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Zöllner

„Unsere Kunden wollen das Thema Hygiene im Griff haben“

Ein funktionierendes Hygienemanagement ist heute für jeden Textilpflegebetrieb von großer Wichtigkeit. Bei dieser Aufgabe hilft die Firma Zöllner aus Altheim mit einem Komplettangebot aus Services und Produkten. „Unser Anliegen ist, dass unsere Kunden das Thema Hygiene jeden Tag im Blick haben und präventiv agieren – damit ein massives Hygieneproblem erst gar nicht auftreten kann“, sagt Jennifer Stevens von Zöllner. Wir trafen uns mit ihr und Marion Stevens sowie Andrea Rechtsteiner zum Interview des Monats. Das Zöllner-Team hat sich personell verstärkt und ist jetzt bundesweit unterwegs.

Marion Stevens
Marion Stevens ist Geschäftsführerin bei der Firma Zöllner. Sie ist ausgebildete Industriekauffrau und seit 2007 im Unternehmen.
Jannifer Stevens
Jennifer Stevens ist Vertriebsleiterin bei der Firma Zöllner. Sie ist seit 2012 im Unternehmen. Jennifer Stevens ist ausgebildete Industriekauffrau, staatlich anerkannter Desinfektor und Fachberaterin für das wfk-Siegel für Textilhygiene.
Andrea Rechtsteiner
Andrea Rechtsteiner ist seit Mitte des Jahres bei Zöllner. Die Textilingenieurin und Bekleidungsschneiderin ist für den Vertrieb und die Services der Firma im westlichen und nördlichen Deutschland zuständig. Andrea Rechtsteiner ist seit 20 Jahren im Textilservice tätig. Von 2000 bis 2015 hatte sie bei Larosé die Bereichsleitung für das Textilmanagement und die Leitung von Einkauf und Produktmanagement inne. Seit Jahresbeginn ist sie mit ihrem Beratungs- und Dienstleistungsunternehmen „Rechtsteiner“ von Köln aus tätig.
Ein Hygienekonzept funktioniert nur, wenn das Personal entsprechend geschult wird.
Der Druck wird weiter wachsen, Hygiene als solches zu auditieren, zu kontrollieren und zu verbessern.
Wir bringen die Bereiche Betriebs-, Personal- und Flächenhygiene zusammen.
WRP:Seit Jahren ist die Hygiene in der Wäscherei ein bedeutendes Thema, das unter anderem auch bei den letzten Jahrestagungen der Gütegemeinschaft sachgemäße Wäschepflege immer wieder in den Fokus rückte. Wie sind ihre Erfahrungen aus der Praxis?

Jennifer Stevens: Die Wäschereien stehen heute unter einem hohen Preis- und Wettbewerbsdruck. Sie müssen sparen – beim Ressourceneinsatz, beim Wasser und auch beim Personal. Die betrieblichen Prozesse sind eng getaktet, es herrscht ein hoher Zeitdruck. Aber jedes System – das gilt auch für eine Wäscherei – hat Grenzen. Unter diesen Rahmenbedingungen kann es in diesem System zu Problemen kommen, unter anderem bei der Hygiene. Oftmals werden hier Mängel erst dann registriert, wenn sie akut und folgenschwer sind. Wenn zum Beispiel eine Verkeimung in der Wäscherei festgestellt wird.

Andrea Rechtsteiner: Hygiene ist ein Thema in der Branche, über das man nicht gerne kommuniziert, zumindest nicht offen. Der Maschinenhersteller Martin Kannegiesser hat während der letzten Verleihung des WRP Star in Frankfurt unter anderem festgestellt, dass die Hygiene in den Wäschereien in Zukunft weiter an Bedeutung gewinnen wird. Aus meiner Perspektive nehmen die Betriebe die Hygiene schon heute wahr und auch ernst. Sie bekommt aber nicht immer die elementare Rolle zugewiesen, die sie spielen sollte.

WRP:Warum ist Hygiene heute ein wichtigeres Thema als noch vor 20 Jahren?

