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SoCom Informationssysteme

Bei uns steht der Kunde auch in Zukunft an erster Stelle

SoCom Informationssysteme feiert in diesem Jahr Seinen 20. Geburtstag. Der Software-Spezialist entwickelt computergestützte Organisationssysteme für Textildienstleister und kann seit der Gründung über 300 Software-Installationen verbuchen. Und die Erfolgsgeschichte soll weitergehen. Deshalb nehmen Wolfgang Faist und Peter Turek, beide geschäftsführende Gesellschafter bei SoCom Informationssysteme, die internationalen Märkte ins Visier: „Durch Wachstum und Erweiterung unseres internationalen Kundenstamms streben wir die Marktführerschaft in Europa an“.

Wolfgang Faist
Wolfgang Faist ist geschäftsführender Gesellschafter der SoCom Informationssysteme GmbH. Nach seiner Ausbildung zum Organisations-Programmierer arbeitete er ab 1987 als Entwickler bei einem Softwarehaus in München. Zuerst als Angestellter und später als freier Mitarbeiter sammelte er damals schon erste Erfahrungen in der Wäschereibranche. Im Februar 1992 gründete er die SoCom Informationssysteme GmbH. Heute ist Wolfgang Faist für die Bereiche Vertrieb, Marketing und die kaufmännische Verwaltung verantwortlich.
Unsere Prinzipen Kundennähe, Service sowie ein hoher Qualitätsanspruch werden nach wie vor unsere Motivation und unsere Ziele sein.
Wir verfolgen ein durchgängiges Konzept durch alle unsere Software-Lösungen. Das schließt sowohl die einfache Bedienung als auch die einheitliche Begrifflichkeit mit ein.
WRP: In diesem Jahr feiert SoCom ein Jubiläum. Wenn sie zurückschauen: Sind sie mit der Entwicklung des Unternehmens zufrieden? Wie steht es heute da?

Faist: Wir sind mehr als zufrieden. SoCom hat sich in den 20 Jahren am Markt von einem Ein-Mann-Betrieb zu einer Firma mit 20 Mitarbeitern entwickelt. Und die Tendenz ist weiterhin steigend. Die Folge waren vier Umzüge, im Oktober 2011 bezogen wir zuletzt das neue Firmengebäude in Krumbach-Niederraunau. Die Konzeption des neuen Standorts bietet ausreichend Platz für weiteres Wachstum in den nächsten Jahren.

Gleichzeitig wuchs unser Kundenstamm stetig auf nun über 300. Ein Teil dieser Kunden sind mittlerweile international, wobei unser Schwerpunkt nach wie vor in Deutschland liegt. Wir sind Marktführer im Bereich Softwarelösungen in der Textilreinigungsbranche im deutschsprachigen Raum. Auch intern hat sich das Unternehmen ständig weiterentwickelt. Unser Wachstum erforderte laufende Anpassungen an die internen Strukturen und Prozesse für eine reibungslose Geschäftsentwicklung. Schlussendlich hat sich SoCom in 20 Jahren intern und extern kontinuierlich, gleichwohl moderat entwickelt, so dass man von einem äußerst gesunden Wachstum sprechen kann.

WRP: Mit welchem Produkt sind sie damals gestartet?

Faist: Noch als freier Mitarbeiter für ein Softwarehaus hatte ich auf eigene Kosten angefangen, ein Abrechnungsprogramm für Wäschereien zu entwickeln. Mit dieser Lösung hatte ich mich später selbstständig gemacht. Ich konnte einige Kunden in Baden-Würt­temberg und Bayern gewinnen, die wir zum Teil noch heute betreuen. Die Software für die Fakturierung sparte Zeit und Mühe. Bis dahin mussten die Wäschereiinhaber – meistens waren es die Ehefrauen – diese Arbeit handschriftlich, mit einer Schreibmaschine und später unter Einsatz eines Schreibautomaten am Wochenende erledigen. Übrigens findet sich einiges an Programmlogik, welche damals entwickelt wurde, noch heute in unserer Software TIKOS.

