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MSG

Teppich-Express ist eine neue Verdienstchance in einem wachsenden Markt für den Textilreiniger

Bisher ist die Teppichwäsche ein Service, der den Textilreinigern und Wäschern von industriell orientierten Dienstleistern angeboten wird. In diesem System arbeiten die Textilpflegebetriebe als Annahmestellen. Thomas und Stephen Zundel, beide Geschäftsführer bei MSG in Albstadt, präsentieren jetzt ein neues Konzept. Es heißt Teppich-Express. Mit dieser kompletten Systemausstattung wollen die Zundels die Dienstleistung Teppichwäsche direkt in die Textilreinigungen holen – und so den Betrieben neue Umsatzbereiche ermöglichen.

Stephen Zundel
Stephen Zundel ist für den kaufmännischen Bereich und den Maschinenhandel (auch Verkauf Teppich-Express) zuständig. Er ist studierter Diplom Betriebswirt. Nach dem Studium arbeitete Stephen Zundel als Lehrbeauftragter an verschiedenen Hochschulen in den Bereichen Personalwirtschaft und Führungslehre, Industrie und Handel, Organisationslehre und Kosten und Leistungsrechnung. Seit 1991 ist er bei MSG in der Position als geschäftsführender Gesellschafter verantwortlich.
Der größte Vorteil von Teppich-Express für den Textilreiniger ist, dass der Prozess der kompletten Leistungserstellung jetzt wieder in seinem Haus passiert und durch ihn verantwortlich erfolgt.
WRP: Sie bieten ab sofort ein Konzept an, das eine kleine Revolution im Markt der Teppichwäsche bedeutet. Was genau ist Teppich-Express?

Stephen Zundel: Teppich-Express ist eine komplette System­ausstattung für die Teppichwäsche. Es ist ein vollständiges Paket zur hoch qualitativen Teppichwäsche und Vermarktung dieser Dienstleistung an der Kundenfront direkt im Ladengeschäft des Textilreinigers oder Wäschers. Im Mittelpunkt von Teppich-Express steht unsere kompakte Teppichwaschanlage nach dem 3-in-1-Prinzip. Sie besteht aus einem mechanischen Teppichklopfer, einer sehr kompakten Waschstraße inklusive Bürstenanlage und automatischer Seifendosierung sowie einer integrierten und hocheffektiven Teppichschleuder – alles in einer Anlage auf kleinstem Raum. Für die Technik und den notwendigen Arbeitsraum braucht man eine Fläche von circa acht Quadratmetern. Zusätzlich gibt es noch eine kompakte Trockenkammer mit integrierter Lufttrocknung zur raschen Rest-Trocknung der Teppiche.

Zum Teppich-Express-Konzept gehören außerdem ein modernes Laden-Layout, Werbefolien für die Schaufenster und das Werbematerial für den Laden selbst. Es erklärt dem Kunden alle Vorteile der Teppichwäsche. Komplettiert wird das System durch einen Annahmetresen in modernem Teppichdesign, einen Mess- und zugleich Verpackungstisch. Bestandteil des Konzeptes ist auch eine komplette Kassensoftware mit einer Warenwirtschaft-Software für die Teppichwäsche.

WRP: Wie funktioniert das System Teppich-Express?

Stephen Zundel: Die Funktion ist extrem einfach. Der Teppich-Express-Anwender bekommt die notwendige Maschinen- und Anwendungstechnik von uns im Paket geliefert – komplett und vollständig von der Waschanlage bis zur Seife.

Und so funktioniert die Annahme: Der Teppich wird auf dem Messtisch ausgemessen und fotografiert. Diese Daten werden dann über unsere Software in einen beliebigen Windows-PC oder Apple-Rechner eingegeben. Fertig ist die ganze Bürokratie – mit Annahmelieferschein für den Endkunden, Rechnung, Rückgabelieferschein und Fotodokumentation des Teppichs.

