Firmen, Köpfe, Unternehmen, Markt, Hintergrund

www.wrp-interview.de

Hebetec Wäschereitechnik und Service

Es gibt eine riesige Resonanz des Marktes auf unseren Textil-Scanner

Hebetec in Gussenstadt liefert Komplettlösungen und technischen Service für gewerbliche Wäschereien. Seit April letzten Jahres haben die beiden Geschäftsführer Thomas Herrmann und Ralf Schröder ein neues Produkt im Sortiment: den MIC Textil-Scanner. Dieser fahndet in der Flachwäsche nach Flecken, Löchern und Beschädigungen. „Mit dem Textil-Scanner liefern wir eine zuverlässige und effiziente Lösung, die wir heute weltweit mit großem Erfolg vertreiben“, freut sich Thomas Herrmann: „Die Branche hat schon lange eine solche Lösung gefordert.“

Thomas Herrmann
Thomas Herrmann (45) war nach seiner Ausbildung zum Energieanlagen-Elektroniker (1981) bei der Firma Pfisterer Kontaktsysteme in Gussenstadt im Werksdienst tätig. Ab 1985 wechselt er zu Jensen Wäschereisysteme in Heidenheim und sammelt dort seine ersten Erfahrungen als Kundendiensttechniker in der Wäschereibranche. Im Jahr 1989 kehrte er mit seinem Abschluss zum Industriemeister in der Fachrichtung Elektrotechnik als stellvertretender Kundendienstleiter zu Jensen zurück. Heute ist Herrmann Unternehmensgründer, Inhaber und Geschäftsführer von Hebetec Wäschereimaschinen und Service in Gussenstadt.
Ralf Schröder
Ralf Schröder arbeitet seit Anfang 2007 mit Hebetec zusammen, seit September 2007 ist er im Unternehmen zweiter Geschäftsführer. Er ist für den Bereich Marketing und Vertrieb zuständig. Parallel dazu betreibt er seit 2005 eine eigene Firma, den Ralf Schröder Maschinenhandel. Nach einer technischen Ausbildung und acht Jahren Militärdienst, davon vier Jahre in der NATO, erwarb Schröder 1987 eine Wäscherei und Textilreinigung. Ab 1995 verkaufte er als freier Handelsvertreter Textilreinigungsmaschinen und Wäschereimaschinen. Später arbeitete Schröder als Wäschereileiter in einer Krankenhauswäscherei und sechs Jahre als internationaler Vertriebsleiter bei Seitz in Kriftel.
Die Tendenz in der Branche weist rigoros auf Einsparung hin. Und natürlich wird in den Bereichen Personal und Energie eingespart
WRP: Im Juni ging die Texcare International 2008 in Frankfurt zu Ende. Auch Hebetec war mit einem Stand vertreten. War es für das Unternehmen eine erfolgreiche Messe?

Ralf Schröder: Hebetec war erstmalig mit eigenem Messestand vertreten. Wir haben den Schwerpunkt bewusst auf unser Textil-Scanning-System gelegt und dieses in Frankfurt als funktionierendes Modell ausgestellt. Die Texcare war schon immer eine ausgezeichnete Plattform, um Maschinen, Zubehör und Dienstleistungen international zu vermarkten. Wir wurden hier nicht nur bestätigt, sondern waren überaus positiv überrascht über das große Interesse an unserem Scanner. Heute ‚jammern’ wir, ob der Fülle der abzuarbeitenden Kontakte, nun auf hohem Niveau.

Thomas Herrmann: Es gibt grundsätzlich eine riesige Resonanz des Marktes auf den Textil-Scanner. Die Branche hat schon lange diese Technologie gefordert, aber bisher von keinem Anbieter eine zufriedenstellende Lösung bekommen. Wir liefern diese Lösung und vertreiben sie heute weltweit.

WRP: Was leistet dieser Scanner und wer hat ihn entwickelt?

Schröder: Der Scanner ist unser aktuelles Lieblingsprodukt, er ist wirklich ein Schätzchen. Wir vertreiben ihn erst seit April letzten Jahres. Entdeckt habe ich den Scanner zufällig vor zwei Jahren auf Zypern. Dorthin hatte ich damals eine Mangel und Waschtechnik geliefert. Mein Kunde hatte eine Ausbildung in England absolviert und dort den Scanner im Einsatz erlebt. Diesen wollte er nun unbedingt haben. So habe ich dann Dr. Firouz Pouya, den Entwickler des Scanners, kennen gelernt und ihn bei der Installa­tion der Maschine auf Zypern unterstützt.