Andrea Rechtsteiner: Seit Ende der 1990er Jahre wächst der Druck auf den Textilservice beziehungsweise auf die Wäschereien, hygienischer und damit qualitativ hochwertiger zu handeln. Zum einen sind die Kundenanforderungen aus dem Lebensmittelbereich, aus den Krankenhäusern etc. gestiegen. Zum anderen kommt der Druck aus den innerbetrieblichen Prozessen: Um dort zu optimieren und vor allem, um hier mangelnde Hygiene zu unterbinden. Der Textilservice hat über verschiedene Institute – die Gütegemeinschaft sachgemäße Wäschepflege mit dem RAL-System, die wfk mit dem RABC-System oder parallel mit dem HACCP-Konzept – Zertifizierungen eingeführt, nach denen Hygiene bewertet und der Status verbessert werden kann. An diesen Anforderungen orientieren sich heute die Maßnahmen, die die Unternehmen im Textilservice zum Thema Hygiene durchführen. In den nächsten Jahren wird der Druck in den Wäschereien weiter anwachsen, Hygiene als solches zu auditieren, zu kontrollieren und zu verbessern.

Marion Stevens: Über die Jahre ist das Bewusstsein für Hygiene stetig angestiegen. Es ist aber nicht immer gleich präsent. Was den Hygienegedanken auch im Textilservice immer wieder anschiebt, sind die Katastrophen dieser Welt: BSE, SARS, Vogelgrippe, multiresistente Keime in den Krankenhäusern usw. Dann rückt das Thema Hygiene wieder in den absoluten Fokus des Textilservice, weil er sich in diesen Situationen keine Fehler in den eigenen Prozessen leisten kann.

WRP:Die Firma Zöllner definiert sich als ein Dienstleister, der seinen Kunden sozusagen ein Gesamtpaket Hygiene schnürt. Welche Angebote gehören dazu?

Jennifer Stevens: Wir beschäftigen uns mit dem wichtigen Thema der Alltagshygiene in den Wäschereien und bringen die Bereiche Betriebs-, Personal- und Flächenhygiene zusammen. Wir sorgen dafür, dass in den Betrieben der durch Gütezeichen und andere Zertifikate vorgegebene Hygienestandard jeder Zeit gewährleistet ist und keine Hygienelücken entstehen.

Wir führen Hygieneberatungen und -schulungen vor Ort durch. Für unsere Kunden erstellen wir Hygienepläne für den Betrieb sowie für die Waschstraßen und Waschschleudermaschinen zur Vorbeugung von Verkeimung und richten ein maßgeschneidertes innerbetriebliches Hygienemonitoring ein. Wir helfen unserem Kunden bei den Vorbereitungen, wenn er ein Hygienezertifikat anstrebt. Wir begleiten ihn auf diesem Weg bis zur Prüfung beziehungsweise Auditierung. Und natürlich sind wir auch zur Stelle, wenn eine Wäscherei ein akutes Hygieneproblem hat.

Komplettiert werden diese Serviceleistungen durch unser Produktportfolio, das unter anderem Lösungen für die Hände- und Flächendesinfektion sowie Personalhygiene bereithält. Unsere Intention ist, dass unsere Kunden das Thema Hygiene jeden Tag im Blick haben und präventiv agieren – damit ein massives Hygieneproblem erst gar nicht auftreten kann.

Marion Stevens: Wir helfen die Keimbelastung in der Wäscherei auf ein Minimum zu reduzieren, so dass die Wäsche bedenkenlos an den Kunden ausgeliefert werden kann. Für Hygieniker startet dieser Prozess bereits bei der Entladung der unreinen Textilien und endet, wenn die Wäscherei die saubere Ware wieder ausliefert. In diesem ganzen Prozess ist der Betrieb mit seinen Mitarbeitern für die Hygiene verantwortlich. Um ein hygienisch einwandfreies Ergebnis zu erzielen, muss die Hygienekette eingehalten, müssen die Desinfektionspläne im Betrieb durchgeführt werden. Dazu liefern wir ein auf jeden Betrieb angepasstes Konzept sowie die dafür notwendigen Produkte. Wir können auch ein bestehendes Hygienekonzept so optimieren, dass das Hygieneziel mit einem geringeren Aufwand als vorher erreicht werden kann.

WRP:Um dieses Paket bundesweit anbieten zu können, wurde das Zöllner-Team jüngst um eine weitere Spezialistin erweitert......

Marion Stevens: Das ist korrekt. Wir freuen uns, dass wir Andrea Rechtsteiner für unsere Mannschaft gewinnen konnten. Andrea Rechtsteiner ist seit 20 Jahren im Textilservice tätig, besitzt in dieser Branche eine große Expertise. Sie ist für den Zöllner-Vertrieb und die -Services im westlichen und nördlichen Deutschland zuständig. Das Zöllner-Team in Altheim kümmert sich nach wie vor um den Süden und Osten der Republik sowie um den schon bestehenden Kundenbestand der Firma.

