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CCB-Wäschereisysteme

Wir wollen auch in Zukunft ein zuverlässiger und langfristig ausgerichteter Partner sein

Seit mehr als 20 Jahren versorgt CCB-Wäschereisysteme seine Kunden mit Technik und Konzepten. Das Unternehmen berät, plant und liefert Einzel- und Gesamtanlagen für die gewerblichen Wäschereien in allen Einsatzbereichen. „Wir haben bisher für jede Waschanforderung die passende Lösung gefunden“, sagt Klaus Krüger, Geschäftsführer bei CCB-Wäschereisysteme in Bestensee.

Klaus Krüger
Klaus Krüger ist Geschäftsführer bei CCB-Wäschereisysteme. Der DipIom-Ingenieur startete seine Karriere nach dem Studium in der Nahrungsgütertechnik. Er konzipierte, plante und realisierte Industrieanlagen und war auch im Vertrieb tätig. Krüger arbeitete im In- und im Ausland. Seine Berufserfahrungen machten ihm den Start in die Selbstständigkeit einfach. Im Jahr 1990 gründete er CCB-Wäschereisysteme in Bestensee.
Heute sind wir bundesweit mit 42 Kundendienst-Stützpunkten, die auch als Händler für uns tätig sind, flächendeckend vertreten.
Aber bei der Primärenergie-Optimierung wird nichts unter­nommen. Dabei gibt es eine ganze Reihe von Gedanken, beispielsweise die Warmwasserbereitung über Vakuum-Sonnenkollektoren.
WRP: Herr Krüger, Herr Hintze. Ihr Unternehmen hat sich auf Wäschereitechnik spezialisiert. Was genau leistet CCB-Wäschereisysteme für seine Kunden?

Klaus Krüger: Unser Leistungsspektrum umfasst die Beratung, Planung und Lieferung von Einzel- und Gesamtanlagen für die gewerbliche Wäscherei in allen Einsatzbereichen. Wir sind bundesweit präsent, aufgrund unseres umfangreichen Sortiments haben wir bisher für jede Waschanforderung die passende Lösung gefunden. Zu unserem Lieferumfang gehören Komplettanlagen und Einzelgeräte namhafter Hersteller der Wäschereitechnik, wie zum Beispiel die Firmen Primus und Pony. Dadurch ist es uns möglich, für sämtliche Bereiche, in denen Schmutzwäsche anfällt, eine passende Lösung anzubieten. Wir arbeiten auch mit Herstellern aus den Bereichen Kennzeichnung von Wäsche, also RFID oder Barcode, zusammen und sind in der Lage, praxiserprobte Komplettsysteme zu offerieren.

WRP: Wann wurde CCB-Wäschereisysteme gegründet?

Krüger: CCB-Wäschereisysteme gibt es mittlerweile seit 21 Jahren. Damals, im Oktober 1989, spielten wir mit dem Gedanken, ein Unternehmen zu gründen. Wir entwickelten Unternehmenskonzepte. Am 23. Januar 1990 unterschrieben wir den Gesellschaftervertrag für die GmbH. Wir waren damals eines der ersten Unternehmen in den neuen Bundesländern, welches als Kapitalgesellschaft gegründet wurde. Und, darauf bin ich ein bisschen stolz, das Unternehmen ist bis heute im Markt erfolgreich.

WRP: Wie lief es seitdem? Sind sie mit der Entwicklung des Unternehmens zufrieden?

Krüger: CCB-Wäschereisysteme hat sich gut entwickelt. Wir sind in dieser Zeit nie den Weg gegangen, groß zu werden mit zum Beispiel jährlichen Vorgaben für ein Unternehmenswachstum. Wir sind immer den Weg gegangen, die Kosten flexibel und überschaubar zu halten.

Zunächst startete das Unternehmen eine Kooperation mit Electrolux im Bereich Großküche, ab Ende 1994 konzentrierten wir uns auf die Wäschereitechnik. Wir bekamen die Handelsvertretung für Electrolux Wäschereitechnik und schafften es völlig eigenständig, dieses Marktsegment in Ostdeutschland zu entwickeln. In dieser Zeit konnten wir den Umsatz weit mehr als verdoppeln.