WRP: Welche Produkte und Lösungen hat SoCom in dieser Zeit entwickelt. Was waren die wichtigsten?

Faist: Die grundlegendste Entwicklung war und ist TIKOS. Zu Beginn hatte die DOS-Anwendung zehn Module, die zum Beispiel für die Abrechnung verschiedener Wäschearten eingesetzt wurden. Im Laufe der 1990er Jahre haben wir dieses Angebot kontinuierlich auf über 20 Module ausgebaut. Noch zu DOS-Zeiten war auch TUNES ein für uns wichtiges Produkt. Mit TUNES konnte die Polymark Kennzeichnungsmaschine zum ersten Mal an die EDV angebunden werden. Damals hatte die Bearbeitung von Privatwäsche für die Betriebe noch eine viel höhere Bedeutung als heute.

Im Jahr 2005 wurde nach einer dreijährigen Entwicklungsphase TIKOS erstmalig unter Windows eingeführt und seitdem – orientiert an den Bedürfnissen der Kunden beziehungsweise der Branche – weiterentwickelt. Heute umfasst TIKOS über 40 Module, neue stehen in der Pipeline. Wenn man zurückblickt, kann man sagen, dass es innerhalb des Systems permanent zahlreiche und interessante Erweiterungen gab.

Übrigens haben wir noch immer Kunden mit DOS-Installationen. Meist sind es kleinere Wäschereien. Ihnen genügt die Leistung und sie schätzen die Zuverlässigkeit der Software. Obwohl die Anpassungen der DOS-Systeme an neue Hardware immer schwieriger und aufwendiger wird, helfen wir diesen Kunden hierbei – entsprechend ihrem Bedarf, wenngleich dieser auch weit unter dem liegt, was das heutige TIKOS eigentlich bietet.

WRP: Was muss Wäscherei-Software heute leisten? Welche Produkte und Lösungen bietet SoCom an?

Faist: Früher wurde Software in der Branche ausschließlich eingesetzt, um buchhalterische Aufgaben wie zum Beispiel die Fakturierung abzudecken. Dies hat sich seither grundlegend gewandelt. Eine korrekte Rechnungsschreibung wird heute von einem Kunden einfach vorausgesetzt. Die Anforderungen der Wäschereien an eine Software sind stetig gewachsen, entsprechend vielfältiger und komplexer sind die Lösungen. Heute stehen Themen wie die Prozesssteuerung im Betrieb, die Lösung von internen Logistikproblemen oder das Fuhrpark-Management im Vordergrund.

Man kann diese Entwicklung daran festmachen, dass in der Vergangenheit die Mitarbeiter sehr viel Erfahrung besitzen mussten, damit eine reibungslose Prozesssteuerung gewährleistet war. Heute erledigt das die Software. Jeder im Betrieb kann zum Beispiel auf einem Bildschirm kontrollieren, welcher Kunde als nächstes bearbeitet werden muss.

Grundsätzlich entwickelt die SoCom Informationssysteme GmbH jede Art von Software für Wäschereien, die es nicht als Standard wie beispielsweise Finanzbuchhaltungs- oder Lohnprogramme gibt. Wir haben Software-Lösungen für alle Anforderungen, die direkt mit der Wäsche zu tun haben. Dazu gehören natürlich alle abrechnungsrelevanten Themen sowie Aufgabenlösungen für die innerbetriebliche und externe Logistik mit Transport und Fuhrpark der Wäscherei. Außerdem bieten wir internetbasierte Portallösungen an, über die Kunden der Wäscherei ihre Bestellungen aufgeben können. Unsere mobile Datenerfassung ermöglicht eine schnelle und einfache Inventur beim Kunden.

