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Jensen-Gruppe

„Wir sind stark fokussiert auf den deutschen Markt“

Die Anforderungen an die textilen Dienstleister wachsen. Auf den steigenden Kosten- und Wettbewerbsdruck müssen sie unter anderem mit effizienteren Prozessen reagieren. Waschtechnikhersteller Jensen liefert passende Lösungen. „Wir setzen bei unseren Kunden in Deutschland auf eine nachhaltige Wäschereiautomatisierung“, betonen Gerda Jank und Martin Rauch, beide Jensen, im Interview des Monats. Auch deshalb sei man stark fokussiert auf den hiesigen Markt und das Jensen-Werk Harsum.

Martin Rauch
Martin Rauch ist Diplom-Ingenieur und arbeitet seit 27 Jahren in verschiedenen Bereichen bei Jensen. Seit 2013 ist der Executive Director Sales & Innovations am Hauptsitz in Burgdorf (Schweiz) verantwortlich für den globalen Vertrieb und das Innovationsmanagement auf Gruppenebene. Den deutschen Markt kennt Martin Rauch als ehemaliger Geschäftsführer der Jensen GmbH in Harsum aus nächster Nähe. Martin Rauch ist verheiratet und hat zwei Teenagersöhne, Nils und Kaj. Mit seiner Familie unternimmt er gerne Reisen ins nahe und ferne Ausland, er ist begeisterter Golfer und betreibt allgemein gerne Sport.
Gerda Jank
Gerda Jank ist seit 2010 Head of Marketing & Communications der Jensen-Gruppe. Sie absolvierte ihre Ausbildung zur Industriekauffrau bei einem Schweizer Technologiekonzern und hat einen Abschluss als diplomierte Kommunikationsleiterin und PR-Beraterin. Gerda Jank arbeitet seit 17 Jahren im Investitionsgütermarketing, zuletzt in der Druckindustrie. Die schweizerisch-belgische Doppelbürgerin lebt mit ihrem deutschen Mann in der Nähe von Burgdorf. In ihrer Freizeit entdeckt sie gerne neue Länder und liest unzählige Bücher.
Deutschland ist für die Jensen-Gruppe seit vielen Jahren ein Heimmarkt
Im Jahr 1960 wurde die erste Jensen-Maschine nach Deutschland exportiert
Deutschland ist für die Jensen-Gruppe seit vielen Jahren ein Heimmarkt
WRP:Frau Jank, Herr Rauch, weil die Texcare International unmittelbar vor der Tür steht, zunächst die Frage: Welche Schwerpunkte wird Jensen in Frankfurt setzen?

Gerda Jank: Wenn wir sehen, welche Anforderungen aus dem deutschen Markt kommen und beobachten, wie unsere Kunden hierzulande ihre Betriebe rentabler machen, dann ist das Leitthema die Automatisierung. Es ist auch unser Messemotto. Wir wollen in Frankfurt neue Perspektiven für eine nachhaltige Wäschereiautomatisierung aufzeigen. Wir werden einen kompletten Wäschereifluss mit vernetzten Prozessen und mit Jensen-Cockpit präsentieren. Cockpit ist ein Werkzeug, das diese Prozesse sozusagen aus der Helikopterperspektive visualisiert, darüber informiert und mit generierten Daten optimiert.

Wenn wir auf den Jensen-Stand auf der Texcare International schon jetzt schauen, dann steht am Start des abgebildeten Prozesses unter anderem unser neues ergonomisches Schmutzwäsche-Sortiersystem. Im Waschbereich dahinter können Besucher die neue Zentrifuge für Postengrößen von 56 bis 80 Kilogramm begutachten. Mit der Z1300 schließen wir die Lücke zwischen den bisherigen Typen Z1200 und Z1400.