Ende 2004 trennten wir uns von Electrolux. Wir bekamen Angebote von vier Herstellern und entschieden uns für die Firma Primus. Der Maschinenhersteller vereinbarte mit uns die Vertriebsrechte für Ostdeutschland. Heute sind wir flächendeckend für Primus in Deutschland tätig. Seit 2005 haben wir auch die Vertriebsrechte für den italienischen Finishtechnik-Produzenten Pony. Mit diesen beiden Marken wollen wir uns im Markt als Komplettausstatter für gewerbliche Wäschereien noch stärker positionieren.

WRP: Wie haben die Kunden in dieser Zeit reagiert? Sie waren nicht mehr der Lieferant für Electrolux-Maschinen, sondern hatten plötzlich Technik von Primus und Pony im Sortiment. Für die Kunden kein Problem?

Krüger: Wir sind bekannt und haben einen zuverlässigen und seriösen Ruf, so dass auch der Herstellerwechsel in unserem Angebot für unsere Kunden nicht relevant war.

WRP: Welche Kunden und Branchen werden heute bedient?

Tino Hintze: Wir bedienen Kunden in kleineren Wäschereien bis hin zu industriellen Wäschereien. Auch die Gebäudereinigungen sind ein bedeutendes Klientel für uns. Grundsätzlich versuchen wir die ganze Bandbreite abzudecken und auch die Nischenmärkte zu bedienen.

Krüger: Ein Unternehmen wie CCB-Wäschereisysteme ist grundsätzlich gut beraten, wenn es diversifiziert. Diese Diversifikation in Kombination mit der über 20-jährigen Erfahrung hat dazu geführt, dass das Unternehmen immer schwarze Zahlen schreiben konnte. Wenn man nur regional in einem Marktsegment unterwegs wäre, ist ein Unternehmen viel anfälliger. Deswegen haben wir immer auf breite Marktsegmente gesetzt. Das heißt nicht nur auf die gewerbliche Wäscherei, sondern eben auch auf die Marktsegmente der Gebäudereinigung, die Altenheime, die Hotels, die Behindertenwerkstätten und viele andere mehr. Das bedeutet auch, dass wir in den vielen Nischenmärkten wie Gaststätten, Feuerwehren, Pferdehöfe oder in der Landwirtschaft aktiv sind.

WRP: Hat sich mit dem Wechsel auch das Unternehmenskonzept von CCB-Wäschereisysteme geändert?

Hintze: Das kann man sagen. Früher waren wir regional, heute sind wir bundesweit aktiv. Wir wollen jetzt auch im Segment der gewerblichen Wäschereien präsenter werden. CCB-Wäschereisysteme war bedingt durch die Zusammenarbeit mit Electrolux sehr stark im Bereich der Inhouse-Wäschereien zuhause. Das Produktionsprogramm von Primus und Pony hat sowohl optimale Lösungen für den Inhouse-Bereich als auch für gewerbliche Wäschereien.

Wir wollen deutschlandweit die Großkunden, die Wäscherei-Ketten sowohl im Bereich der gewerblichen Wäschereien als auch zum Beispiel die Hotel- und Altenheimketten sowie die caritativen Einrichtungen und die Gebäudereiniger mit unseren Dienstleistungen versorgen. Das bedeutete, dass wir uns auch ein deutschlandweites Servicenetz aufbauen mussten. Es war eine kontinuierliche Aufgabe. Heute sind wir bundesweit mit 42 Kundendienststützpunkten, die oft auch als Händler für uns tätig sind, flächendeckend vertreten. Die Mitarbeiter dieser Stützpunkte werden kontinuierlich geschult. Zum Beispiel hatten wir im Anschluss an die Messe CMS in Berlin eine Nachschulung mit zwölf Kundenstützpunktvertretern.

In den letzten sechs Jahren konnten wir über 600 Primus-Maschinen im Markt platzieren. Wir haben auch schon in 16 Länder exportiert, zum Beispiel in diesem Jahr nach Angola und nach Spanien für ein 5 Sterne-Hotel. In diesen sechs Jahren mit Primus hat man auch ein Gefühl für die Qualität und die Zuverlässigkeit dieser Technik entwickelt und kann entsprechend reagieren. Die Ersatzteilversorgung funktioniert problemlos. Wir können als Unternehmen nach der neuen Startphase jetzt richtig durchstarten.

