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Hummitzsch-Wäschereitechnik

„Das Gesamtpaket passt einfach sehr gut"

Eine verlässliche Dienstleistung erfordert verlässliche Maschinentechnik. Die Wäscherei der Sozial-Arbeiten-Wohnen Borna gGmbH setzt auf Waschmaschinen und Trockner von Schult-hess Maschinen. „Hier wird Waschtechnik benötigt, die einfach und sicher zu bedienen ist, eine hohe Verfügbarkeit garantiert sowie nachhaltig ist“, erläutern Dagmar und Dietmar Hummitzsch von Hummitzsch-Wäschereitechnik. Sie haben die Wäscherei geplant und ausgestattet. Wir trafen sie zusammen mit dem Produktionsleiter der Werkstatt Rainer Teichmann und Daniel Kolland von Schulthess Maschinen in der Wäscherei zum Interview des Monats.

Dietmar Hummitsch
Dietmar Hummitzsch absolvierte ein Fachschulstudium Elektrotechnik. Nach dem Abschluss als Diplom-Ingenieur (FH) war er als Realisierungsingenieur im Bereich Wäscherei tätig. Seit 1999 arbeitet Hummitzsch mit der Schulthess Maschinen AG zusammen. 
Dagmar Hummitzsch
Dagmar Hummitzsch studierte Maschinenbau an der Technischen Hochschule Karl-Marx-Stadt (heute TU Chemnitz). Nach dem Abschluss als Diplom-Ingenieurin arbeitete sie als Projektingenieur Softwareentwicklung für Textilanlagen. Dagmar Hummitzsch ist Inhaber der Hummitzsch-Wäschereitechnik in Chemnitz. Die Firma wurde 1994 gegründet.
Daniel Kolland
Daniel Kolland ist als Export Manager seit August 2014 bei Schulthess Maschinen. Er hat eine technische und kommerzielle Ausbildung und ist seit mehr als 25 Jahren weltweit im Vertrieb für verschiedene Schweizer Industrieunternehmen tätig. Bei Schulthess Maschinen kümmert sich Daniel Kolland vor allem um die Betreuung und die Unterstützung der Vertriebspartner sowie den Ausbau des Vertriebsnetzes.
Rainer Teichmann
Rainer Teichmann ist seit 2011 Produktionsleiter in der Werkstatt für behinderte Menschen in Borna. Nach der Ausbildung als Dieselmotorenschlosser studierte Teichmann Maschinenbau mit Fachrichtung Technologie Metallverarbeitung mit Abschluss als Diplom-Ingenieur. Danach arbeitete er unter anderem als Projektleiter in Metall- und Stahlbauunternehmen und ab 2002 als Arbeitsvorbereiter in der Werkstatt für behinderte Menschen in Borna.
Die leichte und übersichtliche Bedienung der Maschinen ist von großer Bedeutung.
Die Firma Hummitzsch besitzt über viele Jahre Erfahrung in dieser Branche.
Mir hat schon damals die Marke Schult-hess sehr gut gefallen, noch immer bin ich von der Qualität der Maschinen überzeugt.
WRP:Wir sitzen hier in der Wäscherei der Einrichtung Sozial-Arbeiten-Wohnen Borna. Seit wann gibt es diesen Wäschereibetrieb und warum wurde er gegründet?

Rainer Teichmann: Die Wäscherei wurde 1997 gegründet. Sie ist eine anerkannte Werkstatt in Trägerschaft von Sozial-Arbeiten-Wohnen Borna gGmbH und dient der beruflichen Rehabilitation von Menschen mit Beeinträchtigungen. Bei uns steht die Beschäftigung in sozialen Strukturen im Fokus.

Die Wäscherei war zum Start im kleineren Maßstab geplant für die Pflege der Wäsche aus unserem Wohnheim und von Privatkunden. Nach und nach stieg die externe Nachfrage nach unserer Dienstleistung. Mit dem größer werdenden Wäschevolumen waren die räumlichen Bedingungen in der Wäscherei nicht mehr optimal. Wir sind deshalb im Jahr 2011 in diesen Neubau umgezogen. Die Wäscherei bietet jetzt nicht nur mehr Platz, sondern hat auch eine höhere Kapazität. Unter fachgerechter Anleitung können unsere Mitarbeiter einen umfangreichen Pflegeservice zur schonenden Wäschebehandlung anbieten.

Heute versorgen wir mit unserer Dienstleistung nicht nur unser Wohnheim und Privatkunden, sondern auch Gaststätten und Pensionen, Firmen sowie Sportvereine. Die Tagesleistung der Wäscherei beträgt rund 150 Kilogramm. Eine industrielle Großwäscherei wird das sicherlich als kleines Volumen betrachten. Man sollte berücksichtigen, dass wir eine Werkstatt für Menschen mit Beeinträchtigungen sind. Das Pensum muss auf ihre Möglichkeiten abgestimmt sein.
WRP:Die Wäscherei wurde von Hummitzsch-Wäschereitechnik geplant und mit Waschschleudermaschinen und Trocknern von Schulthess Maschinen ausgestattet.