WRP:Für ein einwandfreies Hygieneergebnis ist die richtige Desinfektion entscheidend. Die Firma Zöllner setzt hier sowohl auf Chemie als auch UV-C-Technik. Wann kommt welche Lösung zum Einsatz?
Marion Stevens: Die UV-C-Technik gewährleistet eine kontinuierliche Desinfektion. Sie kann auch an unzugänglichen Stellen angebracht werden, an denen man mit Chemie nur sehr schlecht heran kommt. Im Bereich Personalhygiene kommt dagegen nur Chemie zur Anwendung. Daher legen wir gemeinsam mit dem Kunden fest, welche Art der Desinfektion wo zum Einsatz kommt.

Aber die UV-C-Technik hat gegenüber der Chemie den großen Vorteil, dass sie im laufenden Prozess eingesetzt werden kann. Mit dieser Technik lässt sich zum Beispiel ein Transportband in der Produktion 24 Stunden am Tag an sieben Tagen in der Woche kontinuierlich desinfizieren. Sie liefert ein absolut sicheres Ergebnis ohne Personalaufwand.

WRP:Bitte erläutern sie uns kurz, wie diese UV-C-Technik in der Praxis wirkt.

Jennifer Stevens: UV-C-Technik setzt auf ultraviolette Strahlung bei einer Wellenlänge von 254 nm und hat somit eine Mikroorganismus tötende beziehungsweise das Wachstum hemmende Wirkung. Im Prinzip verpasst die Strahlung den Mikro-
organismen einen Sonnenbrand, von dem sie sich nicht erholen. UV-C-Technik kann zur Desinfektion von Oberflächen, Wasser und Luft eingesetzt werden.

Diese Technik ist auf der einen Seite relativ einfach, der Kniff steckt aber im Detail. Es gibt viele Einflussgrößen, die beherrscht werden müssen, um damit ein optimales Ergebnis zu erzielen. Um den gewünschten Effekt bei Mikroorganismen zu erreichen, ist die Intensität der Einstrahlung in Relation zur Zeit, also die Strahlungsdosis, elementar. Damit ist es eine Strahlungsquelle beziehungsweise ein System, das einen erheblichen UV-Eintrag zum Beispiel auf eine Oberfläche erwirkt. Also muss bei der Anwendung der Personenschutz berücksichtigt werden. Das heißt, man muss sehr genau schauen, wo man ein solches System installiert und entsprechende Schutzvorkehrungen treffen.

WRP:Gibt es in den Wäschereien Bereiche, die aus ihrer Erfahrung als besonders hygienekritisch gelten?

Jennifer Stevens: Hier sind keine pauschalen Aussagen möglich. Deshalb sind für uns die Betriebsbegehungen so wichtig, um besonders die hygienesensiblen Bereiche zu identifizieren und zu bewerten. Man kann aber schon feststellen, dass zu den kritischen Bereichen dauerfeuchte Kontaktflächen wie im Pressen- und Schleuderbereich der Waschstraßen gehören. Weiter alle Bereiche, in denen keine manuelle Flächendesinfektion möglich ist. Zum Beispiel unzugängliche oder sich bewegende Bereiche, mit denen die Wäsche ständig in Kontakt kommt. Besonders hygienesensibel sind auch die LKW-Ladeflächen.

Wenn es in den Wäschereien Probleme gibt, liegt die Ursache häufig in einer mangelnden Oberflächenhygiene. Manchmal gibt es Schwierigkeiten mit aeroben Sporen, deren Herd nicht eindeutig lokalisiert werden kann.

WRP:Wann wird ein Hygieneproblem erkannt? Gibt es Eigenkontrollen der Betriebe, werden Defizite bei den Betriebsbegehungen aufgedeckt?

Jennifer Stevens: Das ist unterschiedlich. Beispielsweise sehen die Vorgaben für das wfk-Siegel für Textilhygiene unter anderem vor, dass die Wäscherei vierteljährlich insgesamt 20 Abklatschproben nehmen und prüfen lassen muss. Im Rahmen dieser Eigenkontrollen können die Betriebe feststellen, ob es Probleme gibt. Wenn das der Fall ist, muss natürlich etwas unternommen werden. Das verlangt auch das RABC-System, auf dem das wfk-Siegel basiert, wenn bestimmte Grenzwerte überschritten werden.