Auch der Waschprozess ist simpel: Zuerst wird der Teppich in den automatischen Klopfer der Maschine eingelegt. Hier findet die Entstaubung statt, der Klopfer entfernt mechanisch und effizient den groben Schmutz und Staub aus den Tiefen des Teppichflors. Nach dem Entstauben kommt der Teppich direkt in die kurze Waschstraße mit einer 2-Bürsten-Anlage. Hier wird porentief geschäumt, gewaschen, gespült und gegebenenfalls desinfiziert. Anschließend erfolgt in der selben Anlage der Schleudervorgang. Jetzt ist der Teppich fix und fertig für die rasche Resttrocknung in der Trockenkammer – das alles geschieht bei sehr kurzen Bearbeitungszeiten.

WRP: Sie wollen mit Teppich-Express die Dienstleistung Teppichwäsche zum Textilreiniger bringen. Welche Voraussetzungen muss der Textilreiniger erfüllen?

Thomas Zundel: Der Umgang mit der kompletten Anlage ist einfach und sicher. Ich denke, für einen aktiven Reiniger und Wäscher sind die notwendigen Schritte sehr rasch erlernbar und eigentlich auch bekannt. Unsere Einweisung in das System basiert auf unserer jahrelangen Erfahrung. Jeder Anwender bekommt eine Schulung vor Ort auf seiner Anlage und eine schriftliche Dokumentation. Mit diesem Rüstzeug und der Technik kann er eine qualitativ hochwertige – ja meisterliche – Teppichwäsche ausüben. Für uns ist der Teppich-Express-Betreiber ein Partner, deshalb geht die Betreuung auch nach der Einrichtung der Anlage und den Schulungen weiter. Wir beliefern den Textilreiniger mit den notwendigen Seifen und speziellen Teppichpflegemitteln.Bei Fragen zu Verfahrenstechnik stehen wir mit Rat und Tat zur Seite. Und wir beraten zum Beispiel unsere Partner auch bei Teppichen, die bei der Pflege anspruchsvoller sind.

WRP: Was kostet das System Teppich-Express und für wen lohnt es sich? Wie viele Teppiche beziehungsweise Teppichquadrat­meter müsste der Textilreiniger dann täglich konkret mit der Anlage waschen, damit sich die Inves­­­ti­tion rechnet?

Stephen Zundel: Die Investi­tionskosten belaufen sich nach ersten Kalkulationen für das komplette System auf circa 69.000 Euro plus Mehrwertsteuer. Das System hat eine maximale Leistung von 160 Quadratmetern Teppich am Tag. Betrachtet man eine theoretisch hohe Auslastung von 75 Prozent, also täglich 120 Quadratmeter Teppich (bei einem Verkaufspreis im Branchenmittel von 12,90 Euro je Quadratmeter) kann man mit Teppich-Express Endkunden-Tagesumsätze von bis zu 1.500 Euro erzielen. Geht man nur von einer täglichen Auslas­tung der Anlage mit 60 Quadratmetern aus, das sind rund 15 Teppiche, sind Umsätze von circa 15.000 Euro im Monat realistisch. Die variablen Verbrauchskosten inklusive der Lohnkosten liegen (abhängig von den jeweiligen Lieferantenpreisen) bei circa drei Euro je Quadratmeter.
Hieraus lässt sich damit eine rasche Amortisation der Investition in die Anlage ableiten.

Betrachtet man die 69.000 Euro Investitionskosten auf zehn Jahre, müssen jährlich 9.400 Euro, inklusive Zins und Tilgung, erwirtschaftet werden. Dies sind im Monat, gerechnet auf elf Monate Leistung im Jahr, rund ca. 850 Euro. Unterstellt man variable Betriebskosten inklusive Löhne für drei Euro je Quadratmeter Teppichwäsche und geht man von einem Teppichpflege-Verkaufspreis von 12,90 Euro aus, also netto 10,84 Euro, bleiben 7,84 Euro je Quadratmeter für eine mögliche Amortisation der Anlage. Folglich muss man bei circa 850 Euro Soll-Amortisation rund 108 Quadratmeter Teppich im Monat waschen. Das sind rund 27 bis 30 Teppiche im Monat. Jeder Teppich mehr ist dann ein positiver Beitrag zusätzlich in der Kasse des Reinigers.

WRP: Welche Vorteile bietet das System Teppich-Express dem Textilreiniger beziehungsweise auch dem Endverbraucher?

