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Electrolux Professional Wäschereisysteme

„Wir müssen das ganze Thema Hygiene beherrschen“

Hygiene ist ein zentrales Thema in der Branche. Seit Jahren wächst der Druck auf die Betriebe, hygienischer und damit qualitativ hochwertiger zu arbeiten. Auch Electrolux Professional Wäschereisysteme beschäftigt sich damit und hat als Komplettlösung die Electrolux-Hygienewäscherei entwickelt. Darüber sprachen wir mit Thomas Schauerte, Leiter Vertrieb im Geschäftsbereich Wäschereisysteme in Deutschland. „Wir als Waschtechnikhersteller müssen heute nicht nur gute Maschinen liefern, sondern wir müssen das ganze Thema Hygiene beherrschen“, stellt er dazu fest.

Thomas  Schauerte
Thomas Schauerte leitet seit fast vier Jahren den Vertrieb für Electrolux Professional im Geschäftsbereich Wäschereisysteme in Deutschland. Zudem hat er internationale Aufgaben, um das Thema Hygiene-Wäschereien stärker zu positionieren. Der Diplom-Kaufmann blickt auf viele Jahre Erfahrung als Führungskraft in der Energiewirtschaft zurück, wo er mit seinen Teams energieintensive Unternehmen (wie Wäschereien) dabei unterstützte, nachhaltige und kostenoptimierte Energieerzeugungsanlagen zu integrieren. Thomas Schauerte lebt mit seiner Familie im Herzen der Lüneburger Heide.
Wir registrieren in Alten- und Pflege­heimen und auch in anderen ­Segmenten eine höhere Nachfrage nach unserer Waschtechnik, die für hohe Hygieneanforderungen entwickelt wurde.
Bei kleinen Pflegeheim­ketten rückt das Thema Hygiene auch mit Blick auf die Bewohnerbindung immer mehr in den Fokus.
Unsere Hygiene­wäscherei ist eine Komplett­lösung.
WRP: Bei Electrolux Professional ist Hygiene ein Kernthema. Warum konzentriert sich das Unternehmen darauf?

Thomas Schauerte: Hygiene hat heute in der öffentlichen Wahrnehmung eine hohe Bedeutung. Sie rückt vor allem – aber nicht nur – in den Fokus, wenn wieder über Hygienemissstände berichtet wird, zum Beispiel in Krankenhäusern. Das Thema wird aber auch aufgrund von gesetzlichen Regularien, wie zum Beispiel RKI, BGR 500, DIN 15224 etc., immer wichtiger und die Gewerbeaufsichts- und Gesundheitsämter schauen genau auf die Einhaltung von Hygienevorschriften. Auch bei unseren Kunden hat sich das Bewusstsein für Hygiene immer weiter geschärft.

WRP: Zu den Kunden von Electrolux Professional Wäschereisysteme gehören unter anderem Alten- und Pflegeheime. Wie macht sich das wachsende Interesse für Hygiene hier bemerkbar?

Schauerte: Wir registrieren in diesem und auch in anderen Segmenten eine höhere Nachfrage nach unserer Waschtechnik, die für hohe Hygieneanforderungen entwickelt wurde. Bei vielen kleinen Pflegeheimketten rückt das Thema Hygiene auch mit Blick auf die Bewohnerbindung immer mehr in den Fokus. Gleichzeitig steigt in den Einrichtungen zum Beispiel die Nachfrage nach Prüfverfahren, die ein hygienisch einwandfreies Waschergebnis kontrollieren und dokumentieren.

WRP: War diese Entwicklung auch der Anlass für Electrolux Professional, die Hygienewäscherei zu entwickeln?

Schauerte: Diese Entwicklung spielte sicherlich eine maßgebliche Rolle. Unsere Hygienewäscherei ist eine Komplettlösung. Sie umfasst nicht nur die technische Seite, sondern dazu gehört weiter alles Know-how, damit hygienisch einwandfreie Prozesse innerhalb und außerhalb der Hygienewäscherei gewährleistet sind.

