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Heprotex Maschinen

Kontinuität, Seriosität sowie zuverlässige und qualitativ hochwertige Technik

Heprotex Maschinen in Klingenberg ist seit fast 30 Jahren zuverlässiger Dienstleister in Textilreinigungen und Wäschereien. Das Unternehmen vertreibt Maschinentechnik, leistet den technischen Service und hilft den Kunden mit Beratung und Planung. Im Interview des Monats sprachen wir mit Kurt Mathiowetz, Geschäftsführer Heprotex, unter anderem darüber, wann die Textilreinigungen endlich wieder in neue Reinigungsmaschinen investieren, auf welche Themen sich die Betriebe konzentrieren sollten und warum Heprotex den Dampftechnikhersteller Mingazzini mit ins Sortiment aufgenommen hat.

Kurt Mathiowetz
Kurt Mathiowetz ist Geschäftsführender Gesellschafter bei Heprotex Maschinen, die ihren Geschäftssitz im mainfränkischen Klingenberg-Trennfurt hat. Der gelernte Elektriker hat seinen beruflichen Weg bei der Hepro Maschinen in Stockstadt begonnen. Als technischer Leiter der Firma war er auch maßgebend an der Gestaltung des Lieferprogramms beteiligt. Seit neun Jahren leitet Mathiowetz als alleiniger Geschäftsführer die Nachfolgefirma Heprotex. In den letzten Jahren ist es ihm gelungen, das Programm entscheidend zu erweitern und den Schwerpunkt in Richtung Waschtechnik zu legen. Mathiowetz ist verheiratet und hat zwei Söhne, die bereits, wie auch die Gattin, in der Firma mitarbeiten.
Heprotex wird weiterhin zuverlässige und qualitativ hochwertige Technik liefern. Wir werden auch in Zukunft unsere Kunden mit unseren Serviceleistungen überzeugen.
WRP: Herr Mathiowetz, alle Reinigungsmaschinenhersteller und -lieferanten warten darauf, dass die Textilreinigungen in neue Reinigungsmaschinen investieren. Wann ist es soweit?

Kurt Mathiowetz: Das ist richtig. Schließlich mussten fast alle Reinigungen bis 1995 neue Anlagen kaufen, in der Zeit von 1990 bis 1995 konnten Hersteller und Lieferanten sehr gute Geschäfte machen. Diese Maschinen sind jetzt abgeschrieben, Zeit also für neue Anlagen. Aber ich glaube, das kann noch dauern. Meine Erfahrungen sind: Die Reinigungsmaschinen in den Betrieben arbeiten noch immer zuverlässig und es gibt eigentlich kaum Argumente, warum der Reiniger eine neue Anlage kaufen sollte. Für mich sind die neuen Maschinen in den Bereichen Technik, Verbrauch, Leistung und Energie nur in Nuancen besser als die im Markt befindlichen Maschinen. So kann ein Reiniger auch mit einer 1995er Maschine noch Geld verdienen.

WRP: Dann wartet auch Heprotex. Sie vertreiben ja auch Reinigungsmaschinen.
Mathiowetz: Ja. Unsere Maschinen werden von Firbimatic zugeliefert. Firbimatic ist ein in Deutschland nicht sehr bekannter Hersteller, in Europa aber größter Produzent von Reinigungsmaschinen. Bis 2002 verkauften wir Maschinen von Amalind. Als die Ersatzteilbeschaffung immer schwieriger wurde, entschieden wir uns für Firbimatic. Dieser Hersteller ist zukunftsorientiert, innovativ und bietet eine solvente geschäftliche Basis.

WRP: Welche Produkte liefert Heprotex für Textilreinigungen?

Mathiowetz: Den Finishbereich bedienen wir mit Fimas-Technik. Diese erfreut sich in Deutschland steigender Beliebtheit. Fimas-Eigentümer ist die Macpi-Gruppe. Macpi ist einer der weltweit führenden Produzenten für Finishtechnik. Man muss sagen, dass Fimas sich bis 1996 eher durch eine träge Modellpolitik und wenig Innovationen ausgezeichnet hat. Seitdem gibt es eine neue Führung, die das Fimas-Programm, auch dank der Macpi-Gruppe mit ihren Konstruktions- und Designabteilungen im Hintergrund, komplett auf Vordermann brachte. Es wurden in dieser Zeit eine Vielzahl neuer Maschinen entwickelt und produziert. Diese besitzen eine Qualität, die auch für die Konfektion ausreichend ist. Dort laufen die Finishmaschinen oftmals im 2-Schicht-System. Fimas-Technik kann dies auch leisten, sie ist absolut zuverlässig und robust.