Wenn das nicht passiert – aus welchen Gründen auch immer – werden Hygienemängel spätestens bei den Betriebsbegehungen für die Zertifizierungen offensichtlich. Dann werden auch Abklatsche an den Händen der Mitarbeiter und in den Sanitärräumen durchgeführt.

WRP:Was kann die Wäscherei selbst unternehmen, um zu prüfen, dass ihre Prozesse und damit ihre Produkte unter dem Aspekt Hygiene unbedenklich sind?

Jennifer Stevens: Grundsätzlich begrüßen wir es, wenn eine Wäscherei hier eigenverantwortlich arbeitet. Denn je früher ein Problem erkannt wird, desto schneller können Gegenmaßnahmen eingeleitet werden.

In unserem Sortiment bieten wir dazu verschiedene Lösungen an. Unsere Compact Dry-Methode ist ein einfaches und schnelles Werkzeug, um selbstständig Mikroorganismen bestimmen und quantifizieren zu können. Das Abstrichverfahren liefert innerhalb von zwei Tagen ein verlässliches Ergebnis.

Ein weiteres Werkzeug ist der Lumitester. Er liefert eine Übersicht über den aktuellen Hygienestatus im Betrieb innerhalb von zehn Sekunden.

Andrea Rechtsteiner: Außerdem gibt es in unserem Angebot ein Komplettset zum Messen, Prüfen und Dokumentieren von wichtigen Wäschereiparametern. Damit kann der Verantwortliche in der Wäscherei den ph-Wert, die Leitfähigkeit und den Aktivsauerstoffgehalt messen. Mit dem Komplettset beherrscht man seine Prozesse, erhält jederzeit valide Prozessdaten, die dokumentiert und gespeichert werden. Dies garantiert eine sichere Qualität und bildet zudem eine wichtige Grundlage für jedes Audit.
In vielen Betrieben wird der Waschprozess vom Waschmitteltechniker des Chemielieferanten überwacht. Dieser kommt in der Regel alle vier bis sechs Wochen in die Wäscherei und misst die entsprechenden Parameter. Manchmal stellt er erst dann fest, dass der Waschprozess gar nicht mehr desinfizierend ist. Wir denken deshalb, dass der Wäscher in Eigenverantwortung immer wissen sollte, wo er mit seinem Prozess steht.

Ein sicherer Waschprozess setzt voraus, dass Temperatur, Dampfdruck, die Dosierung der Chemie etc. immer dem Verfahren entsprechen. Wenn einer dieser Parameter nicht mehr passt, dann verändert sich der Prozess. Wenn man ihn täglich prüft, hat man eine Kontrolle – und kann sofort Gegenmaßnahmen einleiten.

Dank der permanenten Dokumentation kann man immer nachweisen, dass die Prozesse stets richtig funktionieren. Man ist sozusagen auf der sicheren Seite. Das gilt sowohl intern als auch extern, wenn es Reklamationen von Kundenseite gibt.

Jennifer Stevens: Oft werden Probleme im Waschprozess erst dann offensichtlich, wenn es Verfärbungen auf der Wäsche gibt, sie verfleckt ist, wenn sie riecht oder Kunden über Hautirritationen klagen. Wenn eine Wäscherei Probleme mit der Qualität der Ware hat, kann sie mit unserem Komplettset zunächst einmal selbst überprüfen, ob alle Faktoren passen. Wenn das der Fall ist, ist vielleicht schon mit einem Telefongespräch mit dem Waschmittellieferanten das Problem aus der Welt zu schaffen. Und die Wäsche kann sofort wieder mit dem gewünschten Qualitätsstandard ausgeliefert werden. Ein solches Verfahren der eigenverantwortlichen Waschprozessüberwachung trägt somit auch viel zur Qualität der Ware bei.

WRP:Auf welche Schwierigkeiten stoßen sie in den Wäschereien, wenn es um das Thema Hygiene geht?

Jennifer Stevens: Für uns sind die größten Hürden der Zeitdruck in den Betrieben sowie die Sensibilisierung der Mitarbeiter für das Thema Hygiene. Deshalb sind für uns die Schulungen so wichtig, die wir vor Ort bei unseren Kunden durchführen.

WRP:Was steht in den Schulungen im Vordergrund?

