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BurnusHychem

„Wir haben für jede Kundenanforderung eine Lösung“

BurnusHychem ist einer der führenden Waschchemiehersteller für industrielle Wäschereien in Deutschland. Auch international gewinnt die Firma immer mehr an Bedeutung. Wir sprachen mit Holger Gärtner, Dr. Andreas Lange und Martin Schergung von BurnusHychem über den Stellenwert der Dienstleistung für die Kunden, das Postulat der ganzheitlichen Betrachtung und die Ökonomie von Waschtemperaturen.

Holger Gärtner
Holger Gärtner ist seit 1. Juli 2015 bei BurnusHychem verantwortlich für den deutschlandweiten Vertrieb. Nach der Ausbildung als Chemielaborant studierte er Verfahrenstechnik in Frankfurt/Main. Nach dem Studium startete Gärtner 1994 seine berufliche Karriere als Vertriebsmitarbeiter und Anwendungstechniker bei der J.P Haas GmbH. 2004 wechselte er zur Jensen GmbH in Harsum als Sales-Manager für die Region Mitte-West. 2014 kehrte er zurück zur BurnusHychem.
Dr. Andreas Lange
Dr. Andreas Lange ist Leiter Forschung und Entwicklungen bei BurnusHychem. Nach dem Abitur studierte er zunächst Chemie in Frankfurt am Main bevor er mit seiner Arbeit über den „Mechanismus des Zerfalls von Peroxosäuren“ promovierte. Dr. Andreas Lange ist seit mehr als 18 Jahren bei BurnusHychem beschäftigt. Er engagiert sich in zahlreichen Arbeitsgruppen und Projektgruppen in Forschungsinstituten und Verbandsorganisationen. Im Jahr 2002 ist Dr. Andreas Lange mit dem Hessischen Innovationspreis ausgezeichnet worden.
Martin Schergung
Martin Schergung ist seit 2001 als Leiter TQM / EHS bei BurnusHychem zuständig für das Qualitäts- und Umweltmanagement, den Gesundheitsschutz und die Arbeitssicherheit. Im Rahmen des Serviceangebotes koordiniert er das Hygienemanagement und den Arbeitsschutz für die Kunden. Nach dem Studium der Biologie (Molekular- und Mikrobiologie) in Hamburg war er als verantwortlicher Projektleiter für Qualitäts- und Umweltmanagementsysteme zehn Jahre lang für zwei Unternehmensberatungen in Hamburg und Göttingen tätig, bevor er zu BurnusHychem wechselte.
WRP:Meine Herren, wenn sie in kurzer Form sagen müssen, was BurnusHychem heute ausmacht, was sagen sie dann?

Dr. Andreas Lange: BurnusHychem ist einer der namhaften Problemlöser im Textilpflegemarkt, der sich auch in Zukunft den Herausforderungen der gewerblichen Wiederaufbereitung stellen wird. Unsere Kunden erwarten Antworten für ihre Anforderungen, wir liefern sie ihnen. Das gilt für unser Kerngeschäft, in dem das Produkt im Mittelpunkt steht, für unsere Dosiertechnik und unseren Service. Wenn wir nach nachhaltigen Lösungen suchen, betrachten wir immer den ganzen Prozess beziehungsweise das ganze System.

Holger Gärtner: Wir bündeln unsere Kompetenzen, damit unsere Kunden effizient und nachhaltig ihre Dienstleistungen erbringen und stellen hohe Anforderungen an die Qualität unserer Produkte und Services. Unser Standort in Steinau an der Straße ist sehr zentral in Deutschland. BurnusHychem besitzt eine Position als starke Nummer 3 im deutschen Markt und ist in einigen Ländern sogar Marktführer.

WRP:Für gewerbliche Wäschereien wird es immer wichtiger, dass sie ihren Kunden ein umfassendes Serviceangebot anbieten können. Gilt dies auch für BurnusHychem?

Dr. Andreas Lange: Auch an uns werden immer höhere Service- und Beratungsanforderungen gestellt. Schon unsere Aufgaben als Waschchemiehersteller und -lieferant sind komplex, das fängt schon bei unserer Kernkompetenz, dem Waschprozess, an. Jeder Fleck ist anders, jede Verschmutzung braucht eine eigene Lösung. Auch Pflegehinweise, Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit müssen berücksichtigt werden. Das stellt hohe Anforderungen an das Know-how.