Damals erkannte ich noch gar nicht das Potenzial des Scanners. Erst ein Jahr später war ich bei einem Kunden in Bayern. Dort saß eine Frau auf einer Faltmaschine. Ich hatte keine Ahnung, was sie dort arbeitete. Man erklärte mir, dass die Mitarbeiterin Teile mit Löchern, Flecken oder die schlecht gemangelt waren, aussortieren würde. Sie kontrollierte visuell die Teile. Sie drückte einen Knopf, daraufhin wurden die mangelhaften Teile automatisch aussortiert. Es ist eine äußerst unangenehme Arbeit: Die Arbeitsplatzumgebung ist heiß, und die visuelle Kontrolle erfordert hohe Konzentration, so dass man schnell ermüdet und die Tätigkeit maximal eine halbe Stunde ausüben kann. Als ich dem Kunden sagte, dass diese Arbeit auch eine Maschine erledigen könnte, erklärte er mir nur, dass es keinen funktionierenden Scanner geben würde. Diesen Kunden haben wir nach Edinburgh, Schottland, eingeladen. Dort konnte ich ihn dann vom Gegenteil überzeugen. So kam die Geschichte ins Rollen.

Entwickelt wurde der Scanner wie schon erwähnt von Dr. Pouya, der Electronics in Bath studierte und ein exzellenter Programmierer ist. Vor 15 Jahren hatte er vom Hotel Savoy in London den Auftrag bekommen, für die dortige Wäscherei einen Scanner zu entwickeln. Dieser sollte sicherstellen, dass die gesamte Bettwäsche endlich makellos in die Zimmer kommt. Dr. Pouya entwickelte das erste funktionierende System und hat dieses seitdem immer weiter optimiert.

Herrmann: Heute ist es nach Aussage der Kunden das einzige im Alltag funktionierende Aussortiersystem. Hinzu kommt, dass das Scanner-System auch preiswert und noch dazu wartungsfrei ist. Es hat keine beweglichen Teile und benötigt keine Kühlung. Ersatzteile sind, falls sie wirklich einmal benötigt werden, immer verfügbar. Da wir zum Beispiel eine preiswerte Kameratechnologie einsetzen, ist diese auch sehr moderat in der Ersatzbeschaffung. Es ist auch nicht unsere Philosophie, uns mit Ersatzteilverkauf zu bereichern und uns so zusätzlich an unseren Kunden schadlos zu halten.

WRP: Wie viele Systeme haben Sie bisher verkauft und wer sind die Kunden?

Schröder: Im April letzten Jahres hatten wir das erste Scanner-System bei Greif in Augsburg aufgestellt. Später haben wir noch drei weitere Systeme im Unternehmen installiert. Insgesamt haben wir bis jetzt 13 MIC-Scanner verkauft und eingerichtet. Weltweit sind schon über 100 Systeme im Einsatz.

Unsere Kunden in Deutschland sind Großwäschereien, die ausnahmslos Mietwäsche machen. Man braucht eine große Anzahl uniformer Wäsche, nur dann macht der Einsatz eines solchen Systems Sinn. Gescannt werden kann einfarbige Wäsche, auch Einwebungen in der gleichen Farbe wie Damast oder Atlasbindungen beziehungsweise Tischwäsche sind kein Problem. Die Scanngeschwindigkeit beträgt bis zu 60 Meter in der Minute.

WRP: Kann der Scanner auch Wäsche mit Musterungen kontrollieren?

Schröder: Das kann leider nicht gescannt werden. Aber weltweit leistet dies auch kein anderes System. Eine solche Lösung ist technisch einfach zu aufwendig. Wenn die Wäsche Streifen hätte, müsste man die Streifen ausblenden. Was passiert, wenn ein Flecken kommt, der für die Kamera wie ein Streifen aussieht? Er würde den Flecken ausblenden und nicht registrieren. Es macht schlichtweg keinen Sinn, eine solche Lösung wäre immer ein Kompromiss.

WRP: Wie groß ist der deutsche Markt für eine solche Scanner-Technik?

