlichen Ausführungen im Sortiment. Sie unterscheiden sich nicht nur in ihrer Energiestärke, sondern sie werden auch in unterschiedlichen Umgebungen eingesetzt. Zum Beispiel haben wir Lösungen für den Einsatz an Transportbändern oder auch zur Entkeimung des Spül- und Rückgewinnungswassers. Sie müssen unter unterschiedlichen Bedingungen verlässlich funktionieren. Wir haben im Bereich UV-C Technologie für unsere Wäschereikunden unterschiedliche Ausführungen für jede Anforderung im Sortiment.

WRP: Mit der UV-C Technologie offeriert die Firma Zöllner eine Lösung für die physikalische Desinfektion. Groß geworden ist das Unternehmen mit einem Sortiment für die chemische Desinfektion. Wie ergänzen sich die beiden Lösungen heute im Zöllner-Portfolio ?

Jennifer Aileen Stevens: Wir sind froh, unseren Kunden heute beides offerieren zu können. Nicht nur weil wir damit unseres Wissens der einzige Anbieter in Deutschland sind mit Kompetenz und Vertrieb für beide Desinfektionslösungen. Wir können Vor- und Nachteile beider Konzepte sach- und fachgerecht beurteilen und entsprechende Empfehlungen für unsere Kunden aussprechen. Wir prüfen in der Wäscherei, welche Desinfektionslösung auf die jeweilige Anforderung am besten passt. So können wir dem Kunden immer ein optimales Hygieneergebnis garantieren.

Grundsätzlich kann man sagen: Die Lösung mit UV-C ist das Mittel der Wahl, wenn eine kontinuierliche Desinfektion gewährleistet sein muss, zum Beispiel an einem Transportband. Oder an Stellen in der Wäscherei, die nur schwer zugänglich sind. Eigentlich kann man UV-C Technologie in allen Bereichen einsetzen, in denen die Röhre nicht frei sichtbar ist. Der Abstand zwischen dem zu desinfizierenden Bereich und der UV-C Röhre darf nicht zu groß sein, außerdem ist eine bestimmte Desinfektionszeit notwendig.

Dagegen ist UV-C im Bereich der Personalhygiene, zum Beispiel für die Händehygiene, nicht möglich. Hier ist der Alkohol wichtig, um Keime auf der Hand abzutöten und dann abzuwaschen. Wenn eine Wisch-Desinfektion mit Einsatz von Chemie durchgeführt wird, wirkt auch eine Mechanik, die Verschmutzungen beseitigt. Das kann eine physikalische Desinfektion auf Basis von UV-C nicht leisten, genauso wenig ersetzt sie das Saubermachen.

Eine chemische Desinfektion ist aber wiederum wirkungslos, wenn die notwendige Einwirkzeit nicht eingehalten werden kann. In diesen Fällen ist die physikalische Desinfektion die bessere Lösung.

WRP: Für eine Wäscherei sind natürlich auch die Kosten für die verschiedenen Desinfektionskonzepte relevant. Wie sieht der betriebswirtschaftliche Vergleich aus ?

Marion Stevens: Wenn man die chemische und die physikalische Desinfektion betriebswirtschaftlich betrachtet, dann muss man bei der physikalischen Desinfektion am Anfang in die Technik investieren. In der langfristigen Perspektive ist diese Lösung aber deutlich günstiger als die chemische Desinfektion. Es entsteht kein Arbeitsausfall wie bei der chemischen Desinfektion, diese muss schließlich von einem Mitarbeiter durchgeführt werden. Auch ein Transportband muss man für eine solche Maßnahme nicht stoppen, denn mit UV-C Technik wird es kontinuierlich im Wäschereiprozess entkeimt. Hinzu kommt die Sicherheit und Verlässlichkeit der physikalischen Desinfektion. Mittel für die chemische Desinfektion müssen richtig angesetzt oder verdünnt und eingesetzt werden, sie benötigen eine ausreichende Einwirkzeit. Wenn man dies addiert, dann ist die UV-C Technik in der Anschaffung höher, aber langfristig günstiger. Die Amortisation ist in kurzer Zeit gegeben.
Grundsätzlich gilt also, dass beide Desinfektionslösungen – Chemie und UV-C – ihre Aufgaben in den Wäschereien erfüllen, sie ergänzen sich in einem Hygienekonzept.