Jennifer Stevens: Wichtig ist zunächst, dass die Schulungen für alle Mitarbeiter in der Wäscherei durchgeführt werden. Es geht darum, sie für das Thema Hygiene zu sensibilisieren: Warum muss man seine Hände desinfizieren? Warum ist die Flächendesinfektion so wichtig? Macht man es für den Schutz der Fläche, für den Eigenschutz oder für die Qualität der Ware? Neben der Aufklärungsarbeit steht natürlich die Praxis auf dem Programm. Zum Beispiel, wie man Händedesinfektion und Flächendesinfektion richtig ausführt.
WRP:Hier kommt natürlich wieder der Zeitdruck in den Betrieben ins Spiel....

Jennifer Stevens: Richtig. Ein Hygienekonzept funktioniert nur, wenn das Personal entsprechend geschult wird. Und das nicht nur einmal, sondern stetig, mindestens einmal im Jahr. So wird gelernt und eingeübt, wie man Verfahren und Produkte optimal einsetzt. Und so wird auch der Zeitaufwand für Hygienemaßnahmen minimiert.

Wenn eine Wäscherei nicht nur bekundet, ein Hygienebetrieb zu sein, sondern sie lebt, dann spielt sich das Personal auch ganz anders auf dieses Thema ein. Über Flächen-, Hände-, aber auch Container- und Waschtechnikdesinfektion wird nicht mehr nachgedacht. Sie sind Routine im Alltag, werden Teil der Prozesse. Die verschiedenen Hygienemaßnahmen, die in den Prozessen integriert sind, führen auch dazu, dass man nicht irgendwann einen enormen Aufwand betreiben muss, weil eine Sanierung notwendig ist. Und vielleicht in der Konsequenz deshalb auch Kunden verloren werden.

WRP:Eine solche Sanierung innerhalb des Betriebes ist meistens angezeigt, wenn die Wäscherei mit Sporen verkeimt ist.

Jennifer Stevens: In Wäschereien können Bakterien vorkommen, die auch unter lebensfeindlichen Bedingungen Sporen bilden. Sie sind außerordentlich widerstandsfähig gegen Hitze, Kälte und Austrocknung und werden deshalb nicht immer sicher abgetötet. In Folge können sich Sporen in allen wasserführenden Systemen ansammeln. Das schlimme Resultat ist schließlich eine systemische bakterielle Kontamination des gesamten Waschprozesses.

WRP:Wie wird eine Wäscherei saniert?

Jennifer Stevens: Das passiert im laufenden Betrieb. Zunächst muss die Ursache, der Herd, lokalisiert werden. Dann müssen passende Maßnahmen ergriffen werden, zum Beispiel setzen wir in diesem Fall ein spezielles Sporizid ein. Mit zeitnahen Abklatschproben überprüfen wir anschließend, ob die eingeleiteten Maßnahmen greifen. Wir raten unseren Kunden, ihre internen Prozesskontrollen sehr genau zu beachten. Die regelmäßige Kontrolle des Hygienestatus innerhalb der Wäscherei ist das beste Werkzeug, um einen solchen Worstcase auszuschließen. Gerne arbeiten wir in diesem Bereich auch mit unserer UV-C-Technik.

WRP:Die Firma Zöllner wurde 2007 gegründet. Sie ist noch relativ jung im Markt. Wie beurteilen sie die bisherige Entwicklung? Welche Pläne hat das Unternehmen in naher Zukunft?

Marion Stevens: Wir verzeichnen seit Firmengründung jedes Jahr zweistellige Zuwachsraten. Deshalb sind wir mehr als zufrieden. Weil wir das Thema Hygiene ganzheitlich betrachten, haben wir in diesem Markt eine Sonderstellung. Wir arbeiten mit namhaften Partnern zusammen und stimmen uns sehr eng mit allen Forschungsinstituten ab. Unsere Kunden schätzen unseren Service und unsere Kompetenz. Wir sind ausschließlich im Bereich Wäscherei beziehungsweise Textilpflege tätig und können uns somit explizit auf diesen Markt spezialisieren.

Unsere Pläne für die nächsten Jahre sind klar definiert: Wir werden uns personell weiter verstärken, aber uns auch in Zukunft als ein Nischenanbieter verstehen, der sich mit seinem Service und Angeboten im Bereich Hygiene klar vom Wettbewerb, vornehmlich dem klassischen Fachhandel, differenziert.

Interview aus WRP 12-2016