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CHT/BEZEMA

Innovative Lösungen für aktuelle und zukünftige Marktanforderungen

Seit 2007 gibt es das Geschäftsfeld Textilpflege bei der CHT/BEZEMA-Gruppe. Seitdem geht es kontinuierlich vorwärts, im Geschäftsjahr 2013 konnte ein neuer Umsatzrekord erzielt werden. Als einen der Erfolgsgaranten führt P. Charles Stevens, er leitet den Bereich Textilpflege, unter anderem die Kompetenz der Gruppe für innovative nachhaltige Lösungen an. Neben weiteren Neuvorstellungen präsentiert CHT/BEZEMA in diesem Jahr eine fluorcarbonfreie Imprägnierung sowie ein Verfahren, mit dem das Einwaschen von Neuware mit nur einem Waschgang gelingt.

P. Charles Stevens
Prince Charles Stevens, 1961 in Stuttgart geboren, leitet bei CHT R. Beitlich als Handlungsbevollmächtigter die Geschäftseinheit Textilpflege. P.C. Stevens ist staatlich geprüfter Textiltechniker und war insgesamt 14 Jahre in Produktionsbetrieben der Textilindustrie beschäftigt, unter anderem fünf Jahre als Betriebsleiter bei der Firma Kufner in Hohenbrunn, einem renommierten Textilveredlungsunternehmen. 1991 trat Stevens in den Außendienst der CHT R. Beitlich GmbH ein für den Vertrieb von Textilveredlungschemikalien. P.C. Stevens hat innerhalb der CHT die Geschäftseinheit Textilpflege aufgebaut und blickt inzwischen auf 22 erfolgreiche Jahre der Vertriebserfahrung zurück. Seit nunmehr 36 Jahren beschäftigt sich P. C. Stevens mit der Kombination von Textil und Chemie und kann natürlich auf beiden Gebieten auf unschätzbare Erfahrungen zurückblicken.
Michael Daur
Michael Daur ist ausgebildeter Textilreinigermeister, Diplom-Betriebswirt und Bachelor in Business and Administration. Vor 13 Jahren wechselte er aus dem Wäschereibetrieb in den Außendienst und Service für Großwäschereien zu einem renommierten Unternehmen. Seit 2009 ist Michael Daur bei der CHT angestellt. Im Unternehmen vollzog er alle Stufen vom Außendienstmitarbeiter bis zum Vertriebsleiter.
Drazen Skrtic
Drazen Skrtic ist diplomierter Betriebswirt in der Fachrichtung Energie- und Ressourcenmanagement. Nach dem Studium startete er im Vertrieb der CHT für Textilpflege. Nach über sechs Jahren in der Branche hat er zum Januar 2014 die Funktion als Gebietsverkaufsleiter Süd übernommen.
Mathias Österle
Mathias Österle ist Leiter Technischer Service und Vertrieb Textilpflege bei der BEZEMA AG in Montlingen, Schweiz. Er ist verantwortlich für die Länder Schweiz, Tschechien, Ungarn, Slowakei und Rumänien. Mathias Österle hat eine 5-jährige Ausbildung als Textilchemiker erfolgreich absolviert und ist seit 12 Jahren im Unternehmen.
Erfolgreich sind wir nur, wenn wir nützen, nicht wo wir ausnützen.
Wen meinen Sie mit großen Herstellern ? Immerhin repräsentiert CHT/BEZEMA einen Jahresumsatz von 385 Millionen Euro.
Mit Beiclean Natural offerieren wir ein Waschmittel, das zu 100 Prozent auf Basis nachwachsender Rohstoffe entwickelt wurde.
WRP: Wie war das Geschäftsjahr 2013 für den Bereich Textilpflege bei CHT/BEZEMA ?

P. Charles Stevens: Der Wachstumstrend des Geschäftsfeldes Textilpflege der CHT/BEZEMA war auch in 2013 ungebrochen. Mit einem Umsatz von circa 11 Millionen Euro liegen wir deutlich über dem Geschäftsjahr 2012. Die strategische Neuausrichtung hat nicht nur zum Umsatzrekord geführt, sondern auch zu einer deutlichen Ertragssteigerung.

WRP: Sie führen eine strategische Neuausrichtung bei CHT/BEZEMA Textilpflege an. Was bedeutet das ?