In unserem Fimas-Sortiment gibt es Hemdenfinisher für Textilreinigungen und Wäschereien. Der Universalfinisher kommt in Altenheimen zum Einsatz. Heute kann das Fimas-Sortiment 80 Prozent aller Anforderungen der Textilpflegebetriebe erfüllen. Ich bin sicher, auch der Rest wird bald kommen. Heprotex besitzt damit steigende Verkaufsoptionen in diesem Bereich, der noch immer gute Möglichkeiten bietet. Schon heute ist er für uns ein bedeutender Umsatzträger.

Mit Firbimatic können wir ein breitgefächertes Programm im Bereich Reinigungsmaschinen offerieren. Gebaut werden Maschinen für das Lösemittel Perchlorethylen wie auch für alternative Lösemittel. Die derzeit aktuelle Baureihe der Per-Maschinen trägt den Namen Vortex. Es sind Beladegrößen von 18, 20, 25, 32 und 40 Kilogramm lieferbar. Dank Modul-Konstruktion lassen sich je nach Kundenwunsch auch Tandem-Lösungen unterschiedlicher Beladekapazität aufbauen. Besonders wirtschaftliche Arbeitsweise gewährt die Per-Baureihe Ecoline, die mit den Beladegrößen 10, 12 und 15 Kilogramm vor allem kleinere Betriebe anspricht.

Mit den Beladekapazitäten 40, 50, 60 und 80 Kilogramm sind die Industriemaschinen im Firbimatic-Programm vertreten. Der modulare Aufbau ermöglicht auch hier kundenspezifisch zugeschnittene Tandem-Aggregate. Für den Einsatz von Kohlenwasserstoff-Lösemittel ausgelegt ist die Baureihe EcoGreen, die in den Kapazitäten 18, 20, 25, 32, 40 und 60 Kilogramm geliefert wird. Und auch EcoGreen-Maschinen können als Zwei-Tank-Versionen in besonders schmaler Bauweise geordert werden.

WRP: Heprotex Maschinen bediente in der Vergangenheit ausschließlich Textilreinigungsbetriebe, heute sind es auch Wäschereien. Hat diese Sortimentserweiterung auch mit den Entwicklungen im Textilreinigungsmarkt zu tun?

Mathiowetz: Natürlich. Hepro Maschinen, so hieß das Unternehmen damals, wurde 1980 von Lutz M. Köhler gegründet. Bis Mitte der 1990er Jahre konzentrierten wir uns, ich arbeitete damals als technischer Leiter für das Unternehmen, mit großem Erfolg ausschließlich auf Textilreinigungen und belieferten diese mit Reinigungsmaschinen und Finishtechnik. Mit der 2. BimSchV begann das große Sterben der Textilreinigungsbetriebe. Von ehemals rund 8.000 Betrieben in Ost und West sind heute vielleicht noch 3.000 übrig. Diese negative Entwicklung blieb natürlich auch für Zulieferbetriebe wie Hepro Maschinen nicht ohne Konsequenzen. Das Geschäft mit Textilreinigungen war massiv rückläufig. Wir wussten, entweder öffnen wir uns neuen Geschäftsfeldern oder es wird ganz schwierig. Ich hatte bis dahin nebenbei einige Anlagen im Bereich Textil­aufbereitung verkauft. Also schon damals wusste ich, dass Wasser zum waschen und Trockner zum trocknen da sind. Aufgrund dieser Erfahrungen war es naheliegend, sich auch auf die Wäschereien zu konzentrieren. Wir wussten, in diesem Segment werden wir unser Know-how, unsere Erfahrungen und unseren Service erfolgreich einsetzen können.

WRP: Welche Bedeutung hat heute der Textilreinigungs- beziehungsweise der Wäschereimarkt für Heprotex?