Holger Gärtner: Dass unsere Produkte und Verfahren im Prozess und im Ergebnis optimal sind, das setzt unser Kunde heute ganz einfach voraus. Immer wichtiger ist es deshalb, ein Dienstleister für Wäschereien zu sein. Das fängt bei BurnusHychem mit der Beratungskompetenz an, die weit über den Waschprozess hinausreicht, geht weiter über Serviceleistungen wie zum Beispiel Betriebsbegehungen zur Optimierung von Abläufen bis hin zur Schulung der Wäschereimitarbeiter. Wir sehen uns als Partner der Wäscherei, und zu vielen unseren Kunden haben wir langjährige, feste Beziehungen aufgebaut. BurnusHychem ist eben für seine Kunden da.

Martin Schergung: Dazu ein Beispiel: In den Wäschereien ist Hygiene natürlich ein bedeutendes Thema. Auch hier offeriert BurnusHychem seinen Kunden ein Komplettangebot: Dazu gehören Begehungen, um im Betrieb den Hygienestatus zu erfassen und entsprechende Untersuchungen entlang des ganzen Prozesses vom Schmutzwäscheeingang bis hin zur Auslieferung. Natürlich werden dabei auch die Mitarbeiter der Wäscherei berücksichtigt. Alles wird dokumentiert und abschließend in einem Hygienebericht zusammengefasst. Damit in der Wäscherei ein geforderter Hygienestandard erreicht und gehalten werden kann, bieten wir Hygieneschulungen für die Mitarbeiter an.

Dr. Andreas Lange: Bei den Hygienekontrollen beziehungsweise -maßnahmen gehen wir mit unseren Hygienemonitoren in die Wäschereien, machen Abklatsche, geben den Waschverfahren Bioindikatoren hinzu und untersuchen entsprechend die Brauch-, Spül- und Frischwässer.

Holger Gärtner: Sie sehen, auch beim Thema Hygiene verfolgen wir einen Ansatz, der die ganze Wäscherei betrachtet und nicht allein den Waschprozess. Es macht wenig Sinn, wenn ein Textil in einem Schritt so bearbeitet wird, dass es möglichst keimarm ist, dies aber in den Folgeprozessen keine Beachtung mehr findet und am Ende wieder kontaminiert ist.

WRP:Welche Services gehören in das Dienstleistungsportfolio von BurnusHychem?

Martin Schergung: Ein weiterer Service betrifft die bekannten Zertifizierungen für die sachgemäße Wäschepflege, die von den Wäschereien auch Eigenkontrollen fordert. Auch diese unterstützen wir auf Kundenwunsch. In der Regel werden diese Begehungen zum Beispiel bei unseren großen Kunden zweimal im Jahr durchgeführt. So kann man bereits im Vorfeld prüfen, dass alle Anforderungen bei den Audits erfüllt werden.

Dr. Andreas Lange: Für die Anforderungen der sachgemäßen Wäschepflege gibt es bestimmte Kennwerte: Zum Beispiel wie sind die Reißkraftverluste und die Faserschädigung, wie ist die Weißqualität? Entscheidend ist hier der Waschprozess. Das heißt, am Anfang steht: Wie gut können unsere Verfahren und Produkte diese Anforderungen erfüllen?

Martin Schergung: Wir bieten Gefahrstoffunterweisungen in den Betrieben an. Unsere qualifizierten Kollegen machen auf Schwachstellen aufmerksam und bereiten die Wäschereien vor hinsichtlich dem Umgang mit Gefahrstoffen und deren entsprechende Lagerung für die Begehungen durch die Berufsgenossenschaft, Ämter für Arbeitsschutz und der Gewerbeaufsicht. Zu unseren Angeboten in diesem Bereich gehören auch Seminare, die Wäschereimitarbeiter entsprechend informieren und schulen.

Dr. Andreas Lange: Wir schauen uns in den Betrieben ganz genau die Energie- und Wasserwerte an und geben entsprechende Empfehlungen, wenn hier ein Optimierungsbedarf besteht. Wir sehen also nicht nur die Waschmittelchemie, sondern betrachten außerdem, was der Kunde mit unserer Verfahrenstechnik an Wasser und Energie einsetzen muss. Wenn er mit einer intelligenten Verfahrenstechnik den Wassereinsatz um einen Liter reduzieren kann, dann summiert sich diese Einsparung in einer großen Wäscherei auf mehrere Kubikmeter Wasser täglich.