Zum ersten Mal im deutschen Markt stellen wir unsere neuen freistehenden Waschmaschinen und Trockner mit Kapazitäten von 20, 40, 60 und 110 Kilogramm vor. Sie erweitern unser Leistungsprogramm für Bestandskunden, wir wollen damit gleichzeitig neue Segmente ansprechen.

Seine Premiere auf einer deutschen Messe feiert auch der WR-Trockner. Bei diesem Produkt konnte die Verdampfungsleistung gegenüber den Durchschnittswerten herkömmlicher Trockner am Markt um circa 10 Prozent gesteigert werden, bei gleichzeitiger Senkung des Energieverbrauchs um bis zu 15 Prozent.

Im Mangelbereich gibt es die aktuell schnellste Eingabemaschine der Welt zu sehen. Bei hoher Geschwindigkeit liefert sie auch eine hohe Qualität. Man kann mit ihr die Leistung einer einzelnen Bedienperson erheblich steigen. Wir sehen für diese Lösung ein großes Potential im deutschen Markt.

Ein Highlight wird unsere neu entwickelte Mangel sein. Sie ist nicht nur eine optimierte Lösung, sondern die Mangel stellt ein radikal neues Konzept dar. Bei der Entwicklung stand unter anderem im Fokus, eine sehr hohe Leistung bei gleichzeitig sehr guter Finishingqualität zu realisieren. Ich denke, dass diese neue Mangel einen Trend setzen wird.

Wir werden auf der Messe natürlich unseren Fokus auf das Thema Logistik richten. Vorgestellt wird zum Beispiel Jenrail. Das System automatisiert die Eingabe der großen Wäschestücke in die nachfolgenden Finishinglinien, indem es einen kontinuierlichen Wäschefluss zur Eingabemaschine sicherstellt. Außerdem zeigen wir Jenway, das Transport- und Sortiersystem für gefaltete Flachwäsche. Übrigens können Interessierte während der Messe Jenway live in der Kreuznacher Zentralwäscherei anschauen. Wir werden für den Transfer sorgen.

WRP:Die Texcare in Frankfurt gilt als international wichtigste Messe in der Branche. Welche Bedeutung hat der deutsche Markt für die weltweit agierende Jensen-Gruppe?
Martin Rauch: Deutschland ist für die Jensen-Gruppe seit vielen Jahren ein Heimmarkt. Dieser Markt ist für uns nicht nur der größte in Europa, sondern es gibt auch eine über viele Jahre gewachsene Verbundenheit in diese Branche, die uns auch deshalb sehr wichtig ist. Im Jahr 1960 wurde die erste Jensen-Maschine nach Deutschland exportiert. Seitdem hat die Jensen-Gruppe immer wieder wichtige Innovationen in diesem Markt entwickelt und auf der Texcare International in Frankfurt lanciert.

Gerda Jank: Für das Unternehmen Jensen sind die deutschen Kunden auch als Innovationstreiber wichtig. Die Bedingungen in diesem Markt fordern ständige Automatisierungs- und Rationalisierungslösungen. Hinzu kommt, dass im deutschen Markt die Ansprüche schon immer sehr hoch waren und sind. All das fordert uns als Dienstleister und Problemlöser. Zusammen mit unseren Kunden haben wir schon viele Lösungen entwickelt. Ich denke, so ist die Firma Jensen in Deutschland auch erfolgreich geworden: Weil man auch für sehr spezielle Aufgaben immer eine Antwort finden konnte.

Martin Rauch: Das war so in der Vergangenheit und wird auch in Zukunft so sein.
Deshalb haben wir in den letzten Jahren viel Geld in unseren Standort Harsum investiert. Zum Beispiel in moderne Produktionsanlagen und -abläufe, aber auch in unsere Mitarbeiter, zum Beispiel im Kundenservice. Wir haben neue Vertriebsmitarbeiter eingestellt und intensiv geschult, unser Verkaufsleiter Harald Thiele hat vor drei Jahren seinen Posten übernommen. Es entwickelt sich alles sehr erfreulich. Sie sehen, wir sind in Deutschland stark fokussiert auf den Markt und den Produktionsstandort.