Wenn wir mit unseren Kunden detaillierter über die Hygienewäscherei sprechen, dann über einen Betrieb mit unreiner und reiner Seite. Eine Voraussetzung sind deshalb Barrierewaschmaschinen, außerdem die dazu passenden Trockner- und Mangelkapazitäten. Unser Sortiment an Barrierewaschmaschinen startet bei kleinen Eckladern mit 13 Kilogramm, geht weiter mit Durchlademaschinen mit 18 und 20 Kilogramm und hört auf bei den großen Pullmann-Maschinen mit Trommelteilung und 110 Kilogramm. Alle Maschinen sind mit speziellen Hygienewaschprogrammen ausgestattet. Das Angebot an Barrierewaschmaschinen ist so umfassend, dass für jede Anforderung die optimale Waschtechnik gefunden werden kann.

Wir reden bei einer Hygienewäscherei mit den Kunden auch über bauliche Aspekte: Wie muss der Betrieb mit Wagen- und Personenschleuse aussehen? Welcher Bodenbelag ist unter dem Blickwinkel Hygiene besonders sinnvoll? Weitere Themen betreffen den laufenden Betrieb in einer Hygienewäscherei, zum Beispiel bezüglich Logistik: Wie müssen die Prozesse innerhalb und außerhalb der Hygienewäscherei gestaltet sein, um ein hygienisch einwandfreies Ergebnis zu gewährleisten? Was ist zu tun, damit innerhalb des Betriebes keine Kreuzkontaminationen passieren? Werden die Bodenflächen und auch die Türgriffe vom Trockner regelmäßig desinfiziert?

Wir beraten unsere Kunden auch, wenn es um Testverfahren zur Kontrolle der Waschprozesse geht. Auf Wunsch prüfen und dokumentieren wir jährlich zusammen mit einem unabhängigen Institut die Waschergebnisse. Ergänzend protokollieren unsere Waschmaschinen jeden Waschprozess. So kann unter anderem rückblickend aufgezeigt werden, dass bei einer bestimmten Charge verschiedene Waschparameter wie zum Beispiel die Temperatur eingehalten wurden.
Wir schauen auch in den laufenden Betrieb einer Hygienewäscherei. Was kann man besser machen? Häufig passieren Dinge im Arbeitsalltag, die von Verantwortlichen und Mitarbeitern gar nicht mehr hinterfragt beziehungsweise wahrgenommen werden. Wenn beispielsweise von der unreinen auf die reine Seite gewechselt wird, darf man nicht den Kleider- und auch den Schuhwechsel sowie die Handdesinfektion vergessen.

Ich denke, wir als Waschtechnikhersteller müssen heute nicht nur gute Maschinen liefern, sondern wir müssen das ganze Thema Hygiene beherrschen. Das kann Electrolux Professional schon heute gut. Um uns weiter zu verstärken, haben wir genau für das Thema Hygiene einen neuen Vertriebsmitarbeiter eingestellt.

Aber wir wissen auch, dass wir zwar gut beraten können, aber ein erfolgreiches Hygienekonzept von den Mitarbeitern in der Hygienewäscherei gelebt werden muss. Deshalb versuchen wir auch hier, aufmerksam zu machen und Impulse zu setzen.

WRP: Welche Vorzüge betonen Sie bei der Hygienewäscherei?

Schauerte: In einer solchen Wäscherei als Inhouse-Lösung in einem Altenheim kann zum Beispiel die Bewohnerwäsche hygienisch sicher und mit einer hohen Qualität gepflegt werden. Es gibt keinen Wäscheschwund, die Bewohner sind zufrieden. So passt die Pflege der Bewohnerwäsche in der hauseigenen Hygienewäscherei auch gut ins Marketing der Einrichtung. Außerdem wird die Umwelt geschont, weil die Wäsche nicht über große Distanzen in die Wäscherei des externen Dienstleisters gefahren werden muss. Und die Wäschepflege im eigenen Haus gewährleistet auch eine hohe Wirtschaftlichkeit.