Holger Gärtner: Die in den Wäschereien realisierbaren Einsparungen sind schon enorm. Aber auch hierbei gilt es, immer den ganzen Prozess im Blick zu behalten. In der Praxis haben wir schon sehr aufwendige Wasseraufbereitungs- und Rückgewinnungssysteme angetroffen. Beispielsweise waren Maschinen mit separaten Rückgewinnungstanks ausgestattet. Das zurück gewonnene Wasser war trotz Filterung zum Teil hygienisch problematisch, was nicht zufriedenstellend war. Unsere Aufgabe lag nun darin, eine kundenspezifische Lösung zu entwickeln. Wir empfahlen eine Verfahrensumstellung sowie eine zentrale Rückgewinnung, die sogar ohne Filtersysteme auskam. Außerdem wurde das durch die Ultrafiltration aufbereitete Wasser für die Mattenwäsche eingesetzt – das wurde bisher nicht berücksichtigt. Im Ergebnis konnte eine Einsparung von bis zu 4 Litern Wasser pro Kilogramm Wäsche – über den ganzen Betrieb gerechnet – realisiert werden.

Dr. Andreas Lange: Es gibt in einigen Wäschereien noch das Potential, an der Verbrauchsschraube zu drehen. Das gilt hierzulande, vielmehr aber noch für Betriebe in anderen Ländern. Wobei man auch feststellen muss, dass in manchen Wäschereien ein Minimum erreicht wurde. Schließlich ist noch immer eine bestimmte Wassermenge notwendig, um einen effizienten Spülprozess und die Austragung des Schmutzes und der Waschchemie zu gewährleisten.

In unserer Zentrale in Steinau an der Straße wird natürlich auch ein Servicelabor unterhalten, das sich mit Fragestellungen von Kunden beschäftigt. Die Aufgaben für das Labor sind höchst unterschiedlich: Wie ist der Status des Frischwassers oder des Abwassers? Gibt es Probleme innerhalb des Textilportfolios? Sind Verfleckungen zu identifizieren? Und müssen diese mit einem speziellen Waschverfahren aufbereitet werden?

WRP:Treten Probleme im Textilportfolio der Wäschereien regelmäßiger auf?

Dr. Andreas Lange: Das muss man schon feststellen. Es ist auch darin begründet, dass sich die Textilsortimente der Wäschereien im Laufe der vergangenen Jahre geändert haben. Synthetische Fasern sind hinzu gekommen, der Baumwollanteil der Textilien sinkt, es gibt neue Faserstoffe.

Martin Schergung: Eine weitere Ursache ist, dass nicht immer bereits beim Textileinkauf der spätere Aufbereitungsprozess mit berücksichtigt wird. Manche Textilien sind nicht für eine industrielle Pflege geeignet. Unser Wunsch deshalb an die Branche: Schon bei der Textilauswahl die Aufbereitung mit einbeziehen – damit hinterher keine bösen Überraschungen erlebt werden.

Holger Gärtner: In der Regel führen die Betriebe schon im Vorfeld Waschtests mit neuen Textilien durch. Manchmal kommt es auch vor, dass der Kunde der Wäscherei oder der Betrieb selbst ein Produkt einsetzen möchte, das nicht für die gewerbliche Pflege vorgesehen ist. Dann liegt es an uns als Dienstleister, eine Lösung zu finden. Das ist schon eine Herausforderung, wenn man die Vielfalt der Fasern und Gewebe in diesem Markt betrachtet.

Deshalb tauschen wir uns seit einiger Zeit regelmäßig mit Textillieferanten aus. Diese Treffen dienen nicht nur dazu, sie für das Thema Waschen zu sensibilisieren, sondern das man schon bei der Entwicklung der Textilien mögliche Risiken im späteren Pflegeprozess ausschließt.

Dr. Andreas Lange: Den Informationsaustausch mit Textilherstellern würden wir uns viel häufiger wünschen. Wir würden es natürlich auch begrüßen, dass wir nur noch Textilien begegnen, die man industriell wieder aufbereiten kann. Das heißt, die nicht nur industriell gewaschen, sondern auch gefinisht beziehungsweise gemangelt werden können.

WRP:Zu einem guten Serviceangebot gehört natürlich auch, dass bei Problemen in der Wäscherei schnell ein Mitarbeiter des Dienstleisters vor Ort sein kann. Wie ist BurnusHychem in Deutschland aufgestellt?