WRP:Was wird im Werk Harsum produziert?

Martin Rauch: Unsere Waschraumtechnologie, also Waschstraßen, Pressen, Zentrifugen und Trockner. Das ist auch unser Kerngeschäft.

Weltweit unterhält die Jensen-Gruppe weitere Standorte: Das dänische Werk auf Bornholm ist spezialisiert auf Finishingtechnologie, der schwedische Standort auf Berufskleidung. Unsere US-amerikanische Produktion hat einen Teil Waschraum für den hiesigen Markt, die Sortieranlagen werden für den globalen Markt hergestellt. Im chinesischen Werk konzentrieren wir uns auf Finishinglösungen und zum Teil Waschraum für den chinesischen Markt.
WRP:Wie war das Investitionsverhalten ihrer Kunden im letzten Jahr hierzulande und international? Wie würde die Firma Jensen aktuell die grundsätzliche Stimmung in den Textilpflegemärkten beschreiben?

Martin Rauch: Wir sind sehr zufrieden. Weltweit sind wir im letzten Jahr um knapp 20 Prozent gewachsen. Wir haben uns auch in Deutschland im Vergleich zum Gesamtergebnis überdurchschnittlich gesteigert. Das Ergebnis reflektiert auch die grundsätzlich positive Stimmung im deutschen Markt.

In Deutschland werden Ersatz- und Neuinvestitionen geleistet. Die Wäschereien wollen effizientere Betriebe. Dabei schauen sie heute nicht nur auf die einzelne Lösung. Die Maschine wird zusammen mit ihren Folgeprozessen, immer das ganze System betrachtet. Ein Beispiel: Wie kann eine leistungsstarke Mangelstraße mit einem passenden Logistiksystem dahinter noch effizienter werden? Wir haben dafür ein Konzept entwickelt, das die Wäsche automatisch stapelt, verfolgt und sortiert. Hier wird in den deutschen Betrieben investiert, wir sehen hier einen Trend.

Gerda Jank: Unsere Kunden wollen – das gilt weltweit – Wirtschaftlichkeit, Wachstum und auch Investitionssicherheit. Ihnen ist deshalb ein solider, verlässlicher Partner wichtig, der nicht nur innovative Lösungen für ihre Anforderungen liefert, sondern auch Ersatzteilsicherheit und Support leistet. So können sie sich um ihr Kerngeschäft kümmern.

WRP:In Deutschland sind die Wäschereien einem immensen Wettbewerbs- und Preisdruck ausgesetzt. Wo sieht die Firma Jensen die Potentiale, um in den Betrieben die Produktivität zu steigern und damit die Kosten zu senken?

Martin Rauch: Ganz klar gibt es einen Kostendruck auf unsere Kunden, den auch wir als Hersteller und Lieferant zu spüren bekommen.

Schon vor Jahren hat die Jensen-Gruppe gesagt, dass die Branche grüner, smarter und digitaler werden wird. Heute geht es absolut in diese Richtung. Die Wäschereien senken ihre Kosten, weil sie mit effizienteren Maschinen arbeiten, die weniger Energie benötigen. Und sie automatisieren ihre Prozesse, um leistungsfähiger und flexibler zu werden. Dabei helfen ihnen intelligente Steuerungs- und Informationssysteme.

Wir als Hersteller liefern die dazu passenden Lösungen in die Wäschereien. Beim grünen Thema Energierückgewinnung setzen wir mit unserem Konzept Cleantech auf Maschinen mit Direktbeheizung und integrierter Energierekuperation. Statt eines großen zentralen Energieverbundes in der Wäscherei favorisieren wir also die dezentralen Lösungen. Dieser Ansatz bedeutet aus unserer Sicht nicht nur ein besseres Kosten-Nutzen-Verhältnis, sondern er hat einen weiteren Vorteil: Wenn die Wäscherei erweitert wird und neue Maschinen anschafft, gelingt die Integration der neuen Technik viel einfacher.