Wir wollen aber nicht nur aktiver in den gewerblichen Wäschereien werden. Unser Konzept sieht weiter vor, die Einzelmaschinen über unsere Handelsschiene zu vertreiben. CCB-Wäschereisysteme wird sich als Unternehmen in Zukunft noch stärker als bisher auf Projekte, CAD-Planungen, Beratungen, Projektmanagement, auf die Konzipierung neuer Wäschereien konzentrieren. Darum sind wir unter anderem viel auf Messen unterwegs, informieren uns über alle Facetten der Wäschereitechnik. Herr Hintze und ich sind beide von Haus aus Ingenieure. Das erleichtert das Verstehen vieler Zusammenhänge und macht auch die Zusammenarbeit mit den technischen Ingenieurbüros unkomplizierter. Diese sind ja leider durchweg branchenfremd.

WRP: CCB-Wäschereisysteme vertreibt Technik von Primus. Der Hersteller hat gerade eine völlig neue Waschschleudermaschinen-Reihe entwickelt und auf den Markt gebracht.

Krüger: Richtig. Die neue Reihe umfasst Maschinen mit Ladekapazitäten mit 8, 11, 14, 18 und 24 Kilogramm. Vorgestellt wurde die neue Generation in Deutschland erstmalig auf der CMS in Berlin. Sie zeichnet sich durch eine ganze Reihe von zeitgemäßen und teilweise patentgeschützten Produktvorteilen aus. Die Maschinen haben einen 15 bis 20 Prozent niedrigeren Energie- und Wasserverbrauch gegenüber den Vorgängermodellen. Realisiert werden konnte dies durch einige innovative technische Lösungen. Das dänische Design-Büro setzte Maßstäbe für klare Konturen zur Reduzierung von Infektionsnestern und zur Verbesserung der Hygiene. Die Maschinen sind schmal und passen auch durch enge Türöffnungen. Alle wichtigen Bauteile kann man bequem von der Maschinenvorderseite erreichen. Die Recyclefähigkeit einzelner Baugruppen ist umgesetzt. Auch die Bedienung wurde optimiert. Es gibt eine voll programmierbare Steuerung und das Display ist schräg eingelassen, das erleichtert die Bedienbarkeit. Die Steuerung hat eingerichtete Eco-Programme, die das Energiesparen auf Knopfdruck ermöglichen.

Hintze: Die Maschinen verfügen über den patentierten Einspülkasten mit vier Kammern und sind mit einer Kaskadentrommel ausgestattet. Die Trommel hat eine etwas höhere Mechanik und trägt auch zu einer besseren Entwässerung bei. Der höhere g-Faktor von 400 bedeutet eine geringere Restfeuchte, das minimiert die Trockenzeit und die Trocknerkosten.
WRP: Muss man als Maschinenhersteller eigentlich regelmäßig neue Maschinen in den Markt bringen? Wie sind die Innovationszyklen?

Krüger: Die wichtigste Innovation im Bereich der Waschschleudermaschinen passierte vor rund 15 Jahren. Damals wurde der Mikroprozessor zum Standard für die Waschschleudermaschine. Damit konnte man zum Beispiel alle für den Waschprozess maßgeblichen Faktoren frei programmieren. Wir haben jetzt eine Innovation, dass wir bei der neuen Maschinengeneration in Fragen der Masse, der Ergonomie, der Recyclefähigkeit und der Bedienfreundlichkeit Schritte nach vorne machen. Aber es sind im Vergleich zur Einführung des freien Mikroprozessors deutlich kleinere Schritte. Technologiesprünge sind erst wieder mit der Einführung völlig neuer Verfahren wie zum Beispiel die Reinigung ohne Wasser möglich.

WRP: Mit welchen Themen müssen sich ihre Kunden heute beschäftigen?