Holger Gärtner: Aktuell sind es 16 Anwendungstechniker die den hiesigen Markt betreuen. Jeder ist für ein bestimmtes Gebiet verantwortlich. Sie werden auch im Team und überregional eingesetzt, wenn es eine Aufgabe erfordert. Alle Mitarbeiter sind hervorragend ausgebildet und kommen fast ausschließlich aus der Branche. Einige sind Textilreinigermeister, einige kommen aus der Maschinenindustrie oder sind ehemalige Betriebsleiter.

In der Regel sind sie einmal im Monat zu einem Routine- beziehungsweise Kontrollbesuch beim Kunden. Dann prüfen sie unter anderem die Funktionen der Dosiertechnik, kontrollieren die Temperaturen an der Maschine oder führen Titrationen aus. Die Besuche dienen einerseits der Prävention, um eine hohe Verfügbarkeit der Verfahren zu gewährleisten. Gleichzeitig garantieren sie, dass die Wäschequalität immer optimal ist, auch zum Beispiel hinsichtlich hygienischer Anforderungen.

Martin Schergung: Natürlich sind wir auch vor Ort, wenn der Kunde neue Textilien hat, die ein Einwaschverfahren notwendig machen oder wenn die Nachwaschquote bei ihm steigt. Dann sind wir gefordert: Hat sich beim Verfahren etwas geändert, rührt das Problem vielleicht aus der Wasch- oder Dosiertechnik?

WRP:BurnusHychem veranstaltet unter anderem Waschtechnikseminare. Warum macht man ein solches Angebot für seine Kunden, wenn man in seinem Betrieb sowieso für das Waschen verantwortlich ist?

Holger Gärtner: Die wichtigste Botschaft dieser Seminare ist, wie bei einem Problem in der Wäscherei eine korrekte Fehleranalyse gemacht werden kann. Oft wird dann an vielen Schrauben gleichzeitig gedreht. Manchmal kommt man auf diesem Weg zu einer Lösung, weiß aber nicht, was eigentlich die Problemursache war. Mit dem Seminar wollen wir die Teilnehmer sensibilisieren, ein Problem zielgerecht anzugehen, damit es schnell und nachhaltig gelöst werden kann. Grundsätzlich sollte jede Wäscherei daran interessiert sein, ihre Mitarbeiter weiter zu qualifizieren. Dafür möchten wir als BurnusHychem gerne unseren Beitrag leisten. Das Ziel ist es, mit einem höheren Wissenstand der Mitarbeiter eine gleichbleibend hohe Qualität für den Endkunden der Wäscherei sicherzustellen.

WRP:Der Wettbewerbs- und Preisdruck im Markt ist immens. Für die Wäschereien ist deshalb die Kostenminimierung nach wie vor ein sehr bedeutendes Thema. Eine Möglichkeit sind niedrigere Waschtemperaturen. Welche Position hat hier BurnusHychem?

Dr. Andreas Lange: Unser Ziel sind Lösungen, die ökonomischen und ökologischen Anforderungen genügen. Für uns ist es wichtig, mit dem Waschverfahren in einem vorteilhaften Temperaturbereich arbeiten zu können. Schließlich müssen nicht nur Verfleckungen beseitigt werden, sondern das Ganze muss in einem sinnvollen Zeitrahmen passieren. Längere Waschzeiten bedeuten immer weniger Kapazität pro Zeiteinheit. Kurz: Wir sind nicht Anhänger einer niedrigen oder hohen, sondern eher einer mittleren Temperatur.

Holger Gärtner: Das sehe ich genauso. Wir waren die Ersten, die vor 15 Jahren mit dem Sterisan-Verfahren ein System ohne Peressigsäure in den Markt brachten. Auch heute wird es erfolgreich vor allem in der Bearbeitung von Berufskleidung mit einer Waschtemperatur von 50° C eingesetzt. Da kein Cool-Down notwendig ist, gibt es die Wasserersparnis sowie Vorteile hinsichtlich Weißgrad und Fleckoptimierung.

In vielen Wäschereien werden heute Wärmetauscher eingesetzt. Deshalb sind eher Waschtemperaturen von 60 bis 70° C ökonomisch. Dreht man sie in Richtung 40° C herunter, hat man zwar Energieeinsparungen, muss aber mehr Chemie einsetzen, was sich wiederum zum Beispiel auf das Abwasser auswirkt. Niedrige Waschtemperaturen führen zwangsläufig zu niedrigeren Spültemperaturen und damit auch zu höheren Restfeuchten.