P. Charles Stevens: Der Markt stellt stets neue Anforderungen, die Bedingungen verändern sich. Unsere Aufgabe als Hersteller und Lieferant von Textilpflegelösungen ist es, neue Anforderungen und veränderte Bedingungen aufzunehmen und dafür passende Produkte zu entwickeln. Dabei wollen wir dem Markt immer einen Schritt voraus sein und fahren deshalb zweigleisig: Anforderungen aus dem Markt werden rechtzeitig erkannt und von unseren Spezialisten aus der Forschung und Entwicklung abgearbeitet. Wir wollen aber nicht nur die aktuellen Ansprüche unserer Kunden erfüllen, sondern ein gutes Stück weiter gehen. Schon jetzt arbeiten wir an den Lösungen für die Zukunft.

WRP: CHT/BEZEMA wächst nicht nur in einem hart umkämpften Markt, sondern kann sich in 2013 auch über eine deutliche Ertragssteigerung freuen. Was sind die Erfolgsfaktoren ?

P. Charles Stevens: Die Erfolgsfaktoren sind eindeutig: Sie liegen nicht nur in der Chemie unserer Produkte, sondern auch in unserer professionellen Mannschaft begründet, die jeden Tag hochmotiviert unsere Kunden betreut. Dabei gilt: Erfolgreich sind wir nur, wenn wir nützen, nicht wo wir ausnützen.

Wir bieten keine Hilfsstoffe von der Stange, sondern ganzheitliche Lösungen, zugeschnitten auf die jeweiligen individuellen Kundenanforderungen. Bei CHT/BEZEMA nimmt man sich Zeit für die Fragen und Wünsche der Kunden. Aus Entwicklungsphasen ergeben sich neue Denkanstöße: Eine neue Anwendung oder ein neues Produkt entsteht. Alle Prozesse werden simuliert. Umfangreiche Testreihen verfolgen konsequent die Anforderungsprofile unserer Kunden. Um Gutes noch besser zu machen, und um die perfekte Lösung zu finden, spielen CHT/BEZEMA-Anwendungstechniker alle Möglichkeiten durch. Dadurch kommen Resultate zustande, die unsere Kunden überzeugen. Dies schafft zufriedene Kunden.

WRP: Wenn Sie in kurzer Form ausdrücken sollen, was CHT/BEZEMA Textilpflege heute kennzeichnet, was sagen Sie dann ?

Michael Daur: Wir sind Problemlöser. CHT/BEZEMA Textilpflege steht für neue Ideen, die kontinuierlich in den Markt gebracht werden.

P. Charles Stevens: Die Kernkompetenzen von CHT/BEZEMA liegen neben dem Waschen sicherlich in dem gesamten Know-how in der textilen Kette: angefangen von der Erzeugung synthetischer und nativer Garne, über die Weberei, Strickerei, Bleichen und Entschlichten, Färben bis hin zum Ausrüsten und Beschichten. Ebenso verfügen wir über eine sehr umfangreiche eigene Laboranalytik für unterschiedlichste Aufgaben, eine leistungsstarke Forschung und Entwicklung sowie ein Innovationsteam, das sich mit den Lösungen von morgen beschäftigt.

WRP: Was ist das Innovationsteam, welche Aufgaben hat es ? Wie arbeitet das Team ?

P. Charles Stevens: Unser Innovationsteam – aktuell besteht es aus sechs Ingenieuren und fünf chemisch-technischen Assistenten – wurde 2005 ins Leben gerufen. Es hat ausschließlich die Aufgabe, sich mit den neuen Themen und den großen Trends zu befassen. Das Team betreibt eine Art Trendscouting. Die Mitglieder halten engen Kontakt zu Hochschulen und Instituten und arbeiten an geförderten Projekten und Themen, die sich den CHT-Geschäftsfeldern nicht zuordnen lassen. Das Ergebnis ihrer Arbeit ist ein Ideenpool. Einmal im Quartal präsentiert das Innovationsteam diese Ideen den vier CHT-Geschäftsfeldern Textilpflege, Bau, Performance Chemicals und Textil. Dann wird selektiert und entschieden, welche Ideen weiter verfolgt werden.

Michael Daur: Aus den Tätigkeiten der Abteilung Forschung und Entwicklung sowie dem Innovationsteam ergeben sich Schnittpunkte, mit denen CHT/BEZEMA mit innovativen Lösungen auf die aktuellen und die zukünftige Bedürfnisse reagieren kann.