Stephen Zundel: Es gibt sehr viele Vorteile für den Käufer eines solchen Systems oder auch nur der einzelnen Komponenten. Der größte Vorteil für den Textilreiniger ist, dass der Prozess der kompletten Leistungserstellung jetzt in seinem Haus passiert und durch ihn verantwortet wird. Er kann sein Personal optimal auslasten, seine Personalrendite steigt. Der Lohn seiner Arbeit ist die gesamte Marge beziehungsweise der gesamte Deckungsbeitrag seines vollen Leistungsprozesses. Er muss ganz einfach nicht mehr mit einem Teppichwäscher teilen, daher ist sein Ertrag größer. Es fallen auch keine Logistikkosten des Hol- und Bringservices an.

Die Lieferzeiten verkürzen sich für den Endverbraucher. Ein 24-Stunden-Service ist kein Problem. Durch die Teppichwäsche vor Ort ist eine direkte Kommunikation zwischen dem Endverbraucher und dem Textilreiniger beziehungsweise dem Wäscher als dem Bearbeiter der Ware möglich. Der Kunde kann ihm bei der Abgabe sofort und detailliert Informationen über die Verschmutzung liefern. Dadurch erhöht sich wesentlich die Qualität, somit die Kundenzufriedenheit und letztlich der Umsatz. Teppich-Express ist mit der perfekten Teppichwäsche vor Ort eine neue Verdienstchance für den Reiniger in einem wachsenden Markt – anders als bei der klassischen Textilpflege, die seit Jahren ständig fallende Stückzahlen beklagt. In der Teppichwäsche gibt es keine Konkurrenz durch die Haushaltswaschmaschine – die Teppichwäsche bleibt in vollem Marktumfang beim Fachmann und somit beim Textilreiniger und Wäscher.

Thomas Zundel: Unser Teppich-Express-Konzept erlaubt auch die Reinigung von Schmutzfangmatten. Es gibt tausende von Schmutzmatten, die nicht im Mietservice sind, die also nicht an einer regelmäßigen, vertraglichen Wäsche teilnehmen. Der Nachbar, der kleine Handwerker oder der Einzelhändler in der Einkaufsstraße, in der der Reiniger oder Wäscher sein Geschäft betreibt – sie alle sind seine potentiellen neuen Kunden für seine eigenen oder fremden Schmutzmatten, die der Reiniger im Direktvertrieb anbieten kann. Übrigens werden wir hier weiter unterstützend tätig sein und unseren Kunden in Kürze sehr güns­tige Matten zum Kauf anbieten und diesen somit eine Starthilfe geben.

WRP: Seit vielen Jahren gehört die Teppichwäsche unter der Marke Bärfekt zum Dienstleis­tungsangebot von MSG. Dabei arbeiten sie mit vielen Textilreinigungen zusammen, die als Annahmestellen dienen und ihnen so das Geschäft, zumindest zum Teil, erst möglich machen. Jetzt bringen sie ein System, eine Lösung auf dem Markt, mit der Textilpflegebetriebe vor Ort Teppiche waschen können. Wie passt das zusammen, warum bieten sie Teppich-Express an?

Stephen Zundel: Zuallererst sehen wir uns als Partner der Textilreiniger und Wäscher, schließlich sitzen wir in der Textilpflegebranche alle zusammen in einem Boot. Wir suchen kontinuierlich nach Lösungen für unsere Pflegeangebote und den Dienstleistungsmarkt im Ganzen. Was wir aber leider beobachten – und dies ist in der Branche nichts Neues – ist, wie bereits erwähnt, dass die Textilreinigungen immer weniger Teile bekommen. Die Umsätze sinken seit Jahren in den klassischen Textilreinigungs- und Wäschereibereichen, viele Betriebe mussten schon schließen. Man muss sich einmal deutlich machen: Anfang der 1990er Jahre gab es in Deutschland noch rund 12.000 Textilreinigungen. Ende der 1990er Jahre waren es nur noch 4.000 Textilreinigungen und seitdem fällt die Betriebsanzahl weiter. Teppich-Express ist zunächst ein neues Standbein, mit denen Textilreiniger neue Umsätze erzielen können.