Mathiowetz: Heute erzielt Heprotex 70 Prozent seines Umsatzes im Bereich Wäscherei, 30 Prozent sind es im Textilreinigungssegment. Nach wie vor besitzen wir im Bereich Textilreinigung ein großes Know-how und wir können hier immer wieder neue Kunden gewinnen. Die Textilreinigung wird auch in Zukunft ein bedeutender Bereich bei Heprotex sein.

WRP: Wie beurteilen sie das Investitionsverhalten der Textilreinigungen?

Mathiowetz: Die Betriebe, die das massive Unternehmenssterben in der Textilreinigungsbranche überlebt haben, sind heute wieder in einer Position, dass sie investieren können. Die wirtschaftliche Situation scheint sich zu entspannen. Natürlich sind die Zeiten, in denen sehr viel Geld mit der Dienstleistung Textilreinigung verdient wurde, endgültig passé. Die Betriebe, die kaufmännisch solide und seriös ihre Dienstleistung anbieten, werden auch eine Zukunft haben – und deshalb investieren. Das gilt sowohl für Textilreinigungen als auch Wäschereien.

WRP: Auch wenn Heprotex die Textilreinigungen weiterhin betreut – der Fokus liegt heute bei den Wäschereien. Hier arbeiten Sie mit dem Girbau-Sortiment. Gab es diese Zusammenarbeit von Beginn an?

Mathiowetz: Von 1997 bis 2003 verkauften wir erfolgreich Primus-Maschinen im Wäschereibereich. Seit 2003 arbeiten wir mit Girbau zusammen. Damals gab es einige Vertriebsunternehmen für diese Produkte. Heute ist Heprotex in Deutschland Girbau-Hauptlieferant. Dies haben wir uns hart erarbeitet und viel Umsatz mit diesen Produkten erzielt.

WRP: Gibt es bei den Girbau-Produkten, die Heprotex liefert, einen Schwerpunkt?

Mathiowetz: Wir verkaufen hauptsächlich Waschschleudermaschinen und Trockner. Die Waschschleudern sind nach meiner Ansicht auch heute noch die Sahnestücke im Girbau-Sortiment.

Grundsätzlich gibt es für Girbau-Produkte viele Einsatzfelder in allen Wäschereigrößen. Und das Sortiment des spanischen Herstellers wird immer umfangreicher. Schon heute kann man mit Girbau-Technik auch große Wäschereien ausstatten. Es gibt nicht nur die notwendige Waschtechnik mit Waschstraßen und Pressen, sondern auch die passende Mangeltechnik. Gerade habe ich eine Gasmangel verkauft, die hervorragend läuft. Diese Mangel haben wir mit viel Engagement an die Anforderungen in deutschen Betrieben angepasst. Sie liefert eine ausgezeichnete Qualität. Weitere Produkte in unserem Girbau-Sortiment sind Durchlademaschinen.

WRP: Heprotex verkauft nicht nur Maschinen, sondern bezeichnet sich als zuverlässiger Partner der Betriebe. Was bedeutet das?

Mathiowetz: Wir sind Dienstleister. Dazu gehören neben dem Vertrieb auch die Beratung und die Planung sowie der technische Service. Wir helfen unseren Kunden, dass sie in die optimale Technik für ihre Anforderungen investieren.

Wenn wir ein Produkt in unser Sortiment aufnehmen, gibt es dafür auch ein Verfahren, einen Fahrplan. Das bedeutet, dass wir uns natürlich mit der notwendigen Technik versehen, um sie verkaufen zu können. Um die Beratung und den Service kompetent und seriös zu leisten, brauchen wir das Know-how, wir müssen die Technik verstehen. Und wir brauchen ein gut sortiertes Ersatzteillager, für das wir viel Geld in die Hand nehmen. Das ist unsere Philosophie. Wenn die erste Maschine geliefert und installiert ist, müssen auch die Ersatzteile bevorratet sein. All dies bedeutet immer einen Invest für Heprotex. Aber uns ist es wichtig, dass wir professionell beraten und auch schnell reagieren können, wenn ein Kunde mit seiner Technik Probleme hat. Dies als Partner der Betriebe zu leisten, darauf konzentrieren wir uns.