WRP: Ein immer wichtiger werdendes Thema in der Branche ist Nachhaltigkeit. Welchen Stellenwert hat es für ihre Kunden und für das Unternehmen CHT/BEZEMA ?

P. Charles Stevens: Das Thema Nachhaltigkeit gewinnt für unsere Kunden weiter an Bedeutung. Schon seit Jahren beschäftigen sich die großen Wäschereigruppen damit. Mittlerweile ist es auch ein wichtiges Stichwort in den mittelständischen Unternehmen.

Drazen Skrtic: Zum Beispiel im Rahmen eines Umweltaudits, den eine Wäscherei durchführt. Hier gewinnen auch nachhaltige Produkte eine immer größere Bedeutung.

Michael Daur: Produkte auf Basis nachwachsender Rohstoffe sind auch für die CO₂-Bilanz der Wäschereien sehr interessant. Grundsätzlich beobachten wir einen anhaltenden Trend nach umweltverträglichen nachhaltigen Waschverfahren. Diesem Trend sowie unserer Verantwortung gegenüber Menschen und Natur tragen wir Rechnung mit unseren neuesten Entwicklungen, die wir in diesem Jahr präsentieren.

P. Charles Stevens: Mit der Initiative ‚Zero Discharge of Hazardous Chemicals‘ ist eine neue weltweite ökologische Anforderung aufgestellt worden, die den Einsatz von elf Stoffgruppen verbietet. Die CHT/BEZEMA-Gruppe unterstützt diese Initiative und steht im direkten Kontakt mit der ZDHC-Initiative. Das Verantwortungsbewusstsein unserer Gruppe spiegelt sich auch wieder in der Selbstverpflichtung, weltweit im Sinne der Initiative ‚Responsible Care‘ zu handeln.

Wir haben im Bezug auf die elf Stoffgruppen eine CHT/BEZEMA Positiv-Produktliste ausgearbeitet mit Textilhilfsmitteln und Textilfarbstoffen, die keine der von Greenpeace verbotenen Stoffgruppen enthalten. Wir empfehlen allen Veredlungsbetrieben, unsere Produkte einzusetzen. Diese erfüllen, eine sachgemäße Anwendung vorausgesetzt, die Anforderungen der ZDHC-Initiative vollständig. Somit ist gewährleistet, dass entsprechend ausgerüstete und behandelte Textilien in die Wäscherei kommen und auch dort nur mit ausgewählter Chemie gewaschen wird.

WRP: Welche neuen nachhaltigen Produkte und Lösungen bietet CHT/BEZEMA im Bereich Textilpflege in diesem Jahr an ?

Österle: Mit Beiclean Natural offerieren wir 2014 ein Waschmittel, das zu 100 Prozent auf Basis nachwachsender Rohstoffe entwickelt wurde. Es bietet im Waschverfahren eine hervorragende Leistung und lässt sich gut in den Waschprozess integrieren.

Drazen Skrtic: Mit dem neuen Produkt ZERO F können unsere Kunden zukünftig vollständig auf die Verwendung von Fluorcarbonen für die wasserabweisende Endausrüstung von Arbeitsbekleidung verzichten. Die Fluorcarbon-Imprägnierung wird schon seit längerer Zeit kritisch betrachtet. Denn in dieser Ausrüstung sind Spuren von als beträchtlich umwelt- und gesundheitsgefährdend eingestuften Chemikalien vorhanden. Nicht zuletzt die Kampagne DETOX, mit der sich Greenpeace-Aktivisten für schadstofffreie Textilien einsetzen, war für uns der Anstoß, über Alternativen nachzudenken. Mit ZERO F können wir schon jetzt die fluorcarbonfreie Imprägnierung anbieten.

Ender Yigitdöl: Mit ZERO F kann CHT/BEZEMA jetzt in der ganzen Kette vom konfektionierten bis hin zum in der Wäscherei aufbereiteten Textil mit fluorcarbonfreien Produkten arbeiten. Ein weiterer großer Vorzug von ZERO F ist, dass es auch schon bei niedrigen Trocknertemperaturen sehr gut funktioniert. Imprägnierungen mit Fluorcarbonen müssen über eine hohe Temperatur ausgerichtet werden, damit sie ihre schützenden Eigenschaften entwickeln können.