Thomas Zundel: Mit dem Sterben der Textilreinigungen wird natürlich auch unser Netz an Annahmestellen immer dünner. Wir leben aber von vielen Annahmestellen. Es ist ganz einfach: Wenn wir eine Ortschaft anfahren, in der nur noch eine Textilreinigung ihre Dienstleis­tungen anbietet, gibt es wenig Umsatz. Gibt es in der nächsten Stadt drei Betriebe, ist der Umsatz entsprechend größer. Parallel zu dieser Entwicklung müssen wir uns auch noch mit stetig steigenden Logistikkosten auseinandersetzen. Grundsätzlich gilt für uns: Ohne den Reiniger und seine stabile Existenz am Endkundenmarkt – mit seiner Tätigkeit für uns, als unsere Annahmestelle – funktioniert auch das klassische Lieferanten- und Touren-System nicht mehr. Schließlich sind wir nicht nur Dienstleister für die Teppichwäsche, sondern beliefern die Betriebe auf unseren Fahrten auch zum Beispiel mit Hilfsmitteln und unseren Beipack-Angeboten. Wir brauchen also den wirtschaftlich gesunden Reiniger und Wäscher als Annahmestelle und Bindeglied zum Endkunden. Gerade deshalb sind uns die Betriebe sehr wichtig und gerade deshalb haben wir Teppich-Express auf den Markt gebracht.

WRP: Wird MSG neben Teppich-Express auch in Zukunft die Dienstleistung Teppichwäsche erfolgreich anbieten können?

Stephen Zundel: Die Dienstleis­tung der Teppichwäsche wird natürlich und sicherlich in der Kombination mit dem Angebot unserer Lederdienstleistung und zusammen mit dem Verkauf und dem Handel mit Beipack, also mit Folien, Kleiderbügeln etc., kurzum alles, was der Reiniger zu seiner Arbeit braucht, wie bisher bestehen bleiben. Das Problem in diesem klassischen Vertriebsweg werden aber, wie bereits erwähnt, in Zukunft die hohen und steigenden Logistikkosten für den wöchentlichen Tourenrythmus sein. Wir arbeiten an einer Optimierung, indem wir die Kosten durch eine EDV-gestützte Tourenplanung reduzieren.

WRP: Wie entwickelt sich aktuell der Markt für die Dienstleistung Teppichwäsche beziehungsweise -reinigung und wie sind die Prog­nosen für die Zukunft?

Stephen Zundel: Der Markt für die normale Textilpflege ist schwach und weiter fallend. Viele Textilreiniger versuchen deshalb mit niedrigen Preisen, das Geschäft in Schwung zu bringen. Die Deckungsbeiträge können dabei sinken. Grundsätzlich gibt es beim Endverbraucher leider den ungebrochenen und steigenden Trend zur pflegeleichten Bekleidung und somit zur Wäsche in seiner eigenen Haushaltswaschmaschine. In der Teppichwäsche läuft das anders: Die aktuelle Marktnachfrage ist bereits sehr gut. Schließlich kann kein Teppich in der Haushaltswaschmaschine gewaschen werden, weil er einfach zu groß ist. So sind und werden auch in Zukunft bei der Teppichpflege immer die Spezialisten gefragt sein. Und der Teppich hat schon immer einen guten Deckungsbeitrag gebracht.

Die Nachfrage nach dem Service Teppichwäsche steigt stetig. Dies liegt zum Beispiel an den Verbrauchern mit ihrem wachsenden Hygienebewusstsein. Es gibt eine steigende Anzahl an
Allergikern, auch Eltern mit Kleinkindern und Haustieren gehören zunehmend zur neuen Kundschaft der Teppichwäschereien. Aus dem wachsenden Wohntrend zu mehr Parkett, Laminat und Holzfußböden ergibt sich eine erhöhte Nachfrage nach schmückenden Teppichen, die dann auch gereinigt werden müssen. Und ich denke auch, dass man mit Teppich-Express, das die Dienstleistung Teppichwäsche wieder direkt zum Kunden bringt, eine weitere Nachfragesteigerung erreichen kann.

WRP: Woher kommt die Idee Teppich-Express, wer hat das Konzept entwickelt?