Grundsätzlich bin ich auch beim Energiesparen ein Verfechter der ganzheitlichen Perspektive. Zum Beispiel führen die dezentralen Sparmaßnahmen an einzelnen Maschinen dazu, dass kein konstanter Temperaturverlauf über den Tagesdurchschnitt erreicht werden kann. So gibt es Ausschläge mit hohen und niedrigen Temperaturen, es gibt Unterschiede bei den Restfeuchten und beim Warenausfall der Teile. Deshalb empfehlen wir unseren Kunden – wie schon erläutert – ein ganzheitliches Konzept mit einer zentralen Wasser­aufbereitung mit einem Warmwassertank.

Dr. Andreas Lange: Natürlich nur unter der Voraussetzung, dass das Textilportfolio des Kunden dies zulässt.

WRP:Ein weiteres Thema in der Branche ist Nachhaltigkeit. Was bedeutet Nachhaltigkeit für BurnusHychem?

Dr. Andreas Lange: Bei BurnusHychem steht Nachhaltigkeit seit vielen Jahren im Fokus. Es ist damit ein zentrales Thema unserer Firmenpolitik, natürlich auch des verantwortlichen Handelns sowohl innerhalb des Unternehmens als auch extern im Umgang mit unseren Kunden.

Bereits vor 15 Jahren haben wir mit dem Sterisan-Verfahren eine Lösung entwickelt, die besonders nachhaltig arbeitet: schonend für das Textil und die Farben sowie wasser- und energiesparend.

Martin Schergung: Für uns sind Nachhaltigkeit und Qualität sehr eng miteinander verknüpft. Traditionell hat bei BurnusHychem die Qualität den höchsten Stellenwert. Das fängt bei den Rohstoffen an und setzt sich fort bei den Verfahren zur Werterhaltung der Textilien. Somit ist Nachhaltigkeit ein zentraler Bestandteil unserer Lösungen – sowohl bei den Produkten, den Verfahren als auch den dosiertechnischen Anlagen.

Das dies auch in Zukunft so bleibt, dafür sorgt unter anderem Dr. Lange mit seinem Team. Sie entwickeln nachhaltige Innovationen in unserem Kerngeschäft und werden damit weiterhin die Märkte prägen.

Dr. Andreas Lange: Nachhaltigkeit fordert auch möglichst kurze Wege. Unsere Lieferanten sitzen alle in Europa. Und unser Produktionsstandort in Steinau an der Straße ist zentral in Deutschland beheimatet.

Martin Schergung: Nicht zu vergessen beim Thema Nachhaltigkeit ist unser Rückführungssystem VRS zur Aufbereitung von Leergebinden. Es ist seit 20 Jahren ein zentraler Bestandteil unseres Umweltmanagements. Wir lassen die Verpackungen beim Kunden abholen, prüfen, reinigen und führen diese der Wiederverwendung zu. Das Rückführungssystem garantiert einen geschlossenen Kreislauf und wird von der Mehrzahl unserer Kunden genutzt.

Dr. Andreas Lange: In unseren Seminaren informieren wir ständig darüber, wie man unsere Produkte am besten einsetzt. Auch das ist ein zentraler Aspekt der Nachhaltigkeit. Genauso wie eine ökonomische Dosierung: Ein zuviel bedeutet eine Belastung – sowohl monetär für den Kunden als auch für das Abwasser und damit für die Umwelt. Ein zuwenig bei der Dosierung wirkt sich unter anderem negativ auf die Nachwaschquote aus.

WRP:Welche Anforderungen kommen aktuell aus dem Markt, welche Entwicklungen beobachten sie in der Branche?

Holger Gärtner: Ein wieder aktuelles Thema aus dem Pflegeheimbereich sind unangenehme Gerüche beziehungsweise ihre Eleminierung, wenn sie auch nach der Bearbeitung noch präsent sind. Eine Lösung haben wir mit BURTI odoro, einem Flüssigwaschmittel mit Geruchsabsorber, schon im Sortiment. Eine weitere innovative Lösung werden wir auf der Texcare International in Frankfurt präsentieren.

Dr. Andreas Lange: Eine andere Anforderung kommt aus den Hotels in der gehobenen Kategorie sowie aus dem Spa- und Wellness-Bereich. Sie wollen ihren Kunden etwas besonderes anbieten. Das kann man unter anderem erreichen, indem man in den Wohlfühloasen die Sinne des Gastes anspricht: Zum Beispiel mit einem Handtuch mit einem tollen Weißeindruck und Farberhaltung, mit einem angenehmen Duft und einer besonders guten Haptik. Wir haben dafür als separate Lösung die Nanowell-Reihe entwickelt. Das Duftkonzentrat entfaltet seinen Geruch erst bei der Nutzung des Textils.