Herrmann: Ich schätze diesen Markt in Deutschland auf rund 200 Systeme. Aber wir sind mit dem Textil-Scanner nicht nur in Deutschland aktiv. Zwei Systeme haben wir jetzt in die Schweiz verkauft und eines läuft bereits in Österreich. Seit der Texcare 2008 besitzen wir auch den interna­tionalen Vertrieb für das Produkt. Aktuell bauen wir eine internationale Händlerstruktur auf, angefangen haben wir mit Skandinavien, Kanada, Australien, Italien, Spanien und Frankreich. Den deutschsprachigen Raum bedienen wir selbst. Der Aufbau eines internationalen Vertriebes ist in der Tat eine große Herausforderung. Wir können zwar den weltweiten Vertrieb steuern, aber dies nur mit Vertriebspartnern machen, deren Philosophie mit der unsrigen weitestgehend übereinstimmt. Trotzdem, es baut sich langsam aber stetig auf.

WRP: Welche Länder kommen für eine solche Technik in Frage?

Schröder: Erst einmal natürlich alle deutschsprachigen Länder. Sowie alle Länder, in denen Betriebe eine gute Qualität liefern müssen. Vor allem Skandinavien ist ein hochinteressanter Markt mit großen Wäschereien, die schon lange auf eine solche Lösung gewartet haben. Frankreich kommt bedingt in Frage, außerdem Italien und Spanien.

Grundsätzlich ist unser Textil-Scanner für alle Länder mit viel Tourismus und entsprechend hoher Hotel- und Bettenzahl interessant. Dort gibt es große Mengen Wäsche und meistens einen harten Wettbewerb unter den Dienstleistern. Wo Wettbewerb herrscht arbeiten auch Betriebe, die mit Qualität den Markt erobern wollen. Diese Qualität muss man natürlich kontrollieren. Entweder macht man dies über teures Personal oder eben über Technik, wie wir sie mit unserem Scanner anbieten.

WRP: Bieten sie den Scanner auch in anderen Branchen an?

Schröder: Angefangen haben wir mit dem Vertrieb in Wäschereien. Wir haben aber auch Anfragen aus der Textilveredlungsindustrie. Aktuell stehen wir kurz davor, in dieser Branche hier in Deutschland das erste System einzurichten. In dieser Textilveredlungsindustrie sehe ich ein Riesenpotential für unser Produkt.

WRP: Leistet Hebetec auch den Service für die Scanner-Technik?

Herrmann: Ja. Im deutschsprachigen Raum sind es relativ kurze Wege. Wir können bei Problemen schnell und unkompliziert reagieren.

WRP: Auch andere Hersteller bieten Textil-Scanning-Systeme an. Worin unterscheiden sich die verschiedenen Lösungen?

Schröder: Unser System ist voll alltagstauglich. Die Produkt­lösungen anderer Hersteller können ausschließlich weiße Wäsche scannen beziehungsweise tun sich mit farbiger Wäsche schwer. Aber ein Scanning-System muss im Alltag funktionieren. Es gibt zum Beispiel im Betrieb unterschiedliche Lichtverhältnisse und verschiedene Farben bei den Textilien. Ein gut funktionierender, alltagstauglicher Scanner verfügt deshalb unter anderem über ein modulares Lichtsystem, damit er sich den unterschiedlichen Farben anpassen kann. Wenn eine Anlage immer wieder neu kalibriert werden muss oder immer wieder ausfällt, ist sie nach meiner Ansicht für die Praxis nicht geeignet. Unser MIC Scanner ist voll alltagstauglich und erfüllt alle Anforderungen, die in einer Wäscherei gestellt werden.

WRP: Warum sollte sich eine Wäscherei einen solchen Scanner anschaffen? Wie geschieht die Qualitätskontrolle jetzt in den Wäschereien?

Schröder: Ich glaube, dass die Kontrolle der Qualität in vielen Wäschereien kein zentrales Thema ist. Viele Betriebe arbeiten nach dem Prinzip: Wenn mein Kunde nicht einwandfreie Wäsche bekommt, schickt er sie halt einfach zurück. Ich denke, dass das ein wenig kurz gedacht ist. Viele Kunden mögen das eine zeitlang mitmachen. Aber heute ist das Housekeeping oftmals ausgesourct. Deren Mitarbeiter arbeiten im Akkord. Wenn diese regelmäßig mit Flecken auf der Wäsche konfrontiert werden, wird das Housekeeping sich schnell einen neuen Dienstleister für die Wäsche suchen. Unser Scanning-System sichert zu 100 Prozent eine einwandfreie Qualität.

WRP: Nun gibt es Hebetec schon länger im Markt. Wann wurde das Unternehmen gegründet?