Thomas Zundel: Teppich-Express stammt als Idee aus der Gruppe des Ledermeister-Systems und seiner Anwender. Das Ledermeister-System wurde von unserem Vater Manfred
Zundel entwickelt. Es ist eine Verfahrenstechnik und Methodik, Leder nach dem so genannten Ledermeister-System zu reinigen, zu färben und zu pflegen. Dieses Ledermeister-System wird in vielen Ländern Europas eingesetzt. Wir, als Anwender des Ledermeis­ter-Systems und als praxisnahe Lederreiniger und Teppichwäscher, nehmen seit Jahrzehnten direkt am Markt und seinen Entwicklungen teil und treffen uns auch regelmäßig mit den internationalen Ledermeister-System-Anwendern, um uns auszutauschen. Und über diesen Erfahrungsaustausch ist auch die Idee für Teppich-Express geboren worden.

Wir sehen die Textilreiniger und die Wäscher als die einzig sinnvollen Bindeglieder zwischen dem Endkunden und dem industriell arbeitenden Lieferanten, also dem Lederreiniger oder Teppichwäscher, an. Wir haben keine Internetplattform und suchen somit nicht den direkten Weg zum Endkunden. Diese Alternative versuchen viele andere Teppichwäscher und Lederreiniger. Wir wollen unseren Partner – den Reiniger und Wäscher – mit der neuen Idee Teppich-Express stärken. Es ist – wie gesagt – schließlich auch im unserem Interesse, dass er uns am Kundenmarkt weiter erhalten bleibt. Teppich-Express läuft bereits erfolgreich z. B. in Barcelona/Spanien. Der Erfolg dort zeigt, dass es der richtige Weg ist.

WRP: Welche Tendenzen beob­achten sie im Textilreinigungsmarkt?

Stephen Zundel: Wie schon angeführt geht der Trend weiter zur pflegeleichten Kleidung. Diese Entwicklung führt leider immer mehr an der professionellen Textilpflege vorbei und hin zur Haushaltswaschmaschine des Endkunden. So ist in Deutschland die klassische Dienstleis­tung in der Textilpflege immer weniger gefragt. Der Endkunde wäscht bedauerlicherweise immer mehr selbst in der Annahme, es sei billiger. Dabei beachtet er aber nicht seine steigenden Strom- und Wasserrechnungen. Auch achtet er hier wenig auf die Ökologie und seine Umwelt, denn Wasser ist schließlich ein kostbares Gut. Doch nur die professionelle Textilpflege verwendet dieses wertvolle Gut mehrfach, filtert es und bereitet es auf.

Die Zukunft als Dienstleister im Textilpflegemarkt liegt im Speziellen, in der besonderen Bekleidung, dem fachlich korrekten und qualitativ guten Umgang mit dieser Bekleidung. Diese besteht zunehmend aus technischen Materialen mit Membranfunktionen und unterschiedlichen Beschichtungen. Aber diese Textilien kommen leider nicht in den gewohnt hohen Mengen in den Betrieb des Textilpflegers, die er aber zu seiner auskömmlichen Existenz benötigt. Somit braucht er zur Absicherung ein erweitertes und neues Sortiment. Über die Jahre war hier die Annahme von Lederbekleidung und Teppichwäsche ein gutes, zusätzliches Standbein und dies wird auch in Zukunft für unsere Kunden bleiben. Eine Idee wie Teppich-Express wird die Exis­tenz des Textilpflegers auch in Zukunft weiter absichern.

WRP: Wenn wir jetzt mal ein bisschen weiter in die Zukunft schauen, wie könnte sich das System Teppich-Express in Deutschland weiterentwickeln?

Thomas Zundel: Wir sind sicher, dass Teppich-Express auch in Deutschland erfolgreich sein wird – schließlich funktioniert es in einigen europäischen Ländern schon sehr gut. Was wir uns heute zumindest vorstellen können, ist, dass einige Teppich-Express-Betreiber ein exklusives Verkaufsgebiet bekommen. Somit haben sie die Sicherheit für exklusive Umsätze und eine gute Absicherung der Investition in das System. Das Ganze kann man bundesweit denken, dann würde Teppich-Express von einer Gruppe von selbstständigen Partner unterhalten werden. Damit kann der Textilreiniger sein Sortiment weiter vergrößern und sich wieder neue Umsatzbereiche in den Betrieb holen.

Interview aus WRP 07-2010