Heute sind wir soweit, dass unsere Maschinen bei hoher Leistung unter dem energietechnischen Blickwinkel einen sehr hohen Standard erfüllen. Jetzt richten die Wäschereien ihren Fokus auf ihre Prozesse: Mit dem Ziel, den Produktionsfluss zu verstetigen und damit eine höhere Auslastung zu erreichen.

WRP:Wo setzt die Firma Jensen in der Wäscherei an, um dies zu realisieren?

Martin Rauch: Voraussetzung für einen kontinuierlichen Prozess ist ein intelligentes ganzheitliches System Wäscherei. Wenn ihre Teile nicht eine gemeinsame Sprache sprechen, kann es keinen kontinuierlichen Prozess geben. Wenn die Logistik die verschiedenen Wäschereiprozesse nicht optimal klammert, dann wird es ineffizient beziehungsweise sinkt die Effizienz.

Gerda Jank: Die Prozesse sind hochkomplex und jeder Betrieb ist anders. Früher konnte eine Wäscherei eine Mangel von einem Hersteller, die Eingabemaschine von einem anderen Produzenten wählen. Wenn dieser Betrieb heute hocheffizient arbeiten will, dann wäre eine solche Kombinationen eher hinderlich, beziehungsweise teuer, weil dieses Effizienzniveau nur mittels kostspieliger Anpassungen erreicht werden könnte.
Martin Rauch: Technik und Prozesse müssen im ganzen System Wäscherei verknüpft sein, damit Informationen beziehungsweise Daten durchgängig fließen können. Eine Voraussetzung ist eine einheitliche Steuerungstechnik über alle Maschinen. So können alle Jensen-Maschinen in einer Wäscherei in einem Verbund arbeiten. Dies macht einen durchgängigen Daten- und Informationsfluss und damit eine intelligente Prozesssteuerung möglich. Ein Beispiel: Wenn die Mangelstraße aktuell Laken fährt, dann muss die Hängebahn nur noch Laken anliefern. Oder: Wenn auf der Mangel für einen Kunden zuletzt Bezüge bearbeitet werden, dann ist es natürlich am besten, wenn beim nächsten Kunden zuerst auch die Bezüge kommen. So sind keine Umrüst­zeiten notwendig, der Prozess auf der Mangel ist kontinuierlich.
WRP:Ist das die Jensen-Definition für Industrie 4.0 in der Wäscherei?

Martin Rauch: Was auch immer unter diesem Begriff zu verstehen ist. Für uns ist es die Integration der Technik auf Basis klar definierter Schnittstellen, um eine nahtlose Kommunikation in den Prozessen möglich zu machen.

Das Ganze verbunden mit unserem smarten Weg des Track and Trace – von der Anlieferung der schmutzigen Wäsche bis zur Auslieferung zum Kunden. Mit dieser Funktionalität weiß man immer ganz genau, ob ein bestimmtes Teil in der Hängebahn, in der Eingabe- oder Faltmaschine oder im Stapler ist.

In der Folge steigt nicht nur die Leistung, sondern gleichzeitig sind weniger Mitarbeiter für die Prozesse notwendig – weil keine Wäsche mehr gesucht werden muss, weil der Aufwand bei der Kommissionierung sich reduziert. Es gibt keine Wartezeiten und keine Fragen, weil alle prozessrelevanten Informationen stets verfügbar sind.