WRP: Wenn Hygiene heute ein wichtiges Thema in der Branche ist, welche weiteren Entwicklungen beobachten Sie im hiesigen Markt?

Schauerte: In meiner Wahrnehmung gibt es neben der Hygiene als weiteren Trend den Energie- und Ressourcenverbrauch beziehungsweise die Nachhaltigkeit. Viele Wäschereien sind hier schon sehr sensibel. Es gibt aber auch Betriebe, bei denen beim Thema Energie und Ressourcen noch Nachholbedarf besteht.

Unsere Kunden fragen immer häufiger nach der Effizienz unserer Technik und den Folgekosten. Wir haben unsere Waschmaschinen unter anderem mit Wiegesystemen ausgestattet. Diese sind bei den Frontladern integriert, bei den Barrierewaschmaschinen optional. Das Wiegesystem ist an einen Kontroller gekoppelt, der mit der Pumpensteuerung verbunden ist. Wenn also die Maschine nur halb voll beladen ist, dann wird nur für diese Menge Wasser und Chemie zugeführt. Das System hilft beim Kostensparen und ist gut für die Umwelt.

Nachhaltigkeit ist aber nicht nur Energie- und Ressourcenschonung, sondern dazu gehört auch der sorgfältige Umgang mit der Waschchemie. Das funktioniert am einfachsten und am sichersten mit einer Flüssigdosierung.

WRP: Wie ist Electrolux Professional Wäschereisysteme in Deutschland heute aufgestellt?

Schauerte: Electrolux hat in Deutschland drei Standorte: AEG Haushaltsgeräte in Nürnberg, der Bereich Großküche in Herborn und der Wäschereibereich in Tübingen. Unser Bereich zählt rund 30 Mitarbeiter. Dies bedeutet zwangsläufig eine schlanke Struktur und eine flache Hierarchie. Wir suchen durchaus den direkten Weg innerhalb dieser Struktur und ziehen was die Ziele betrifft, alle an einem Strang.

Bundesweit arbeiten wir mit einem Netz von 31 zertifizierten Servicepartnern zusammen, in Berlin mit zwei eigenen Servicetechnikern. Unsere Servicepartner sind selbstständige Unternehmen, aber mit Schwerpunkt auf Electrolux Professional Wäschereisysteme. Mit vielen Servicepartnern arbeiten wir seit Jahren, mit einigen seit mehr als 25 Jahren zusammen. Einige von ihnen sind auch im Energieanlagenbau etabliert. Das ist für uns sehr interessant, wenn es um Komplettlösungen geht. Beispielsweise wenn eine neue Wäscherei auf der grünen Wiese geplant wird oder eine Reinraumwäscherei erneuert werden soll. Dann ist die Energieversorgung eine zentrale Frage.

Unter unseren Servicepartnern gibt es auch so genannte Excellence-Partner. Diese von uns ausgezeichneten Firmen heben sich unter anderem durch ihre besondere Kompetenz aus. Im Rahmen unseres Excellence-Programms werden diese Partner regelmäßig speziell geschult, so dass Wissenstransfer auf die anderen Partner stattfinden kann.

Die Servicepartner werden von unseren Instruktoren aus Tübingen direkt unterstützt – zum Beispiel wenn bei einem Projekt eine Geschwindigkeit erforderlich ist, die nur gemeinsam erreicht werden kann oder wenn eine große Muldenmangel installiert werden muss. Die Instruktoren sind eng mit unseren Werken und den R&D-Abteilungen vernetzt, so dass auch hier die direkte Kommunikation und ein schneller Support gewährleistet sind.