Sicherlich ist eine wichtige Anforderung in einem solchen Betrieb, in dem Menschen mit Beeinträchtigungen arbeiten, eine einfache und sichere Bedienbarkeit der Ausstattung.

Dagmar Hummitzsch: Das ist richtig. Die leichte und übersichtliche Bedienung der Maschinen ist von großer Bedeutung. Programmpakete auf den Schulthess Maschinen für verschiedene Anwendungsbereiche wie beispielsweise für Gastronomie, Altenheime oder Gebäudereiniger erleichtern die tägliche Arbeit mit der Technik.

Weitere Anforderungen in einer solchen Einrichtung sind neben der klaren Strukturierung des Ablaufs mehr Platz für Lege- und Sortierarbeitsplätze im Finishbereich aufgrund der höheren Mitarbeiterzahl. Das geht weiter mit den Wäschewagen, die einen Federboden besitzen und exakt unter die Trommelöffnungen der Waschmaschinen und Trockner passen. So muss die Wäsche von den Mitarbeitern nicht gehoben werden. Man muss bedenken, dass 15 Kilogramm Wäsche nass rund 25 Kilogramm wiegen. Die müssen von den Menschen mit Beeinträchtigungen bewegt werden. Alle Maschinen haben eine optimale Höhe für ergonomisches Arbeiten. Für eine Kleinmaschine ließen wir einen speziellen Sockel anfertigen, um dies zu gewährleisten.

Daniel Kolland: Das ist ein gutes Beispiel für das Dienstleistungsangebot der Firma Hummitzsch. Wenn es nichts passendes aus unserem Standardsortiment gibt, dann wird eine individuelle Lösung erarbeitet. Wenn die optimalen Arbeitsabläufe berücksichtigt werden, spart man nicht nur Zeit und Energie. Dies ist auch förderlich für die Gesundheit und die Motivation der Mitarbeiter.

Rainer Teichmann: Um den Umgang mit der Technik weiter zu vereinfachen und auch die Qualität zu erhöhen, investierten wir vor rund zwei Jahren in eine Dosieranlage. Früher musste die Gruppenleiterin in der Wäscherei immer aufpassen, wenn unsere Mitarbeiter manuell dosierten. An einem Tag wurde mal mehr, am nächsten Tag weniger Waschmittel eingesetzt. Jetzt müssen unsere Mitarbeiter an der Waschmaschine nur noch die Nummer mit dem passenden Programm aufrufen. Die Dosierung läuft automatisch und führt zu einem optimalen Einsatz der Waschmittel.

Dietmar Hummitzsch: Es dauert manchmal ein bisschen, eine Flüssigdosieranlage so einzustellen, bis alles ohne Probleme arbeitet. In der Großwäscherei erledigt das der Verfahrenstechniker. In einer kleinen Wäscherei kümmert sich der Kunde zusammen mit seinem Dienstleister darum.

WRP:Gibt es weitere Anforderungen der Wäscherei an die Maschinentechnik?

Dietmar Hummitzsch: Die Wäscherei pflegt ein sehr unterschiedliches Textilsortiment, das sich auch immer mal verändert. Ein Vorteil der Schulthess Maschinen ist die Flexibilität. Ein Beispiel: Wenn die Wäscherei morgen einen Gebäudereiniger als Kunden gewinnen würde, kann man auf den Maschinen ganz einfach das Programmpaket Gebäudereiniger integrieren. Dieses und weitere Pakete werden ab Werk mitgeliefert. Sie müssen nur konfiguriert werden. Das heißt, das Programmpaket wird einfach einer Programmtaste zugeordnet.

WRP:Seit wann arbeitet die Wäscherei mit der Firma Hummitzsch-Wäschereitechnik und Schulthess Maschinen zusammen?

Rainer Teichmann: Die erste Maschine von Schulthess war eine 5-Kilogramm-Maschine. Sie wurde 2005 angeschafft und läuft auch heute ohne Probleme. Dies passt sehr gut zu unserer Philosophie. Wir setzen auf Nachhaltigkeit. Sicherlich kann man Waschtechnik auch preiswerter bekommen. Aber was nützt das, wenn die Verfügbarkeit sowie die Einsatzzeit der Technik nicht genügend sind.