Drazen Skrtic: Und niedrige Trocknertemperaturen dank ZERO F minimieren nicht nur den Energieeinsatz sondern schonen auch das Material.

P. Charles Stevens: Eine weitere Neuheit ist unser Waschverfahren Smart Protection, das jetzt bei 70°C / 10 Minuten und einem Flottenverhältnis von 1:4 in die RKI-Liste eingetragen wird. Hier setzen wir eine neue Benchmark. Denn die CHT/BEZEMA ist meines Wissens der einzige Anbieter, der ein Waschverfahren mit den genannten Parametern in den Markt bringt und zur Listung angemeldet hat.
Der große Vorteil von diesem neuen Waschverfahren ist, dass wir bei 70°C waschen – und das nur mit Wasserstoffperoxid und Alkali. Es wird keine gefährliche Peressigsäure benötigt. Wir sind in der Wahl unserer Tenside frei. Letzteres ist natürlich ein großer Benefit, da unsere Kunden keine lange Wartezeiten einhalten müssen, wenn wir zum Beispiel neue Waschmittel entwickeln. Smart Protection ist schon während zehn Minuten und einem Flottenverhältnis von 1:4 aktiv. In Sachen Hygiene bieten wir so eine doppelte Sicherheit, nämlich mit Temperatur und mit Chemie.

Man kann Smart Protection mit dem Produkt Beiclean Control Plus ergänzen. Dann ist es möglich, auch im Temperaturbereich von 40 bis 60°C ohne den direkten Einsatz von Peressigsäure sehr gute Bleich- und Desinfektionsergebnisse zu erzielen. Mit diesem Bausteinkonzept reduzieren wir den gesamten CO₂-Fussabdruck der Unternehmen.

Michael Daur: Smart Protection bei 70°C ist nicht nur ein sehr textilschonendes, sondern auch ein sehr sicheres Verfahren für den Anwender.

Drazen Skrtic: Mit dem reduzierten Chemieeinsatz bei Smart Protection erfüllen wir unter anderem die Kriterien für das Prüfsiegel ‚Hautsache körperverträglich‘ für gesundheitlich einwandfreie Textilien. Dieses Prüfsiegel kennzeichnet körperverträgliche Textilien, aus denen sich – im Kontakt mit der Haut – keine Substanzen lösen, welche die Haut reizen oder den Körper gesundheitlich schädigen können. Voraussetzungen für die Vergabe des Prüfsiegels sind zum einen das Bestehen der Körperverträglichkeitsprüfung an einem Hautmodell. Zum anderen müssen die gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerte für Schadstoffe in Textilien bei der Schadstoffprüfung eingehalten werden. Nach erfolgreicher Prüfung und entsprechender Konformitätserklärung des Herstellers vergibt die Fördergemeinschaft KörperverträglicheTextilien das Prüfsiegel. Wir haben unser Waschverfahren Smart Protection diesem Test erfolgreich unterzogen.

Michael Daur: Außerdem wird es in diesem Jahr ein neues Waschmittel zum Entfernen von Graphitverschmutzungen im Bereich Berufskleidung geben. Das Produkt ist noch in der Entwicklungsphase. Wir haben damit aber schon gute Resultate erzielt und sind sehr optimistisch, dass wir sie auch in der Praxis umsetzen können.

Mathias Österle: Auch ganz im Sinne der Nachhaltigkeit ist ein neuer Prozess, der das Einwaschen von Neuware mit nur einem Waschdurchgang möglich macht. Neuware wird grundsätzlich eingewaschen, um die Appreturen zu entfernen. Bei mancher Ware muss man dies bis zu fünfmal durchführen. Unser neuer Prozess schafft dies in einem Waschgang. Dies minimiert Kosten, spart Zeit und schafft Kapazität. Er demonstriert beispielhaft auch die Problemlösungskompetenz von CHT/BEZEMA. Wie viele weitere Lösungen basiert auch dieser Prozess auf einer Idee unseres Innovationsteams.

WRP: Mit einer Waschtemperatur von 70°C beim Waschverfahren Smart Protection gehen sie einen anderen Weg als ihre Wettbewerber. Viele Waschchemielieferanten setzen auf immer niedrigere Waschtemperaturen, um Energie einzusparen.