Gerda Jank: Nur mit einer solchen vollintegrierten Lösung ist es möglich, dass man zum Beispiel jedes Detail in jeder Steuerung kennt. Nur auf dieser Basis können Verbesserungen eingeführt und Prozesse effizient und effektiv geplant werden. Dabei hilft auch unser Visualisierungs- und Managementtool Cockpit. Es liefert eine Helikopterperspektive über den ganzen Betrieb. Cockpit analysiert und optimiert die Produktion und macht sie transparent. Es zeigt unter anderem den Prozessfluss und Verbrauchsdaten an, erstellt Berichte, die unter anderem die Maschinenverfügbarkeit dokumentieren. Weil unsere Maschinen mit Dampf- und Gasmessgeräten ausgestattet sind, kann man feststellen, wie viel Energieeinsatz ein bestimmter Artikel oder Kunde bedeutet. All diese Informationen helfen letztlich, die Prozesse in der Wäscherei noch besser zu machen. Oder auch zu beantworten, ob die Wäsche eines bestimmten Kunden nicht zuviel Aufwand bedeutet für das, was am Ende fakturiert wird.

WRP:Für einen stetigen Prozess ist natürlich auch eine möglichst hohe Verfügbarkeit der Maschinen von großer Bedeutung.

Martin Rauch: Auch dieser Faktor ist sehr entscheidend. Cockpit achtet auch auf darauf, wann bei einer Maschine die letzte Wartung gemacht wurde und wann die nächste ansteht.

Es muss immer schnell gehen, wenn eine Maschine steht und Prozesse unterbrochen sind. Natürlich hat die Jensen-Gruppe mit dem Fernzugriff-Service Jen­assist und unserer Servicetechnik verschiedene Angebote, um zügig auf solche Probleme reagieren zu können. Aber es wäre doch viel besser, wenn es erst gar nicht zu Ausfällen kommen würde. Hier spielt das Thema Wartung eine sehr wichtige Rolle.

Gerda Jank: Leider hat aus unserer Perspektive die Wartung in der Branche nicht den hohen, angemessenen Stellenwert. Und dann kann es manchmal passieren, dass Technik versagt. Wir bieten unseren Kunden Serviceverträge an, mit der jede Maschine von einem erfahrenen Spezialisten regelmäßig überprüft und vor allem gewartet und angepasst wird. Zusätzlich zu den vorbeugenden Wartungsarbeiten können wir zum Beispiel auch Serviceaufgaben des Betriebsleiters übernehmen, wenn er mal im Urlaub ist.

WRP:Wenn wir auf die einzelnen innerbetrieblichen Prozesse schauen: Wo sehen sie aktuell die größten Einsparpotentiale in der Wäscherei?
Martin Rauch: Im Bereich Logistik. Das bedeutet hier die logistische Verbindung von Prozessen in der Produktion. Zum Beispiel helfen Saugzuganlagen, die Wäsche schnell und sicher von A nach B zu transportieren. Das reduziert den Einsatz von Wäschewagen und von Personal.

Gerda Jank: Jenway überbrückt als Transport- und Sortiersystem für gefaltete Flachwäsche die letzte Meile in der vollständigen Automatisierung der Wäscherei zwischen Faltmaschine und Verpackungsbereich.

Das System sammelt und verwaltet Stapelwäsche und besteht aus standardisierten Modulen. Diese können entsprechend den Erfordernissen und baulichen Gegebenheiten vor Ort beim Kunden eingerichtet und konfiguriert werden.
WRP:Wäschereitechnik muss leistungsfähig sein und effizient arbeiten. Wie viel Platz bleibt bei den Maschinen noch für die Ergonomie?

Gerda Jank: Die Jensen-Gruppe legt schon bei der Entwicklung ihrer Produkte einen großen Wert darauf, dass hohe Anforderungen der Sicherheit und der Ergonomie erfüllt werden. Hier gilt es zunächst die Perspektive der Mitarbeiter zu berücksichtigen, damit diese mit der Technik sicher und ermüdungsfrei arbeiten können. Für uns hat ergonomische und sichere Wäschereitechnik auch einen ökonomischen Aspekt: Denn sie minimiert die Ausfallzeiten und steigert die Produktivität in den Wäschereien. Ergonomie und Sicherheit sind somit ein weiterer Ansatz, um Kosten im Betrieb zu senken. Viele unterschätzen die Bedeutung von Ausfallzeiten durch Unfälle und Krankheit. Investitionen in Arbeitsschutz und Ergonomie amortisieren sich schnell.