Herrmann: Hebetec wurde am 1. Juli 1990 von mir gegründet, damals noch mit einem anderen Partner. Ursprünglich waren wir schwerpunktmäßig im Bereich des Wäscherei-Services mit Reparatur und Wäschereizubehör und erst in zweiter Linie mit Maschinenverkauf tätig. Später wurde noch der Bereich Elektroanlagen in unser Unternehmen eingegliedert. Die Übernahme von verschiedenen Werkskundendiensten und Vertretungen namhafter Wäschereimaschinenhersteller ergänzte unseren Tätigkeitsbereich.

Durch die Zusammenarbeit mit Ralf Schröder, ich kenne ihn schon seit vielen Jahren, haben wir unsere Marktausrichtung neu strukturiert. Wir entwickelten gemeinsam neue Ideen, dies machte es möglicht, unser jetziges Produkt- und Dienstleistungs-Portfolio zu verwirklichen. Seit letztem Jahr ist Ralf Schröder zweiter Geschäftsführer bei Hebetec. Heute ist die Aufgabenverteilung im Unternehmen ganz einfach: Ich bin für die Technik und Ralf Schröder für Vertrieb und Marketing zuständig.

WRP: Hebetec liefert „Wäschereitechnik für Profis“. Bis zu welcher Betriebsgröße statten sie Wäschereien aus, und welche Produkte sind im Sortiment?

Schröder: Unsere Kunden sind kleine Wäschereien bis hin zum Großbetrieb. Im Wäschereibereich liefern wir unter anderem Waschschleudermaschinen, Trockner, Mangelstraßen, Legemaschinen und Waschstraßen. Mit Image und Vega haben wir eine Produktlinie in unserem Sortiment, die wir über unseren niederländischen Partner, Ad van Geffen – er ist Eigentümer von Vega Systems –, beziehen. Ad van Geffen hat den europäischen Vertrieb der Image Linie übernommen. Die Image Maschinen zeichnen sich durch sehr gute Qualität und extrem niedrige Preise aus. Sie überzeugen mich durch ihre robuste und im positiven Sinne einfache Technik. Image ist ein thailändisches Unternehmen, das bei der Entwicklung seiner Produkte auf europäisches Know-how setzt. Die Image-Inge­nieure kommen teilweise auch aus Deutschland und haben früher bei europäischen Maschinenherstellern gearbeitet.
Die Mangel- und Falttechnik von Vega, deren Ursprünge aus der früheren Amko-Zeit hervorgehen, bietet unseren Kunden eine sehr zuverlässige Technik zum vernünftigen Preis. Abgerundet wird unser Sortiment durch unsere Zusammenarbeit mit Fintec. Das Unternehmen entwickelt und produziert bekanntermaßen innovative und extrem solide Produkte.

WRP: Welchen Markt bedient Hebetec, welche Kunden hat das Unternehmen?

Schröder: Wir bedienen den klassischen Wäschereimarkt und, wie schon erwähnt, jetzt auch Textilveredlungsbetriebe. Im Neumaschinenbereich betreuen wir direkt nur das Gebiet Baden-Württemberg und Bayern. Schließlich wollen wir hier unsere Kunden zuverlässig und schnell mit unserem Service unterstützen. Im Gebrauchtmaschinenbereich und Zubehörverkauf agieren wir weltweit, teilweise direkt, aber in der Regel über Partnerbetriebe.

WRP: Welche Klientel bedienen „ihre“ Wäschereien?

Herrmann: In der Hauptsache Hotels, Krankenhäuser, Altersheime, institutionelle Einrichtungen, Restaurants, also dort wo viel uniforme Wäsche eingesetzt wird. Das geht los bei kleineren Betrieben bis hin zu privater Wäsche.

WRP: Bietet Hebetec weitere Dienstleistungen an? Sind sie im weiteren Sinn auch eine Unternehmensberatung?

Schröder: Schuster bleib bei Deinen Leisten – Unser Portfolio ist groß und die zu betreuenden Kunden zahlreich. Dr. Mario Theißen, Sportchef bei BMW, hatte einmal einen Rennunfall von Juan Pablo Montoya so kommentiert: Erst ging ihm das Talent aus und dann auch noch die Straße. Ich meine, man sollte seine Möglichkeiten und auch die Fähigkeiten nicht überschätzen. Wir können in unserem Fachbereich sehr wohl beratend tätig sein. Aber andere sollen ja auch noch etwas zu tun haben.