Aus diesem Grund hatten wir uns entschlossen, mit dem Umzug der Wäscherei an den neuen Standort in 2011 weitere Waschmaschinen und Trockner von Schulthess aufzustellen und damit unsere Kapazitäten weiter auszubauen. Bis heute sind wir damit sehr zufrieden. Genauso wie mit dem Service, den die Firma Hummitzsch bietet. Dieses Gesamtpaket passt einfach sehr gut.
WRP:Welche Bedeutung hat dieser Service für die Wäscherei?

Rainer Teichmann: Er ist sehr wichtig. Zum Beispiel als schnelle Hilfe, wenn es ein technisches Problem gibt. Auch wenn sich Schwierigkeiten mit den Maschinen andeuten oder eine Programmierung nicht richtig funktioniert – ein Anruf bei der Firma Hummitzsch genügt.

Daniel Kolland: Die Kompetenz unserer Händler in Deutschland wie zum Beispiel die von Herr und Frau Hummitzsch erschöpft sich natürlich nicht darin, eine Maschine aus dem Schulthess-Katalog auszuwählen und für den Transport zum Kunden zu sorgen. Sondern es beginnt schon sehr viel früher mit der Beratung und der Planung: Welche Maschine ist optimal für die Anforderungen des Kunden, welche Verfahren und welches Zubehör sind notwendig, passt die favorisierte Maschine an ihren neuen Standort und ist die Versorgungsinfrastruktur vorhanden? Und natürlich kümmern sie sich um Detailfragen. Zum Beispiel um die Prüfung der idealen Arbeitsabfolgen in der Wäscherei.

Und weil die Firma Hummitzsch nicht nur die Technik, sondern eben auch die Gegebenheiten in der Wäscherei sehr genau kennt, kann sie noch schneller und kompetenter auf unterschiedlichste Anliegen reagieren.
Dietmar Hummitzsch: Bereits die erste Wäscherei der Einrichtung wurde von uns unter Berücksichtigung der Belange von Menschen mit Beeinträchtigungen geplant und ausgestattet. Genauso war es beim Neubau der Wäscherei. 2010 begann die Planung der Erweiterung, im März 2011 war die Eröffnung. Maschinen und Ausrüstungen wurden von uns geliefert, aufgestellt und in Betrieb genommen. Wir haben die Wäscherei mit einem Wochenendeinsatz bei der Umsetzung der vorhandenen Maschinen unterstützt, so dass der Betrieb ohne Ausfall wieder aufgenommen werden konnte.

Rainer Teichmann: Bisher haben wir uns in allen Wäschereiangelegenheiten von der Firma Hummitzsch beraten lassen. Sie besitzt über viele Jahre Erfahrung in dieser Branche, hat täglich mit unterschiedlichsten Fragestellungen zu tun. Mit Familie Hummitzsch hatten wir zum Beispiel über das Für und Wider einer Dosieranlage diskutiert. Sie erläuterten uns, was bei der Investition in eine solche Anlage zu beachten ist. Sie prüften die Kompatibilität zu den Maschinen. Und wir haben anschließend unsere Wünsche hinsichtlich der Programme geäußert. Wir benötigen einen Dienstleister, dem wir vertrauen können. Und das ist bei der Wäschereitechnik die Firma Hummitzsch.

Daniel Kolland: Genau betrachtet ist es eigentlich eine Vertrauenskette: Von der Wäscherei von Sozial-Arbeiten-Wohnen Borna zu ihrem Dienstleister Hummitzsch und weiter bis zu Schulthess Maschinen. Alle tragen dazu bei, dass der Betrieb tagtäglich seine Arbeit leisten kann.

Dietmar Hummitzsch: Es gab auch Situationen, in denen Herr Teichmann oder seine Gruppenleiterin Wünsche bezüglich der Technik äußerten – und wir abraten mussten. Zum Beispiel wurde überlegt, einen Hemdenfinisher anzuschaffen. Dafür ist aber das Hemdenaufkommen in der Wäscherei einfach zu gering.

Rainer Teichmann: Bei unserer Entscheidung pro Schulthess bei der Waschtechnik waren – wie schon erläutert – Nachhaltigkeit, einfache Bedienbarkeit und der Service durch die Firma Hummitzsch von ausschlaggebender Bedeutung. Einen weiteren positiven Bezug zu den Maschinen des Herstellers hatte ich bei der Besichtigung der Produktion im Unternehmensstandort in Wolfhausen in der Schweiz bekommen. Dazu hatte mich der Hersteller eingeladen. Besonders beeindruckend fand ich die Schweißerei mit ihren fünf Schweißkabinen und die Umformtechnik. Aber auch zu sehen, wie massiver und robuster die Bauweise der gewerblichen gegenüber der Haushaltsmaschinentechnik ist. Das Kanban-System in der Schulthess-Produktion hat mir verdeutlicht, dass optimale Prozesse für eine hohe Qualität nicht immer digitaler werden müssen, sondern auch ein einfaches Kartensystem ausreichend ist.