Hintze: Wäschereien müssen heute Kosten minimieren und Energieressourcen optimal nutzen. Die Medienkosten steigen stetig, damit erhöht sich gleichzeitig der Anteil der Medienkosten an den Gesamtkosten einer Wäscherei. Leider lassen sich die gestiegenen Kosten nicht mit höheren Preisen im Markt kompensieren. Deshalb stehen die Unternehmen unter dem Zwang, die internen Kosten weiter zu senken. Passende Instrumente sind zum Beispiel neueste Maschinentechnik und Systeme zur Wasser- und Wärmerückgewinnung.
Die Maschinentechnik ist nur ein Bereich, den man dabei betrachten muss. Weitere Ansatzpunkte für die interne Kostenreduzierung sind zum Beispiel die Arbeitsorganisation sowie der Wäschedurchlauf, den man vielleicht optimaler gestalten kann.

Heute fragen Betriebe nach neuen Lösungen für die Wäschekennzeichnung, zum Beispiel RFID. Das Thema Energie­optimierung besitzt eine ständige Präsenz, auch weil es in diesem Bereich immer wieder neue Lösungen gibt. Grundsätzlich ist die Maschinentechnik unter dem Aspekt der Energieeinsparung nach meiner Meinung weitestgehend ausgereizt. Waschmaschinen brauchen nun mal ein bestimmtes Wasserniveau. Oder wenn man eine bestimmte Menge Wasser aus einem Textil trocknen möchte, dann muss man eine definierte Menge an Energie einsetzen. Man kann mit Lösungen wie zum Beispiel Umluftführungen oder Wärmepumpen noch einige Prozent gewinnen. Also, das größte Einsparpotential liegt heute ganz klar im Bereich der Mehrfachnutzung von Energie und Wasser. Trotzdem sind dies alles Lösungen, die nachgeordnet zur Energieoptimierung und Kostensenkung eingesetzt werden. Es sind aber nicht die Lösungen, die wir für die Zukunft sehen.

WRP: Welche Lösungen meinen Sie?

Krüger: Zum Beispiel kann der Einsatz von alternativen Energien sinnvoll sein. Es gibt eine Vielzahl von Möglichkeiten, die heute von den Betrieben überhaupt nicht gesehen werden. Noch immer wird nachgelagerte Energie wieder dem Prozess zugeführt, also Wärme aus der Waschmaschine, dem Trockner, der Mangel oder das Prozesswasser recyclt. Aber bei der Primärenergie-Optimierung wird nichts unternommen. Dabei gibt es eine ganze Reihe von Gedanken, beispielsweise die Warmwasserbereitung über Vakuum-Sonnenkollektoren. Ich habe einmal Berechnungen gemacht, dass man mit 60 Quadratmeter Sonnenkollektoren genügend Warmwasser produzieren kann, um täglich 700 Kilogramm Wäsche zu waschen – ohne zusätzliche Energie einsetzen zu müssen. Grundlage für diese Berechnung war ein Wasserverbrauch von acht bis zehn Litern, ein Füllverhältnis von 1:4 und ein 60° C Waschprogramm.

Hintze: Ein weiterer Vorteil dieser Solar-Anlagen ist, dass sie sich schon lange in der Praxis bewähren und problemlos arbeiten. Während die Lösungen für die Wärmerückgewinnung oder das Wasserrecycling nicht immer frei von Störungen sind.

Krüger: Ich denke, dass man auch viel stärker Gas und Flüssiggas direkt in der Wäscherei – also ohne den Umweg über Dampf – einsetzen müsste. Denn die Umwandlung der Energie in Dampf ist ein verlustreicher Prozess. Und oftmals wird Dampf in den Betrieben zentral vorgehalten, dabei geht wieder ein Teil verloren, zum Beispiel durch die diskontinuierliche Nutzung der Maschinen.

Wir sehen, dass die Kraft-Wärme-Kopplung auch in der Wäscherei-Branche immer interessanter wird, also die klassischen Blockheizkraftwerke. Zum Beispiel gibt es BHKW‘s, die in einem Zwei-Stufen-System die Wärme abgeben. In einer Wäscherei könnte man zum Beispiel mit einem solchen System Warmwasser für die Waschmaschine und heiße Luft für die Trockner oder die Mangeln bereitstellen. Es gibt eine Menge von Entwicklungen, die ideal für Wäschereien wären.