WRP: Was zeichnet Hebetec aus? Was zeichnet die Produkte aus, die das Unternehmen seinen Kunden liefert?

Herrmann: Ich glaube fest daran, dass unsere Kunden, mit denen wir schon seit vielen Jahren zusammen arbeiten und die Kunden, mit denen wir in vielen Jahren noch immer zusammen arbeiten werden, Ihnen diese Frage viel besser beantworten können.

Schröder: Der Grund, warum unser Team zusammen gefunden hat ist der, dass wir alle bezüglich unserer Ausrichtung ähnlich gestrickt sind. Dies spiegelt sich auch in unserer Unternehmensphilosophie. Bei uns steht der Kunde im Vordergrund und mit diesem wollen wir auch noch in vielen Jahren gut und vertrauensvoll zusammen arbeiten. Geradlinigkeit, Ehrlichkeit und Zuverlässigkeit zeichnen uns aus. Es ist einfach ein tolles Gefühl, wenn man ruhig und mit guten Gewissen schlafen kann. Weil dies im privaten Bereich und im Umgang mit Freunden genauso ist, wird dies auch im geschäftlichen Bereich weiterhin so sein.

Herrmann: Und mit der Wahl unserer Produktlinie verhält es sich ebenso.

Wir haben im Vorfeld kritisch die Produkte, die wir heute anbieten, geprüft und eine gute Mischung aus Zuverlässigkeit, solider Bauweise bei gutem Preis-/Leistungsverhältnis gefunden. Ebenso ist es uns gelungen, für unsere Kunden funktionierende Produkte und Lösungen zu finden, auf die sie schon lange gewartet haben.

WRP: Wie beurteilen Sie die weitere Entwicklung im Markt der Textilpflege? Welche Trends beobachten sie?

Schröder: Ganz klar die Konsolidierung des Marktes. Im Bereich Wäscherei und nicht nur dort beobachten wir den Wegfall der „Mittelschicht“, analog zur Entwicklung in unserer Gesellschaft. Die mittleren Betriebe haben entweder die Wahl sich zu verkleinern beziehungsweise zu vergrößern und enorm produktiv zu arbeiten und/oder sich zu spezialisieren. Dazwischen wird fast jede Wäscherei unwirtschaftlich werden und früher oder später die Konsequenzen ziehen müssen.

Die Tendenz weist rigoros auf Einsparung hin. Und natürlich wird in den Bereichen eingespart, welche die größten Kosten verursachen: Personal und Energie. Ein Beispiel: Einer unserer größten Kunden hat fünf Waschstraßen an einem Standort. In naher Zukunft werden diese Waschstraßen nicht mehr mit zusätzlicher Energie zur Temperaturerreichung versorgt werden müssen, sondern diesen Energiebedarf allein aus der zurück gewonnenen Wärme der Trockner und der Mangelstraßen decken. Dagegen wird in vielen mittleren Betrieben kaum Energie zurück gewonnen. Das Wasserrecycling ist in den meisten Großbetrieben bereits Standard und Wasserverbräuche von zwei bis drei Litern Frischwasser je Kilogramm Ware werden erreicht. Solche Investitionen lassen sich naturgemäß von großen Betrieben besser stemmen, da dort die Amortisation viel schneller erreicht ist.

Herrmann: Sie werden außerdem immer weniger Personal in den einzelnen Großbetrieben antreffen, da viel mehr automatisiert wird. Die vollautomatische Wäscherei ist vielleicht gar nicht mehr so weit entfernt wie manch einer glaubt. In einer österreichischen Wäscherei steht zum Beispiel kein Personal mehr an der Mangel, sondern nur noch an der Einklammerstation und am Ende der Wäscherei, wo alle Wäschestapel bereits verpackt ankommen. Unser Scanning-System hat dort bereits zu 100 Prozent die Qualitätskontrolle übernommen.

WRP: Zurzeit sorgt Hebetec mit seinem Textil-Scanner im Markt für Furore. Welche Unternehmensziele haben sie?

Herrmann: Das ist ganz einfach: Wir wollen zufriedene Kunden und ein gesundes Unternehmenswachstum. Im nächsten Jahr werden wir unseren neuen Unternehmenssitz hier in Gussenstadt beziehen. Außerdem wollen wir mehr Teile unseres Textil-Scanners hier in Deutschland fertigen lassen. So können wir schneller und flexibler unsere Kunden bedienen und bei Problemen schneller reagieren.

Interview aus WRP 09-2008