Daniel Kolland: Dieses System macht uns wettbewerbs- und konkurrenzfähig. Eine weitere Spezialität von Schulthess ist die just-in-time-Fertigung. Sie sorgt für eine ausgesprochen schnelle Verfügbarkeit der Geräte.

WRP:Wie lange dauert es, wenn die Firma Hummitzsch bei Schulthess in der Schweiz eine neue Maschine bestellt bis zur Auslieferung zu ihrem Kunden?

Dietmar Hummitzsch: Der Fertigungsdurchlauf von der Bestellauslösung bis zum Versand dauert im Normalfall drei Tage. Wenn man dazu einen beziehungsweise zwei Tage für den Transport rechnet, dann steht die Maschine nach fünf Tagen fertig eingerichtet an ihrem Platz beim Kunden. Das ist ein wichtiges Argument, das für den Hersteller Schulthess spricht. Denn die schnelle Lieferfähigkeit gewinnt immer mehr an Bedeutung.

WRP:Die Firma Hummitzsch muss die Schulthess Maschinen aus der Schweiz einführen. Das Land ist nicht in der Europäischen Union. Hat dies Nachteile, zum Beispiel beim Zoll?

Dagmar Hummitzsch: Nein. Zwischen der Schweiz und den Mitgliedstaaten der Europäischen Union bestehen diverse Zollabkommen, welche den Warentransport über die Zollgrenzen hinweg stark vereinfachen. Das heißt: Grundsätzlich fällt bei Waren, welche Schweizer- oder EU-Ursprung haben, kein Zoll an.

WRP:Wir sehen, dass die Zusammenarbeit zwischen dem Dienstleister Hummitzsch und dem Kunden der Wäscherei sehr eng ist. Wie läuft es mit dem Service weiter, wenn die Firma Hummitzsch eines Tages aufhört?

Dietmar Hummitzsch: Sollten wir mal aufhören, dieser Zeitpunkt wird natürlich kommen, dann gibt es garantiert einen Nachfolger. Es wird kein Kunde im Regen stehen gelassen.

Daniel Kolland: Die Firma Schulthess ist immer bestrebt, diese Serviceleistungen aufrechtzuerhalten. Es gibt verschiedene Szenarien aus anderen Ländern. Oft findet sich ein Nachfolger, wenn ein Händler aufhört. Wir hatten auch schon eine Situation, dass einer unserer Hauptservicestützpunkte wegen eines Unfalls unerwartet und komplett ausfiel. Es fand sich schnell eine gute Lösung, welche die komplette Serviceversorgung übernahm. Das ist selbstverständlich.

WRP:Warum hat sich die Firma Hummitzsch eigentlich für den Hersteller Schulthess als Lieferanten für die Waschtechnik entschieden?

Dietmar Hummitzsch: Ich komme aus der Wäschereibranche und war schon zu DDR-Zeiten als Chefingenieur für Wäschereianlagen tätig. 1990 hatten wir mit der Generalvertretung in Deutschland für Schulthess Maschinen, das war die Firma Stutz, zusammen gearbeitet. Nach der Wende wechselte ich zur Firma Stutz. Mir hat schon damals die Marke Schulthess sehr gut gefallen, noch immer bin ich von der Qualität der Maschinen überzeugt.

Im Jahr 1994 machten wir uns selbstständig. Auf der Messe Expodetergo in Mailand 1998 nahmen wir wieder Kontakt zu Schulthess auf, kamen dort ins Geschäft und konnten 1999 die erste Schulthess Maschine verkaufen.

Dagmar Hummitzsch: Schulthess Maschinen waren und sind nicht über den Preis zu verkaufen, sondern man muss seine Kunden immer von der Qualität und den Vorteilen überzeugen. Dafür gibt es eine Menge guter Argumente. Deshalb war für uns der Vertrieb der Schulthess Technik immer an einen Kundenkreis gebunden, bei dem die Qualität und nicht der Preis im Vordergrund steht. Zum Beispiel haben wir insgesamt 12 Standorte einer Altenheim-Kette mit Wäschereitechnik von Schulthess ausgestattet. Das ist ein deutlicher Beleg, dass dieser Kunde mit den Maschinen, dem Service und der Beratung immer sehr zufrieden war.

Diese Altenheime sind von uns immer komplett für den ganzen Wäschekreislauf eingerichtet worden: Vom Einsammeln, über den Transport, Kennzeichnung, der Wasch-, Trocken- und Bügeltechnik bis hin zum Verteilen der Wäsche – alles aus einer Hand. Wir haben die Installationen immer ein paar Tage vor Inbetriebnahme des Altenheimes beendet. So konnten die Maschinen vom Start weg verlässlich die Wäsche pflegen.

Interview aus WRP 06-2016