Wir können uns den Einsatz von Flüssiggas an bestimmten Wäscherei-Standorten wunderbar vorstellen. Wir haben solche Projekte schon realisiert, zum Beispiel im letzten Monat in einem Bio-Hotel in Mecklenburg. Die Wäscherei wurde von uns von Elektro auf Flüssiggas umgestellt. Die Waschmaschinen werden als Warmwassermaschinen über einen flüssiggasbeheizten Boiler und die Trockner direkt mit Gas betrieben. Die Kostenvorteile liegen bei über 8.500 Euro im Jahr. Unsere Berechnungen ergaben, dass selbst elektrisch beheizte Wärmepumpentrockner höhere Investitionskosten und laufende Kosten haben.

Ich habe den Eindruck, dass sich die Inhouse-Wäschereien grundsätzlich mehr Gedanken zum Thema Energie machen, als so manche kleine bis mittlere gewerbliche Wäscherei. Wir kennen Altenheimketten, die BHKW‘s einsetzen, in dieser Breite sehen wir das nicht in kleinen und mittleren gewerblichen Wäschereien. Wir beobachten einen großen Bedarf an Beratung und Planung. Viele Betriebe arbeiten energetisch nicht optimal, sie wissen oft gar nicht, welche Einsparpotentiale möglich sind. Ich bin sicher, dass Lösungen mit BHKW‘s, Warmwasser-Fotovoltaik, Regenwassernutzung etc. so viele Einsparpotentiale bieten, dass man die Energiekosten in der Wäscherei von aktuell 15 bis 18 Prozent an den Gesamtkosten um fünf bis acht Prozent senken könnte.

WRP: Bei einer vertretbaren Investitionssumme?

Krüger: Natürlich ist eine Optimierung mit Investitionen verbunden. Aber diese Investitionen muss man zum Beispiel immer im Zusammenhang mit den hervorragenden Fördermöglichkeiten sehen. Außerdem werden mit einem BHKW Strom und Wärme produziert. Der Betreiber bekommt ständig Rückvergütungen. Alleine diese Rückvergütungen refinanzieren über einen bestimmten Zeitraum die Inves­titionskosten. Die Frage für den Wäscher ist, wie finanziert er die Investition? Ist er kreditwürdig und hat er das richtige Konzept? Wer berät ihn eigentlich dabei?

WRP: Wen kann der Wäscher bei diesem Thema fragen? Wer liefert Informationen?

Krüger: Die Maschinenhersteller machen diese Beratungen. Aber dies ist meiner Ansicht nach nicht ideal. Man kann in Vorträgen darauf hinweisen und Anregungen geben, das reicht nach meiner Ansicht nicht aus. Außerdem ist eine Beratung von einem Maschinenhersteller nicht objektiv, schließlich will er seine Lösungen verkaufen. Und das müssen nicht immer die besten beziehungsweise optimalen Lösungen sein. Es gibt also einen Planungs- und Beratungsbedarf, der aber nicht optimal bedient wird. Helfen könnten Ingenieursbüros mit einer Spezialisierung auf die Wäschereibranche. Aber diese gibt es nicht, dafür ist die Branche zu klein. Für mich sind an dieser Stelle auch die Verbände gefordert. Sie müssen Mittel bereitstellen, damit Beratungsleistungen gekauft und finanziert werden können. Und sie müssen mehr Aufklärungsarbeit leisten. Die Verbände sind für mich in der Pflicht, in diesem Bereich intensiver mit den lokalen und regionalen Behörden zusammen zu arbeiten, die über diese Förderungen entscheiden.

WRP: Welche Trends beobachten Sie im Textilpflege-Markt?

Krüger: Die industriellen Wäschereien, ausgelegt auf große Mengen, werden noch stärker bestimmend werden. Das hängt mit ihren Kosteneinsparungsmöglichkeiten zusammen, aber auch damit, dass ihre Kunden immer größer werden und gemeinsame Lösungen in der Fläche notwendig sind. Damit wächst das Volumen gleichartiger Wäsche. Die Großbetriebe werden im Vergleich zu den Inhouse-Wäschereien noch gewinnen, wenn es ihnen noch besser gelingt, Qualität und Zuverlässigkeit auch in den Marktsegmenten Altenheim und Hotel zu liefern.