Ich denke, dass ein Bauchladen mit vielen unterschiedlichen Produkten nur schwer zu beherrschen ist. Wenn unsere Techniker zum Beispiel jede Woche mit Girbau-Maschinen zu tun haben, kennen sie sich bestens mit der Technik aus. Unsere Mitarbeiter bekommen regelmäßig Schulungen, um sie mit den aktuellsten Wissen und Kenntnissen zu versorgen. So können sie technische Probleme sicher und schnell lokalisieren. Unser umfangreiches Ersatzteillager macht es möglich, dass nahezu jedes Ersatzteil innerhalb von 24 Stunden zum Kunden geliefert werden kann.

Ein Beispiel: Wir haben ein großes Textilservice-Unternehmen als Kunden. Dort laufen in mittlerweile sechs Betrieben Girbau-Maschinen im 2-Schicht-Betrieb mit einer Auslastung von 99 Prozent. Wenn wir es nicht schaffen würden, innerhalb von 24 Stunden eventuelle Probleme zu beseitigen, würde das ganze Band stehen. Wenn wir dies für einen solch großen Kunden leisten können, schaffen wir es selbstverständlich auch für jeden kleineren Betrieb.

WRP: Und das macht Heprotex deutschlandweit?

Mathiowetz: Wir leisten dies nahezu deutschlandweit. Dort, wo die Brennpunkte in Deutschland sind, sind wir mit Vertrieb und Service präsent. Unser Techniker-Team hier in Klingenberg besteht aus drei Mitarbeitern. Außerdem gibt es Techniker im Ruhrgebiet, in Bad Oldesloe, München, Kulmbach und Berlin.

WRP: Welche Kunden bedient Heprotex?

Mathiowetz: Heprotex ist heute zuverlässiger Partner für Wäscherei-, Reinigungs- und Bügeltechnik. Unsere Kunden kommen aus Textilreinigungen und dem gewerblichen Wäschereibereich. Wir haben viele Großwäschereien, mittlere Wäschereien und auch kleinere Betriebe. Grundsätzlich ist uns der kleine Betrieb genauso wichtig wie der große. Heprotex ist heute in Deutschland fest etabliert und wir konnten den Kundenstamm sowohl im Segment der Textilreinigungen, als auch im gewerblichen Wäschereibereich sowie im Alten- und Pflegeheim-Sektor kontinuierlich erweitern.

WRP: Welche Unternehmensphilosophie hat Heprotex?

Mathiowetz: Unsere Philosophie ist ganz einfach: Wir wollen zufriedene Kunden. Deswegen versorgen wir sie mit einer Technik, die qualitativ sehr hochwertig ist, sich durch eine lange Lebensdauer auszeichnet und ihnen die Möglichkeit bietet, damit Geld zu verdienen. Dieses Geschäft wickeln wir sachlich fachlich korrekt ab, am Ende sollen beide Seiten zufrieden sein. Beleg dafür, dass wir das richtig machen, sind die vielen Stammkunden, die wir seit Jahren bedienen.

WRP: Heprotex erweitert stetig sein Sortiment. Jetzt haben Sie auch die Dampftechnik mit aufgenommen. Warum setzt Heprotex auf eine immer breitere Produktpalette?

Mathiowetz: Das ist nicht ganz korrekt. Heprotex hat schon immer Dampfkessel verkauft. Wir haben uns deshalb mit diesem Thema intensiver beschäftigt und suchten nach Alternativen. Auf einen Hinweis der Hepro Schweiz hin, mit der enge Verbindungen bestehen, wurden wir im nord­italienischen Parma fündig. Hier baut das Familienunternehmen Mingazzini seit 1929 Dampfkessel für Industrie und Gewerbe.

Die heutige Produkte-Palette von Mingazzini umfasst Flammrohr-/Rauchrohr-Kessel für praktisch alle Anforderungen, die Gewerbe und Industrie stellen. In der Modellreihe PVR sind Anlagen zusammengefasst, die stündlich zwischen 300 und 4.000 Kilogramm Dampf produzieren. Die Modelle unter der Bezeichnung PB liefern zwischen 2.000 und 8.000 Kilogramm Dampf pro Stunde und große thermische Anlagen unter der Modellbezeichnung PB-F haben Kapazitäten von 10.000 bis 25.000 Kilogramm Dampf in der Stunde.