Die Jensen-Gruppe hat jüngst in Zusammenarbeit mit einer Health & Safety Organisation sowie weiteren Beratern aus den USA die Sortierstationen für Schmutzwäsche komplett neu entwickelt. Das Ergebnis ist die ergonomische Sortierstation Futurail. Jetzt können hier Mitarbeiter mit Körpergrößen von 1,53 bis 1,88 Meter optimal arbeiten. Die Ermüdung wird reduziert, die Augen geschont. Auch diese Lösung stellen wir auf der Texcare vor.

WRP:Weil in den Wäschereien Projekte und Technik immer komplexer werden, steigen unter anderen auch die Anforderungen an Beratungsleistung und -kompetenz der Hersteller. Wie kann Jensen das mit seiner weltweiten dezentralen Organisationsstruktur leisten, wenn man zudem in vielen unterschiedlichen Märkten unterwegs ist?

Gerda Jank: Grundsätzlich werden Projekte immer Schritt für Schritt in der Kommunikation mit dem Kunden realisiert. Mit verantwortlich dafür ist der Jensen-Berater vor Ort, hinter dem immer ein ganzes Team in den lokalen Vertretungen und in den regionalen Vertriebs- und Servicezentren steht. Unsere weltweiten Vertriebs- und Servicezentren unterstützen die nationalen Teams in den Bereichen Konstruktion, Planung und Projektmanagement für große schlüsselfertige Projekte. Aber schon die lokalen Vertriebs- und Servicezentren verfügen über alle Kompetenzen, um Projektplanung, Installation, Schulung und Kundendienst zu realisieren und dabei eng mit dem Kunden zusammenzuarbeiten.

Martin Rauch: Unsere Laundry Process Specialists sind Profis, wenn es um Prozesse, um Abläufe in der Wäscherei geht. Sie erarbeiten Vorschläge für spezifische Anforderungen, liefern Antworten auf unterschiedlichste Fragestellungen. Es kann bei einem komplexen Projekt vorkommen, dass Spezialisten aus anderen Ländern dazu gezogen werden. Bei der Lösungssuche geht es um die Kompetenz einzelner. Aber natürlich greifen wir auch auf Erfahrungen und Wissen zurück, die bei schon realisierten Projekten gesammelt wurden. So ist im Laufe der vielen Jahre ein Fundus an Ideen, Konzepten und Erfahrungen entstanden.

Wir haben deshalb ein standardisiertes Projektmanagement innerhalb der Jensen-Gruppe eingeführt. Auf Basis vorhandener Best-Practice-Beispiele gibt es ein Rahmenwerk vor, das ein Projekt in vier Hauptphasen unterteilt und in dem die wichtigsten Leistungen sowie begleitende Vorlagen klar definiert sind. Diese vier Phasen sind: Der Verkauf, der einen unterschriebenen Vertrag und einen vereinbarten Anlagenaufbau zum Ergebnis hat; Planung und Bestellung mit bestätigten Spezifikationen und Zeitachsen; die Installationsphase, die mit dem erfolgreichen Anfahren der Ausrüstung endet und die Inbetriebnahmephase, die mit der endgültigen Übernahme abschließt.

Es spielt keine Rolle, ob ein Kunde mit Jensen eine Wäscherei in Tuscon oder in Timbuktu aufbauen will – dank unseres standardisierten Projektmanagements ist der dafür notwendige Prozess immer gleich optimal. Das System kommt in allen Jensen-Niederlassungen in der Interaktion mit dem Kunden zur Anwendung. Alle Betriebe rund um den Globus profitieren davon, bisher wurden über 30 Großprojekte damit abgewickelt.

Interview aus WRP 05-2016