Ganz grundsätzlich sind in den Wäschereien die Kapazitätssteigerungen enorm. Erreicht wird dies durch immer schnellere Prozesse. Um beim Trocknen Zeit zu sparen, arbeitet man mit immer höheren Temperaturen. Im Frotteebereich sind Volltrocknungszyklen in 13 Minuten möglich. Das sind schon sehr extreme Zeiten. Die hohen Temperaturen wirken sich leider nicht nur auf die Weißqualität aus, sondern haben auch einen negativen Einfluss auf die Lebensdauer des Textils.

Holger Gärtner: Ein weiterer Trend ist, dass die Fäden immer dünner, die Gewebe sehr dicht werden. Das bringt auf die Hotelbettwäsche einen sehr schönen Glanz. Aber im anschließenden Bearbeitungszyklus führen dann Lufteinschlüsse dazu, dass sich das Gewebe aufbläht. Die Folgen im Entwässerungsprozesses sind Beschädigungen und Risse an den Textilien. Auch der Glättungsprozess durch das Mangeln ist nicht ganz einfach und muss häufig durch Zusatz von Spezialprodukten unterstützt werden.

Dr. Andreas Lange: Um hier unseren Kunden eine Hilfestellung zu geben, bieten wir übrigens auch ein Seminar an, in dem das Mangeln ein wichtiges Thema ist. Dabei werden die kritischen Punkte einer Mangel und beim Mangelprozess fokussiert.

WRP:Bei seiner neuen Dosiertechnik setzt BurnusHychem auf ein System mit nur wenigen Dosierpumpen. Welche Vorteile bietet ein solches Konzept?

Holger Gärtner: Eine möglichst kleine Anzahl von Dosierpumpen bedeutet weniger Reparatur- und Platzbedarf, einen minimalen Wartungsaufwand und geringere Investitionskosten. Mit unserer Dosieranlage compactLine können zehn Waschschleudermaschinen mit elf Produkten versorgt werden. Für diese Aufgabe waren in der Vergangenheit 110 Einzelpumpen notwendig.

Bei der compactLine steht immer eine Dosierpumpe im Mittelpunkt, die mit einem speziell entwickelten Ventilverteiler arbeitet. Schläuche, weitere Pumpen und Aggregate sind auf ein Minimum reduziert. Außerdem arbeitet die Anlage mit einer pneumatischen Ventilsteuerung. Dadurch entfallen stromführende Kabel, die Anwendungssicherheit steigt. Bei der Konstruktion der Anlage wurde auf alles Überflüssige konsequent verzichtet – weniger Bauteile bedeuten mehr Sicherheit im Alltag.

Es gibt unsere Dosieranlagen für den Einsatz mit Waschschleudermaschinen und Waschstraßen. Übrigens produziert BurnusHychem die Anlagen selbst am Standort in Steinau an der Straße. Und zwar kundenindividuell konfiguriert auf die Gebinde- und Pumpengrößen.

WRP:Die Texcare International öffnet am 11. Juni des Jahres ihre Pforten in Frankfurt. Welche Schwerpunkte wird BurnusHychem auf der Messe setzen?

Dr. Andreas Lange: BurnusHychem wird Produktinnovationen vorstellen. Mehr wollen wir nicht verraten. Nur noch soviel, dass der Schwerpunkt unserer Präsentation wieder unter dem Leitthema Nachhaltigkeit stehen wird.

WRP:Welche Ziele hat BurnusHychem in den nächsten Jahren?

Holger Gärtner: Natürlich wollen wir weiter wachsen. Aber wir streben ein gesundes nachhaltiges Wachstum an. Wenn das zu schnell passiert, birgt es immer die Gefahr, dass Bestandskunden vernachlässigt werden. Service und Betreuung müssen immer gewährleistet sein. Auch hier greift wieder der Aspekt der Nachhaltigkeit, der bei BurnusHychem immer betont wird.

Dr. Andreas Lange: In den letzten Jahren konnte ein Umsatzwachstum um 10 Prozent per anno realisiert werden. Es ist kein Geheimnis, dass im hiesigen Markt ein Verdrängungswettbewerb herrscht. So wird ein Wachstum der Firma BurnusHychem auch in Zukunft bedeutend mit den Aktivitäten unserer internationalen Länderorganisationen begründet sein. Wir werden natürlich weiterhin unsere Marke BurnusHychem in die Welt hinaus tragen.

Interview aus WRP 03-2016