Charakteristisch für Mingazzini ist die große Fertigungstiefe. Dies schafft die Voraussetzungen, damit die Kesselanlagen in einer streng und umfassend kontrollierten Fertigungs-Qualität ausgeliefert werden können. Mit etwa 60 Beschäftigten werden pro Jahr über 200 Kesselanlagen fertig gestellt.

Grundsätzlich ist diese Dampftechnik für viele Bereiche interessant. Dies gilt nicht nur für Textilreinigungen, Wäschereien und punktuell große Altenheimwäschereien. Wir haben hier in der Region sehr viele potentielle Kunden wie Vulkaniseure, Brauereien und auch lebensmittelverarbeitende Betriebe. Heprotex kann mit dieser Technik neue Umsatzfelder realisieren. Dies machen wir schon sehr erfolgreich.

WRP: Hat dieser Erfolg mit der neuen Dampftechnik auch damit zu tun, dass das Thema Energie eines der wichtigsten in der Branche ist?

Mathiowetz: Über das Thema Energie brauchen wir in diesem Zusammenhang nicht zu diskutieren. Moderne Kesseltechnik bedeutet weniger Energieeinsatz im Betrieb. Dank einer vernünftigen Energiekonzeption mit einem zentralen Element moderner Dampftechnik lässt sich im Monat viel Geld sparen.

Seitdem wir uns intensiver mit dem Thema Dampftechnik beschäftigen, haben wir viele Zusammenhänge im Zusammenspiel zwischen Energie, Wasser und Wäschereitechnik gelernt. Das Wissen über die Auslegung einer Kesselanlage im Zusammenhang mit den Abläufen in einem Betrieb ist in der Regel nicht immer optimal. Wir beherrschen beides, also sowohl die Wasch- als auch Dampftechnik. Deshalb können wir unseren Kunden auch sehr passende Energiekonzeptionen liefern. Wir beraten unsere Kunden vor Ort, schauen uns die Waschtechnik, Trockner, Versorgungsinstallationen und Dampftechnik an. Entsprechend können wir Werte kalkulieren. Oftmals amortisiert sich eine Kesselinvestition auf Grund von Einsparungen von alleine.

WRP: Warum arbeitet Heprotex ausgerechnet mit diesen Vorlieferanten zusammen?

Mathiowetz: Erst einmal stellen Girbau, Fimas, Firbimatic und Mingazzini sehr gute Produkte her. Es würde uns mit Sicherheit gelingen, den einen oder anderen Hersteller zu finden, bei dem wir günstiger einkaufen könnten. Aber bei der Auswahl der Vorlieferanten lege ich den gleichen Maßstab an, der auch für Heprotex gilt. Deshalb muss nicht nur die Qualität der Technik passen. Für mich ist auch wichtig, dass meine Zulieferer seriös, solvent und finanziell unabhängig sind. Dies ist nicht nur für die Zusammenarbeit wichtig. Unsere Zulieferer müssen bei der Konstruktion und Herstellung ihrer Technik keine Kompromisse machen und besitzen auch das finanzielle Potenzial, regelmäßig neue innovative Produkte zu entwickeln. Es ist kein Zufall, dass unsere Vorlieferanten wie auch Heprotex Familienunternehmen sind. Wir haben ähnliche Zielsetzungen, sind nicht wie Aktiengesellschaften absolut Profit orientiert.

Seriosität und Kontinuität sind natürlich auch beim Thema Liefersicherheit von Bedeutung. Dies ist zum Beispiel besonders bei der Dampfkesseltechnik relevant. Dampfkessel haben in den Betrieben eine lange Einsatzzeit. Auch nach 15 Jahren muss ein Ersatzteil noch verfügbar sein. Und wenn bei einer 20 Jahre alten Girbau-Maschine der Waschmotor ersetzt werden muss, ist dies auch kein Problem.

WRP: Der Textilreinigungsmarkt hat sich in den letzten 20 Jahren gewaltig verändert. Wie sehen Sie diesen Markt heute?