Michael Daur: Wir finden, man darf nicht nur einzelne Parameter beziehungsweise einzelne Aggregate wie die Waschstraße betrachten, sondern muss immer den ganzen Prozess im Blick behalten. Eine höhere Waschtemperatur hat viele Vorzüge: Zum Beispiel muss weniger Chemie eingesetzt werden. Die Wäsche kommt mit einer höheren Temperatur aus der Waschstraße, das minimiert den Energieeinsatz für folgende Prozesse. Außerdem ist die Restfeuchte um sechs Prozent niedriger, auch das reduziert den Energieeinsatz.

Ender Yigitdöl: Wenn man den gesamten Energieeinsatz in einer Wäscherei betrachtet, macht das Waschen in der Waschstraße davon lediglich 15 Prozent aus. Mit einer niedrigen Waschtemperatur können vielleicht ein oder zwei Prozentpunkte gewonnen werden. Das hat in der Gesamtbetrachtung fast keine Bedeutung. Viel interessanter sind die restlichen 85 Prozent Energie, die man unter anderem benötigt, um die Ware wieder zu trocknen. Wenn man hier ansetzt, hat man einen viel größeren Hebel, um den Energieverbrauch in der Wäscherei zu minimieren.

Drazen Skrtic: Außerdem muss man beim Thema Waschtemperatur auch berücksichtigen, dass viele Betriebe große Investitionen in Wärme- und Wasserrückgewinnungssysteme geleistet haben. Diese wären weniger sinnvoll und wirksam, wenn zum Beispiel nur mit einer 40°C Waschtemperatur gearbeitet werden würde. Schließlich gilt: Je höher die Ausgangstemperatur des zurückgewonnenen Wassers, um so weniger Energie muss eingesetzt werden, um es wieder auf eine notwendige Temperatur für den Prozess aufzuheizen.

Mathias Österle: Natürlich hat CHT/BEZEMA auch 40°C-Waschverfahren für Kunden, die ein solches absolut favorisieren. Aber es ist nicht unsere Empfehlung. Zumal viele Hygieneexperten in den immer niedrigeren Waschtemperaturen in den Waschstraßen auch ein großes Gefahrenpotential für Verkeimung sehen.

WRP: Werden die chemischen Produkte für die Textilpflege von CHT/BEZEMA in Deutschland hergestellt ?

P. Charles Stevens: Die Produkte, die wir in der Textilpflege einsetzen, werden in Deutschland formuliert, mit Ausnahme von optischen Aufhellern. Aktuell denken wir über eine Kennzeichnung ‚made in Germany‘ nach, so dass der Kunde auch sofort erkennen kann, wo dieses Produkt formuliert wurde.

Durch die globale Ausrichtung der CHT/BEZEMA-Gruppe sind wir sehr nahe am Kunden und produzieren wenn möglich auch direkt in den jeweiligen Ländern. So werden die Produkte zum Beispiel für den Schweizer Markt vor Ort hergestellt. Die lokale Produktion Ort hat für die CHT/BEZEMA einen sehr hohen Stellenwert und trägt zur Nachhaltigkeit wesentlich bei.

WRP: Welchen Stellenwert hat heute Beratung / Service für die CHT-Kunden ?

P. Charles Stevens: Beratung und Service haben bei uns den höchsten Stellenwert. Wobei man hier genau differenzieren muss, so dass der Kunde auf Anhieb auch einen Mehrwert erkennt. Mit den Begriffen Beratung und Service wird manchmal sehr unpräzise umgegangen, deshalb legen wir hier Wert auf eine klare Definition.

Michael Daur: Wir definieren uns als Problemlöser. Daraus ergibt sich die große Bedeutung der Beratung und des Services von CHT für unsere Kunden.

Ender Yigitdöl: Die Qualität der CHT/BEZEMA-Beratung beim Kunden vor Ort rekrutiert sich aus der Fachkompetenz unserer Mitarbeiter, aus dem Know-how unseres technischen Service sowie dem textilen Wissen, dass das Unternehmen CHT/BEZEMA bietet – all das können wir in die Waagschale werfen, wenn der Kunde ein Problem oder eine Frage hat.

P. Charles Stevens: Zu unserem Beratungs- und Serviceangebot gehört unter anderem eine akkreditierte Umweltanalytik. Hier stehen wir mit Rat und Tat zur Seite, wenn sich ein Kunde zum Beispiel mit einem Abwasserproblem beschäftigen muss oder eine Fleckenanalyse benötigt wird. Damit eine CHT-Lösung perfekt funktioniert, führen wir bei Bedarf auch Schulungen beim Kunden durch.