Früher wurde eine Software hauptsächlich eingesetzt, um Zeit zu sparen. Heute muss die Software einen Mehrwert generieren. Das heißt: eine Zeitersparnis allein reicht nicht aus. Man muss mit ihr Geld verdienen. Unsere Software bietet dem Unternehmen die Möglichkeit, neue Dienstleistungen zu offerieren. Textildienstleister müssen heute weitgefächerte Aufgaben für ihre Kunden übernehmen. Der reine Waschservice tritt immer mehr in den Hintergrund. Beispielsweise muss heute eine Wäscherei für einen Krankenhaus-Kunden das komplette Wäschecontrolling sowie die interne Logistik übernehmen können.

Ohne entsprechende Software-Unterstützung wäre dies nicht möglich. Ist dies gewährleistet, hat die Wäscherei ein Dienstleistungsangebot, das sie sich vom Kunden entsprechend honorieren lassen kann und mit dem sie zudem wettbewerbsfähiger wird.

Peter Turek: Man kann sich unsere Wäscherei-Software als einen Baukasten vorstellen, aus dem je nach Anforderungsprofil des Kunden die notwendigen Module herausgesucht werden können. Wir haben sowohl Lösungen für die kleine Wäscherei mit einer Tagesleistung von 500 Kilogramm als auch für den Großbetrieb, der 50 Tonnen und mehr Wäsche bearbeitet. Mittlerweile umfasst dieser Baukasten 40 Module. Es gibt Module für Flachwäsche, Berufskleidung, Bewohnerwäsche, OP-Textilien, Schmutzmatten etc.. Jedes Modul ist parametrierbar. Das bedeutet, dass jedes einzelne Modul individuell an den jeweiligen Betrieb angepasst werden kann, da jeder Betrieb anders organisiert ist. Selten gibt es zwei Wäschereien, deren Strukturen oder Dienstleistungen identisch sind. Entsprechend unterschiedlich sind zum Beispiel die Abrechnungsmodalitäten. Der eine Betrieb berechnet seine Dienstleistung nach Mengen, der andere über Pauschalen, der dritte nach Budget. Letzteres bedeutet, er kalkuliert einen fixen monatlichen Betrag für seine Dienstleistung, völlig unabhängig vom Gesamtvolumen.

Unsere Wäscherei-Software kann mit den verschiedenen Modulen nicht nur unterschiedlichste prozessbezogene Anforderungen erfüllen. Gleichzeitig liefert sie auch wichtige Daten und Informationen für das Controlling. So kann die Wäscherei prüfen, ob der erlöste Preis oder der monatliche Fixbetrag auch die tatsächlichen Kosten abdecken, die bei der Wäschebearbeitung entstehen.

Weil es unterschiedlichste Anforderungen an unsere Wäscherei-Software gibt, sprechen wir in Beratungsgesprächen mit jedem Kunden genau ab, welche Module für ihn wichtig sind und welche für ihn keinen Sinn machen.

WRP: Ohne Einsatz von EDV kann eine Wäscherei heute kaum mehr arbeiten. Wahrscheinlich gibt es verschiedene Programme in den Betrieben. Wie wird die Kommunikation zwischen ihnen garantiert?

Turek: Wir bieten Schnittstellen an, damit unsere Module unter anderem mit Standardprogrammen wie dem Finanzbuchhaltungs-Programm kommunizieren können. Schließlich müssen im ganzen Betrieb Daten bereitgestellt, ausgetauscht oder zur Weiterverarbeitung aufgenommen werden.

In der Wäscherei selbst gibt es ebenfalls eine Menge Schnittstellen, die wir berücksichtigen müssen. Oftmals können wir jedoch hierbei nicht auf standardisierte Schnittstellen zurückgreifen. Eine Neuentwicklung ist erforderlich, um alle Komponenten wie zum Beispiel die Bodenwaage, den Chipleser, die Sortieranlage, die Verpackungsmaschine, das Lagersystem sowie die Kleiderausgabesysteme zusammenzubringen.