Grundsätzlich sollen unsere Kunden das Gefühl haben, dass sie bei Electrolux Professional nicht nur gute Technik, sondern auch die bestmögliche Betreuung erhalten. Das gilt beispielsweise auch bei einem Neugeschäft, wenn es um ein vernünftiges kaufmännisches Konzept für die Finanzierung geht.

WRP: Electrolux Professional hat seit 2005 auch ein Nassreinigungssystem im Portfolio. Welche Bedeutung hat es heute im Markt?

Schauerte: Unser Nassreinigungssystem wurde seit der Einführung insgesamt gut angenommen. Es ist seitdem immer weiter entwickelt worden, im letzten Jahr ist mit Lagoon Advanced Care die neueste Version in den Markt gekommen. Unter anderem konnten die Programme weiter optimiert, die Mechanik deutlich reduziert und die Durchflutung der Wäsche verbessert werden. Das System ist sehr schnell, sogar ein 1-Stunden-Service ist wieder möglich.

Lagoon Advanced Care ist ein Gesamtsystem, das aus Waschmaschine und Trockner sowie speziellen Appretur- und Waschmitteln besteht. Das System ist skalierbar, lässt sich einfach bedienen und liefert eine sehr gute Qualität. Anzüge, Hochzeitskleider usw. werden bei niedriger Temperatur in der Maschine nass gereinigt, kommen dann in einen Trockner und anschließend fast knitterfrei dort wieder heraus. So ist der abschließende Finishaufwand minimal. Dies begründet auch die Geschwindigkeit von Lagoon Advanced Care. Dass die Textilien praktisch nicht knittern liegt an dem schonenden Waschgang. Die Wäsche muss keine Fallhöhe mehr überwinden, sie schaukelt im Waschwasser und wird kontinuierlich mit Wasser durchflutet.

Damit Lagoon Advanced Care immer ein optimales Ergebnis liefert, wird es als Paket vermarktet. Der Kunde investiert also nicht nur in das System, sondern auch in eine Beratungsleistung sowie die Wartung des Systems für einen gewissen Zeitraum.

Wir haben eine Textilreinigermeisterin angestellt, die sich auf dieses System spezialisiert hat und sich ausschließlich darum kümmert. Entscheidet sich ein Kunde für unser Nassreinigungssystem, ist sie immer in den gesamten Prozess involviert. Gibt es Fragen, liefert sie die Antworten und macht auch Hausbesuche für ein Training. Wir haben in diesem Jahr angefangen, Workshops für Lagoon Advanced Care zu veranstalten. Dann wird mit maximal zehn Teilnehmern geübt, um mit unserer Lösung ein bestmögliches Ergebnis zu erzielen. Im nächsten Jahr planen wir diese Workshops flächendeckend in Deutschland.

WRP: Wo wird Lagoon Advanced Care eingesetzt?

Schauerte: Überwiegend in der Textilreinigung. Der klassische Betrieb ist heute in vielen Fällen nicht mehr nur eine Ladenreinigung, sondern wäscht zum Beispiel auch für Hotels und Pflegeheime. Das ist ein ganz wichtiger Markt für unser Lagoon Advanced Care. Ein weiterer Einsatzbereich ist in Hotelwäschereien. Um zum Beispiel den Anzug eines Hotelgastes schnell reinigen zu können oder auch die Uniform des Hotelangestellten. Hier sehen wir ein großes Potential für unser Nassreinigungssystem.

WRP: Sehen Sie für die Zukunft, dass die Nassreinigung irgendwann die Trockenreinigung beziehungsweise Reinigung im Lösemittel in den Betrieben ersetzen wird?

Schauerte: Ich glaube, die Nassreinigung ist eine gute Ergänzung zur Trocken- beziehungsweise Lösemittelreinigung. Beide haben ihre Daseinsberechtigung in der Textilreinigung. Schon heute spielt die Nassreinigung eine große Rolle in den Betrieben und sie wird in Zukunft noch an Bedeutung gewinnen.

WRP: Sie sehen also weiteres Potential im deutschen Markt für die Nassreinigung?