Ich sehe auch die Möglichkeit, dass kleine und mittlere Wäschereien in Zukunft eine Marktberechtigung haben werden. Ihnen bieten sich Möglichkeiten in Nischenmärkten. Zum Beispiel als universelle Wäscherei in der Region für Privatkunden und Kleingewerbe wie Apotheker, Ärzte, Gastronomie. Oder als Anbieter von Speziallösungen. Zum Beispiel als Dienstleister für Pflegeheime mit seiner Bewohnerwäsche. Das ist ein Marktsegment, dass in den nächsten Jahren weiter wachsen wird.

Immer wichtiger für die Dienstleister wird die Funktionsbekleidung für Feuerwehren und hochwertige Sportbekleidung. Bei der Aufbereitung der Funktionsbekleidung ist große Sorgfalt und Fachkenntnis notwendig. Ich denke, dass man in dieser Marktnische mit seinem Know-how genügend Auftragsvolumen generieren kann.

Ein weiterer Nischenmarkt ist die Schutzkleidung, die für die Rein- und Reinsträume der Pharma- und Elektronikindustrie vorgeschrieben wird. Diese Schutzkleidung stellt enorm hohe Anforderungen an die Aufbereitung. Auch in eine solche Nische kann man sich als Spezialist mit höchster Qualität erfolgreich einrichten. Voraussetzungen sind neben den maschinentechnischen die richtigen raumtechnischen Lösungen sowie die Fähigkeit zur Validierung der Prozesse auch nach den amerikanischen Normen der FED.

In Zukunft werden die alternativen Energien als Energieträger eine stärkere Rolle spielen. Und es wird die Kraft-Wärme-Kopplung als Funktionsprinzip kommen. Voraussetzung ist die Nutzung von Fördermöglichkeiten, die auch schon vorhanden sind.
Wir werden in den Betrieben in Zukunft mit Sicherheit beobachten, dass die Waschschleudermaschine, der Trockner und die Mangel viel stärker in einem gemeinsamen System eingebunden werden. Damit kann man die gesamten Arbeitsabläufe viel besser überwachen.

Es wird auch eine Entwicklung geben beim Waschen zu weniger Wasser, zu Nebel oder ganz weg vom Wasser. Auch dafür gibt es schon Lösungen. Zum Beispiel kann man mit Elektronenaustausch trocken oder nebelfeucht bestimmte Schmutzpartikel aus der Bekleidung bekommen.

WRP: Welche Ziele hat CCB-Wäschereisysteme?

Krüger: CCB-Wäschereisysteme will auch in Zukunft im Markt ein zuverlässiger und langfristig ausgerichteter Partner sein. Es hat sich über viele Jahre bestätigt, dass unser Konzept als Direktimporteur und mit Kompetenz und Verantwortungsbewusstsein die Beratung, die Planung und das Projektmanagement durchzuführen sowie in der Fläche bundesweit mit externen Kundendiensten zu arbeiten, absolut tragfähig ist. Wir benötigen deshalb keine große Halle für Gebrauchtmaschinen. Aber wir brauchen ein funktionierendes Servicenetz und eine vertrauensvolle Zusammenarbeit. Die Arbeitsabläufe müssen funktionieren. Schließlich muss der Kunde die Sicherheit haben, dass ein Ersatzteil am nächsten Tag geliefert werden kann. All dies ist gewährleistet.

Unser Ziel ist es, dass CCB in Zukunft im Markt noch präsenter wird. Und wir wollen unsere Kernkompetenzen weiter ausbauen, also die Beratung, die Planung, das Projektmanagement und die Zusammenarbeit mit den Ingenieurbüros. Insbesondere in Richtung gewerbliche Wäschereien werden wir Konzepte entwickeln zum Beispiel für die Pflegeheimwäscherei in der Wäscherei. Wie kann man auf 100 Quadratmetern Fläche am besten eine solche Wäscherei organisieren und einrichten? Oder eine Nassreinigung für die Feuerwehr-Schutzkleidung im Betrieb integrieren? Wir werden auch in Zukunft in erster Linie Kompetenz verkaufen, nicht Maschinen.

Wir sind nur ein kleines Unternehmen. Wir kennen die Marktsegmente und wissen, wie man sie bedienen muss und können für unsere Kunden optimale Konzepte und Lösungen entwickeln. Wir besitzen ganz flache Strukturen und können kompetent, schnell und flexibel auf die Anforderungen reagieren.

Interview aus WRP 10-2011