WRP: Warum muss die Software über Schnittstellen mit den Wäschereimaschinen kommunizieren können? Welche Informationen müssen fließen?

Turek: Nehmen wir zum Beispiel die Sortieranlage. Die Steuerung der Anlage liefert der Hersteller. Aber die Sortiertechnik muss natürlich wissen, wie sie sortieren soll. Zum Beispiel: Welche Teile für welchen Kunden? Wann findet ein Postenwechsel statt? Diese Informationen müssen der Technik zur Verfügung gestellt werden. Gleichzeitig bekommen wir von der Anlage Meldungen über die Position der einzelnen Teile, unabhängig davon ob sich diese in der Sortierung oder an einem Reparaturplatz befinden. Wir können in der Software auch ein Signal hinterlegen, sodass beispielsweise alle Teile eines Trägers, der nicht mehr beliefert werden soll, zu einem bestimmten Termin von der Anlage aussortiert werden.

In der Regel sind wir bei jeder Neuinstallation unseres Systems beim Kunden vor Ort. Je nach Komplexität wie zum Beispiel der Integration einer Sortieranlage begleiten wir die Einführung auch mit mehr Manpower. Dies ist nicht zuletzt erforderlich, um dem Kunden alle Möglichkeiten von TIKOS zur Steuerung der Sortierung für einen optimalen Prozessablauf aufzuzeigen.

Faist: Aufgrund dieser Leistungen und Serviceangebote sowie des sehr großen und weitgefächerten Know-hows, das SoCom seinen Kunden bereitstellt, sehen wir uns heute mehr und mehr als Berater. Man kann sagen, dass unsere Beratungsleistung durch IT-Programme unterstützt wird, die wir unseren Kunden zur Verfügung stellen.

In der Vergangenheit trat ein Kunde an uns heran und wollte für sein Problem eine bestimmte Lösung. Diese war schon relativ klar formuliert. Heutzutage sind die Aufgabenstellungen komplexer. Die Wäschereien haben mehr prozessbezogene Abhängigkeiten, welche ganzheitlich betrachtet und erfasst werden müssen. Mit den Jahren haben wir unterschiedlichste Aufgabenstellungen in den Betrieben kennen gelernt und gelöst und dabei natürlich jede Menge Erfahrungen gesammelt, welche wiederum in die bestehenden Module sowie in jedes neue Produkt einfließen. Dies hat zur Folge, dass für jede Anforderung die für den Kunden optimalste Lösung angeboten wird.

Turek: Mit unserer Software können wir aktuell zu rund 95 Prozent die Prozessabläufe in einem Betrieb abdecken. Deshalb sehen wir unsere Aufgabe auch darin, die betrieblichen Abläufe beim Kunden zu hinterfragen: Wieso macht er es so? Und könnte man diesen Ablauf nicht auf eine andere Weise besser gestalten? Wir sehen dank unserer Erfahrung vor Ort mögliche Einsparpotentiale. In der Umsetzung hat dies oft nur eine kleine Neu-Konfiguration des Systems zur Folge. Für den Kunden sparen sie aber Zeit und Geld.

Ich denke, es kommt durchaus vor, dass man im Laufe der Zeit eine gewisse Betriebsblindheit entwickelt. Schließlich läuft der Betrieb ganz rund, damit geht auch die kritische Perspektive ein wenig verloren. Wenn man Unterstützung, Vorschläge und Hilfe von seinem Softwarepartner bekommt, der schon sehr viele und vor allem sehr viele unterschiedliche Betriebe kennen gelernt hat, dann ist das für den Wäschereileiter, meine ich, durchaus interessant. Wir haben sämtliche gute Ideen unserer Kunden in der Software TIKOS abgebildet. Über den Software-Pflege-Vertrag erhalten alle Kunden diese Innovationen frei Haus. Schlussendlich profitiert jeder einzelne Kunde vom Know-how von über 300 Betrieben.