Mathiowetz: Ich denke, dass heute von den vielleicht 3.000 Textilreinigungsbetrieben der Großteil wirtschaftlich gesund ist. Sie haben erkannt, dass man sich heute auf den Kunden zu bewegen muss und offerieren ihm mit zum Beispiel einem Hemdendienst zusätzlichen Service.

Grundsätzlich muss sich der Reiniger viel mehr Gedanken machen, wie er neue Kunden in seinen Betrieb bekommt. Die, die sich mit diesem Thema nicht beschäftigen, werden vom Markt verschwinden. Aber es werden auch neue Betriebe wieder dazukommen.

WRP: Ganz aktuell wird das Thema alternative Lösemittel in der Branche wieder intensiver diskutiert. Warum gibt es zur Zeit diese Diskussion und ist sie berechtigt?

Mathiowetz: Ich denke, es gibt sehr gute Lösemittel im Markt. PER ist umfassend erforscht, die Maschinentechnik dafür ist ausgereift und effizient. Es gibt sehr viele Textilreinigungen in Deutschland, die mit PER sehr zufrieden sind und damit erfolgreich arbeiten. Das gilt auch für KWL, das auch eine Reihe von Vorzügen bietet. Meiner Meinung nach braucht die Branche deshalb keine alternativen Lösemittel, ebenso überflüssig sind entsprechende Diskussionen.

Zwar ist GreenEarth von der Maschinentechnik kein Problem, aber welche Vorteile hat der Reiniger, wenn er GreenEarth einsetzt? Vorzüge gibt es keine, dafür aber bekanntermaßen einige Nachteile gegenüber zum Beispiel KWL. Man sollte die Textilreiniger mit solchen Diskussionen nicht beunruhigen. Vielmehr sollten sich die Reiniger auf das wesentliche konzentrieren können: Nämlich auf ihre Umsätze und darauf, wie man diese mit verschiedensten Maßnahmen steigert. Durch den Einsatz eines neuen Lösemittels werden sie auf keinen Fall nur eine zusätzliche Hose in die Reinigung holen können. Wie bekomme ich mehr Umsatz, welche Möglichkeiten gibt es, Energie zu sparen, wie können Arbeitsabläufe effizienter gestaltet werden – das sind die Themen, mit denen sich die Branche beschäftigen muss.
WRP: Welche sind die bestimmenden Themen zur Zeit in der Wäschereibranche?

Mathiowetz: In den Wäschereien werden die Themen Energieeffizienz, Automatisierung und das Einsparen von Wasser immer wichtiger. Hier kann man auch mit relativ kleinen Investitionen große Effekte erzielen.

WRP: Wie wird Heprotex in Zukunft seine Marktposition verteidigen?

Mathiowetz: Heprotex ist und bleibt ein Familienbetrieb. Als meine Söhne sagten, dass sie in Zukunft das Unternehmen weiter führen wollen, war das der Startschuss, erst einmal in unseren Standort Klingenberg zu investieren. Mit unserem Erweiterungsbau haben wir zusätzlichen Raum für Verwaltung, Werkstattbereich, Lager und Präsentation zur Verfügung. Während rundherum die Firmen unserer Branche immer weiter schrumpfen und ihre Aktivitäten herunterfahren, expandiert Heprotex und braucht deshalb zusätzlichen Platz – dass ist doch ein gutes Zeichen.

Die Nachfolge bei Heprotex ist also garantiert, dies ist natürlich auch für unsere Kunden wichtig. Von uns kann man auch in Zukunft Kontinuität, Seriosität und eine hohe Preiswürdigkeit erwarten. Wir werden weiterhin zuverlässige und qualitativ hochwertige Technik liefern und unsere Kunden mit unseren Serviceleistungen überzeugen.

Heprotex wird weiter investieren. Die nächsten Pläne stehen kurz vor der Realisierung. Dabei setzen wir das Geld zielgerichtet ein, um zum Beispiel unsere Dienstleistung weiter zu verbessern und Abläufe weiter zu optimieren. Also: Heprotex ist rege und hat noch viele Ideen, die wir noch umsetzen wollen.

Interview aus WRP 01-2009