WRP: Die großen Hersteller im Markt erweitern ihr klassisches Sortiment Waschchemie mit weiteren Services und Lösungen. Zum Beispiel gibt es Angebote wie Software für das Betriebsmanagement oder technische Lösungen für das Wasser- und Energiesparen. Hat CHT Textilpflege in Zukunft ähnliche Pläne ?

P. Charles Stevens: Wen meinen Sie mit ‚großen Herstellern‘ ? Immerhin repräsentiert CHT/BEZEMA einen Jahresumsatz von 385 Millionen Euro. Wir sind der Meinung, dass ein Unternehmen aus der Chemiebranche sich in erster Linie auf die Chemie und Verfahrenstechnik fokussieren sollte, nach dem Motto: Schuster bleib bei Deinen Leisten. Selbstverständlich schauen auch wir über den Tellerrand hinaus und empfehlen unseren Kunden technische Lösungen für das Wasser- und Energiemanagement sowie Software für das Betriebsmanagement. Jedoch gibt es den großen Unterschied: Wir entwickeln dies nicht selbst, wollen es nicht vertreiben oder damit Kunden binden. Wir empfehlen Spezialisten beziehungsweise Fachfirmen, für die diese Bereiche das Kerngeschäft darstellen. Dadurch sind wir immer up to date, an keinen Lieferanten gebunden und können sehr schnell auf die beste Technologie zugreifen.

WRP: Welche Ziele hat CHT/BEZEMA Textilpflege in diesem Jahr ?

P. Charles Stevens: Wir haben jedes Jahr die gleichen Ziele: Das sind Wachstum, Profitabilität und Nachhaltigkeit, damit wir die Arbeitsplätze von unseren Mitarbeitern sichern können. Wir sind vor sieben Jahren mit dem Bereich CHT/BEZEMA Textilpflege von Tübingen aus gestartet. Seitdem sind wir kontinuierlich gewachsen. Wir sind heute sehr erfolgreich im süddeutschen Raum und haben aktuell ein Team Nord aufgebaut. Sie werden die Erfolgsstory der CHT/BEZEMA Textilpflege fortsetzen.


Die CHT/BEZEMA Gruppe


Die CHT/BEZEMA Gruppe ist ein global operierendes Unternehmen. Seit mehr als 60 Jahren werden die Kunden mit innovativen und hochwertigen Qualitätsprodukten für die Textilindustrie beliefert. Mit der Kompetenz entlang der gesamten textilen Kette kann das Unternehmen individuelle Systemlösungen anbieten und mit CHT Wash Solutions auch außergewöhnliche Aufgabenstellungen in der Textilpflege lösen.

Die CHT R. BEITLICH GMBH wurde 1953 von Reinhold Beitlich gegründet. Gesellschafter sind heute eine Familien- und eine gemeinnützige Stiftung. Mit dieser Unternehmensform gelang es dem Firmengründer Kontinuität und Unabhängigkeit des Unternehmens langfristig zu sichern.

Die CHT/BEZEMA Gruppe ist mit eigenen Produktions- und Vertriebsstandorten weltweit durch 20 eigenständige Gesellschaften vertreten und erzielte im Geschäftsjahr 2013 mit rund 1.700 Mitarbeitern einen Konzernumsatz von 385 Millionen Euro.

Innerhalb des CHT Konzerns besitzt Tübingen noch heute als Unternehmensstandort eine zentrale Bedeutung. Tübingen ist das Kompetenzzentrum, hier werden innovative Ideen entwickelt und in chemische Produkte, Anwendungen oder Prozesse umgesetzt. Hier befinden sich mit modernster Technik ausgestattete Labore für Entwicklung, Analytik und Anwendungstechnik.

Neben einer Produktionsstätte in Oyten bei Bremen und Geretsried, die auf Silikonchemie spezialisiert sind, werden am zentralen europäischen Produktionsstandort in Dußlingen, nahe Tübingen, in modernsten, hoch effizienten Anlagen jährlich rund 42.000 Tonnen Spezialchemikalien produziert. Von hier aus wird ebenfalls die gesamte Logistik für den Inlandsvertrieb und den Export zentral gesteuert. CHT liefert von Deutschland aus in rund 120 Länder der Erde.

Interview aus WRP 04-2014