WRP: Die Firma Zöllner ist nicht nur auf die Bereiche chemische und physikalische Desinfektion spezialisiert, sondern hat ihren grundsätzlichen Fokus auf ein funktionierendes Hygienemanagement in den Wäschereien. Welche Services können sie hier machen ?

Jennifer Aileen Stevens: Das Zöllner Hygienemanagement ist sehr umfangreich. Wir beraten die Wäschereien vor Ort und gehen entweder mit den Hygienebeauftragten oder den Betriebsleitern alle hygienerelevanten Bereiche ab. Wir arbeiten unter anderem mit der ATP/AMP-Methode. Mittels einem Messgerät namens Lumitester bekommen wir innerhalb von 10 Sekunden eine Indikation über den Hygienezustand der zu prüfenden Stelle. Nach der Betriebsbegehung geben wir unsere Empfehlungen zur Hygienesicherung. Wir erstellen für jeden Betrieb maßgeschneiderte Desinfektionspläne. Zu unseren Services gehören natürlich auch Hygieneschulungen für die Mitarbeiter, die wir vor Ort durchführen.

WRP: Welche Bedeutung hat die UV-C Technologie in diesem Hygienemanagementsystem ?

Jennifer Aileen Stevens: Grundsätzlich ist die Bedeutung der UV-C Technologie heute sehr groß. Das gilt auch für ihre Vorzüge als Bestandteil in einem Hygienemanagementsystem. Dokumentiert wird das unter anderem durch Abklatschproben, die deutlich besser wurden und das in vielen Bereichen. Das wirkt sich natürlich auch positiv auf die Audits aus. Viele unserer Kunden betrachten diese Lösung als einen weiteren wichtigen Baustein in ihrem Hygienemanagement.

Was wir auch schon einige Male bei Kundenaudits in den Wäschereien beobachten konnten: Das blaue Licht, das von den eingehausten UV-C Systemen ausgeht, macht Hygiene sichtbar. Für die Auditoren ist es dann ein offensichtliches Indiz, dass die Wäscherei nichts dem Zufall überlässt. Die Wäscherei setzt auf eine kontinuierliche Desinfektion – unabhängig auch von menschlichen Fehlern.

WRP: Wie ist die Firma Zöllner auf das Thema UV-C Technologie aufmerksam geworden ?

Jennifer Aileen Stevens: Natürlich haben wir damals das Rad nicht neu erfunden. Wir schauten über unseren Tellerrand, was in anderen Branchen in Sachen Hygiene der aktuelle Stand der Technik ist. So sind wir in zahlreichen Betrieben der Lebensmittelbranche immer wieder auf die UV-C Technologie gestoßen. Hier ist es nicht ausreichend, ein- oder zweimal am Tag zu desinfizieren, sondern hier muss es kontinuierlich passieren. Nach und nach haben wir die Potentiale dieser Technologie auch für unsere Branche erkannt.

WRP: Welchen Stellenwert hat das Thema Hygiene heute grundsätzlich in den Betrieben ?

Marion Stevens: Wir stellen fest, dass die Hygiene mehr und mehr an Bedeutung gewinnt und zahlreiche Betriebe dieses Thema sehr ernst nehmen. Wir meinen damit nicht, dass man sich mit einem Hygienezertifikat zufrieden gibt, sondern dass Hygiene jeden Tag aktiv gelebt werden sollte. Somit entstehen auch keine Zweifel, wenn ein entsprechendes Hygieneaudit unangemeldet ansteht. Hinzu kommt, dass nun auch die Maschinenhersteller das Thema Hygiene noch mehr in den Fokus nehmen. Zum Beispiel werden jetzt online-Messsysteme zur Hygienesicherung angeboten. Das heißt, auch hier hat man den Bedarf erkannt. Aus unserer Sicht ist dies schon lange überfällig.