Schauerte: Ganz bestimmt, hierzulande ist die Nass­reinigung noch nicht so richtig durchgestartet. In anderen Ländern war sie vom Start weg deutlich erfolgreicher und ist dort seit vielen Jahren etabliert. Wir registrieren aber, dass auch in Deutschland das Interesse durch das neue Lagoon Advanced Care deutlich zugenommen hat und wir viele neue Kunden gewonnen haben.

WRP: Welche Kunden beziehungsweise Märkte hat Electrolux Professional mit seinen Lösungen im Fokus? Gibt es Segmente, die aktuell besonders betont werden?

Schauerte: Für uns sind die Pflege- und Altenheime der Wachstumsmarkt Nummer 1. Aktuell gibt es circa 14.000 Pflegeheime in Deutschland, bis 2030 werden 25.000 Einrichtungen benötigt. Dieser Markt ist für uns so wichtig, weil wir hier mit unserer Kompetenz Hygienewäscherei hineingehen können.

Ein Großteil unseres Geschäftes ist das Facilitymanagement. Dieser Markt wächst weiter und ist auch deshalb interessant, weil in dieser Branche der Service ganz wichtig ist. Außerdem besitzen wir mit unserer Serie von Mopp-Maschinen ein Alleinstellungsmerkmal. Die Maschinen sind nicht nur mit speziellen Mopp-Programmen, sondern in den Trommeln mit Revisionsklappen ausgestattet. Das heißt, die Mopp-Maschinen sind sehr einfach zu reinigen.

Der Hotelmarkt in Deutschland ist aus unserer Sicht eher schwierig. Für die Hotelwäsche gibt es externe Dienstleister, viele Häuser verzichten auf eine eigene Wäscherei im Haus.

In den Textilreinigungen wollen wir weiter mit unserem Lagoon Advanced Care punkten. Diese Betriebe sind auch deshalb attraktiv für uns, weil in vielen Standard-Waschmaschinen stehen. Es kommen hier aber auch spezielle Maschinen zum Einsatz, um zum Beispiel Pferdedecken zu waschen.

Ein weiteres interessantes Geschäft sind on-premises laundrys wie sie zum Beispiel in Feuerwehrstationen eingerichtet sind. Studien zeigen, dass die Schutzkleidung der Feuerwehren nach jedem Einsatz und am besten in einer Hygienewaschmaschine gepflegt werden sollte. Ähnliches gilt für Atemschutzmasken. Electrolux Professional bietet für diese Aufgabe Waschmaschinen an, die mit speziellen Einsätzen ausgestattet werden können. Wir haben für diese Anforderung auch sogenannte PPE-Waschmaschinen auf der Basis von Spülmaschinen entwickelt und gebaut, die diese Masken schonend und hygienisch aufbereiten.

Natürlich wird die Schutzkleidung für Feuerwehren und Rettungssanitäter auch in der Textilreinigung oder in der Wäscherei bearbeitet – deshalb sind diese Betriebe für uns, wie schon erwähnt, genauso interessant. Auch in Behindertenwäschereien sind wir gut, haben in diesem Segment in Deutschland viele Kunden. Genauso fühlen wir uns in Mopp-Wäschereien zuhause.

WRP: Welche Vertriebskanäle nutzt Electrolux Professional für seine Produkte und Lösungen?

Schauerte: Wir haben den direkten Vertrieb über unsere eigenen Mitarbeiter, den indirekten Vertrieb über unsere Servicepartner und zunehmend haben wir auch mit dem Elektro-Groß- und -Einzelhandel zu tun. Über diesen Kanal werden unsere Smart Professionals vertrieben, mit denen Electrolux Professional vor etwa drei Jahren in den Markt gegangen ist. Diese Waschmaschinen sind für den gewerblichen Einsatz entwickelt und von der Laufzeit mit Blick auf den Lebenszyklus zwischen Haushalts- und Profimaschine angesiedelt. Das Einsatzgebiet der Smart Professionals ist unter anderem in Hotels und Pensionen, bei Frisören, in Kindergärten, in kleineren Pflegeheimen und Einrichtungen für betreutes Wohnen. Sie sind für diese Anforderungen gemacht, haben eine hohe Qualität und Waschleistung, sind langlebig und bieten natürlich spezielle Hygiene- oder Mopp-Waschprogramme.