Jennifer Aileen Stevens: Wir stellen auch fest, dass mit dem Einzug der UV-C Technik in die Branche viele Betriebe jetzt mehr zum Thema Hygiene leisten, als sie tun müssten. Sie sagen, Hygiene ist wichtig, die Ansprüche werden immer höher. Und wenn jetzt neue Anforderungen dazukommen, dann können wir diese schon heute erfüllen. Der Druck der Kunden auf die Betriebe steigt, gleichzeitig erhöht sich in den Betrieben die Sensibilität für Hygiene. Was kommt mit der Wäsche in den Betrieb ? Das Problem ist, dass man Keime nicht sieht. Entsprechend schwieriger ist es, das Thema Hygiene in den betrieblichen Alltag zu integrieren.

WRP: Wie passt das Thema Hygiene in Betriebe, die unter einem hohen Preis- und Wettbewerbsdruck stehen ?

Jennifer Stevens: Viele Wäschereien müssen deshalb sparen – beim Ressourceneinsatz, beim Wasser und auch beim Personal. Dabei muss man leider auch feststellen, dass durch den Zeit- und Kostendruck die Hygiene manchmal vernachlässigt wird. Auch deshalb ist die physikalische Desinfektion mittels UV-C das Mittel der Wahl. Eben weil sie kontinuierlich ohne Personaleinsatz verlässlich im Hintergrund passiert.

WRP: Was sind aktuell die größten Hygieneprobleme in den Betrieben ? Was sind die Ursachen ?

Jennifer Stevens: Das größte Hygieneproblem ist unseres Erachtens die Verkeimung von Rückgewinnungswässern. Das kann zum Beispiel passieren, wenn dieses Rückgewinnungswasser über das Wochenende bei Temperaturen wie in diesem Sommer stehen bleiben. Die Verkeimung von Rückgewinnungswässern kann auch zur Verkeimung von Waschstraßen führen. Bei Förderbändern gibt es manchmal auch Hygieneprobleme, wenn sie nicht kontinuierlich desinfiziert werden. Im Prinzip ist es auch immer eine Frage, wie die Hygiene in den Betrieben gelebt wird. Je unabhängiger ein Desinfektionssystem vom Personal ist, desto geringer ist die Fehlerquelle.

Grundsätzlich kann man sagen, dass die Wahrscheinlichkeit für Hygieneprobleme dort am größten ist, wo es feucht und warm, aber nicht so heiß ist, dass Keime durch Hitze getötet werden. In einem solchen Milieu sind Probleme mit Verkeimung vorprogrammiert.

WRP: Warum wird das Thema Hygiene in Zukunft weiter an Bedeutung gewinnen ?

Marion Stevens: Das Thema Hygiene wird allein schon deshalb immer mehr an Bedeutung gewinnen, weil wir es immer mehr mit Keimen zu tun haben, die selbst erfahrenen Forschern zu denken geben. Eine einzige Negativ-Schlagzeile in der Presse genügt, um einen Skandal auszulösen. Dies möchte natürlich jedes Unternehmen unter allen Umständen vermeiden. Umso wichtiger wird es, Hygiene in der Wäscherei auch zu leben.

Auch die Kunden der Wäschereien werden beim Thema Hygiene immer sensibler. Deshalb sollte ein Betrieb schon heute diesbezüglich eine maximale Sicherheit bieten. Eine Hygienehavarie kann jede Wäscherei ins Wanken bringen. Deshalb werden bei diesem Thema Prävention und Dokumentation weiter an Bedeutung gewinnen.

Jennifer Aileen Stevens: Die Inhaber der Betriebe oder auch die Wäschereileiter wollen ihren Kunden auch die Qualität liefern, die sie ihnen versprechen. Sie möchten auch gewährleisten, dass ihre Mitarbeiter gesund bleiben. In unseren Hygieneschulungen weisen wir immer wieder darauf hin, dass sich die Mitarbeiter auch selbst schützen müssen, wenn zum Beispiel kontaminierte Wäsche aus dem Krankenhaus bearbeitet werden muss. Hygiene ist nicht nur bei der Wäsche wichtig, sondern sie gilt natürlich genauso für das Personal in den Betrieben.

Interview aus WRP 10-2018