Wenn der Elektro-Groß- und Einzelhandel diese Maschinen auch in Alten- und Pflegeheime liefert, werden uns über diesen Kanal weitere Türen geöffnet. Schließlich möchten wir mit diesen Kunden über unsere Hygienewäscherei reden. Es gibt noch immer Alten- und Pflegeheime, die beim Namen Electrolux zwar an Staubsauger denken, aber nicht an professionelle Wäschereilösungen.

WRP: Electrolux Professional gehört national und international zu den führenden Herstellern für Wäschereimaschinentechnik. Wie hat sich das Unternehmen in den letzten Jahren international und in Deutschland entwickelt?

Schauerte: Electrolux Professional gliedert sich in zwei Bereiche: Großküche und Wäscherei. Die Wäschereilösungen sind den Umsatz betreffend der etwas kleinere Bereich. Er wächst aber in der internationalen Betrachtung gut.

Wir bezeichnen uns weltweit als Nummer 1 im Wäschereibereich, haben aber gewisse Schwerpunkte. Stark gewachsen ist in den letzten Jahren der amerikanische Markt, speziell im Münzwaschbereich. Mit seiner Wäschereisparte ist Electrolux Professional traditionell auch sehr stark in England, Frankreich und in Japan. Das gilt besonders für die Hygienewäschereien.

Im Kernland der Marke in Skandinavien erreicht Electrolux Professional mit seinen Wäschereilösungen einen Marktanteil von über 50 Prozent. In China entwickelt sich das Krankenhausgeschäft sehr gut.

Der deutsche Markt ist für das Unternehmen eine wichtige Größe. Wir freuen uns, dass wir hierzulande in den letzten Jahren immer zweistellig gewachsen sind, besonders stark seit 2014.

WRP: Wo will Electrolux Professional mit seiner Wäschereitechniksparte in zehn Jahren in Deutschland stehen?

Schauerte: Natürlich wollen wir weiter wachsen. Dabei ist uns zunächst wichtig: Wir wollen uns in Richtung unserer Kunden weiter so aufstellen und verbessern, dass wir damit die Basis für weiteres Wachstum schaffen. Wenn die Rahmenbedingungen passen, dann kann Wachstum stattfinden. Wir haben gute Produkte und Lösungen sowie ein kompetentes Team für Beratung und Service. Ich denke, dass wir gut aufgestellt sind.

Ein Beleg dafür ist, dass wir jedes Jahr viele neue Kunden gewinnen und nur wenige verlieren. Das bedeutet letztlich auch, besser zu sein als der Wettbewerb. Und das ist in Deutschland eine besondere Herausforderung, weil es hierzulande eine starke Konkurrenz gibt.

Geschäftlich zu wachsen heißt auch, beim Personal zuzulegen. Deshalb müssen wir als Unternehmen uns weiter so aufstellen, dass es attraktiv ist, bei Electrolux Professional zu arbeiten.

Unsere Kunden sind zufrieden. Laut einer Umfrage sind über 80 Prozent unserer Kunden sehr zufrieden mit uns, 10 Prozent sind zufrieden und wenige Prozent monieren, dass es nicht immer so klappt, wie es sein sollte. Diese wenigen Prozentpunkte wollen wir auch noch nachhaltig überzeugen. Was ein bisschen fehlt: Die Marke Electrolux Professional muss noch bekannter werden. Auch daran wollen wir in den nächsten Jahren arbeiten.

Interview aus WRP 10-2017