WRP: Finden auf diesem Weg auch die Neuentwicklungen bei SoCom statt? Also, sie entwickeln eine Lösung für einen Kunden und entscheiden anschließend, ob diese auch für andere Kunden interessant sein könnte.

Faist: Die Produktentwicklung findet bei uns auf verschiedenen Wegen statt. Insbesondere in Mittelstandsunternehmen kommen viele Anforderungen vom Kunden direkt. Hier entwerfen wir für genau dieses Problem gemeinsam mit dem Kunden eine Lösung. Hat sich diese bewährt und ist sie übertragbar auf andere Kunden, so fließt die Erweiterung mit in die Software ein.
Aber natürlich machen auch wir uns Gedanken, was unseren Kunden weiter helfen könnte. Wir sind Vorreiter für innovative Ideen. Ein Beispiel dafür ist das mobile Tourenmanagement. Die Idee dazu lieferte ein Problem bei der Containerverwaltung. Die Wäschecontainer werden in der Wäscherei im Eingang und beim Ausgang gescannt. Was passiert aber mit den betriebseigenen leeren Containern, die der Fahrer beim ersten Stopp aufnimmt und beim nächsten Kunden wieder ablädt? Darüber gab es keine Informationen. Aus diesem Ansatz haben wir im Laufe der Zeit das Modul Mobiles Tourenmanagement entwickelt, das wir bereits auf der Texcare International 2008 in Frankfurt vorstellten. Damit kann der Fahrer auf seiner Tour unter anderem auch die Leer-Container erfassen.

Turek: In Schweden ist es üblich, dass man als Kunde für die Anlieferung der Wäsche in Containern einen Bereitstellungspreis bezahlt. Diese Abrechnungsvariante haben wir in TIKOS entsprechend umgesetzt und für alle Kunden zugänglich gemacht. Zwar ist eine solche Gebühr in Deutschland derzeit unvorstellbar. Ich denke jedoch, es ist ein Detail, das in Zukunft auch von den hiesigen Wäschereien benötigt werden könnte. Wenn also ein Container länger bei einem Kunden steht als vereinbart, dann muss er dafür Miete bezahlen. Die Software registriert dies und aktiviert automatisch die Mietberechnung. Die Wäscherei muss sich um gar nichts kümmern.

Wir haben dieses Tool hierzulande mit Wäscherei-Unternehmern diskutiert, alle fanden es sehr interessant. Unter anderem auch deswegen, weil man damit dem Problem des riesigen Schwunds an Wäschereicontainern, mit dem alle Betriebe zu kämpfen haben, beikommen könnte. Die Schwierigkeit wird jedoch sein, es in der Branche tatsächlich umzusetzen. Alle Wäschereien müssten gemeinsam an einem Strang ziehen.

Faist: Zumindest kann man mit der Containerverwaltung und diesem Tool feststellen, dass sich bei einem Wäschereikunden sehr viele Container gesammelt haben – und man kann sich höflich bei ihm nach dem Verbleib der Container erkundigen.

Turek: Grundsätzlich ist die Produktentwicklung ein stetiger Prozess, immer wieder werden neue Ideen und Erfahrungen aufgenommen. Zwar gibt es irgendwann ein marktfähiges Produkt. Aber damit ist der Entwicklungsprozess nicht beendet. Zum Beispiel sind heute mit dem Modul Mobiles Tourenmanagement Tankauswertungen möglich oder man kann die Standzeiten der Fahrzeuge kontrollieren. An solche Anforderungen haben wir am Anfang gar nicht gedacht. Oder die Tourenoptimierung: Wenn damit jeder Fahrer am Tag nur eine halbe Stunde weniger Zeit für seine Tour benötigt und die Wäscherei 20 Fahrzeuge im Einsatz hat, ist das auf ein Jahr hochgerechnet eine richtig große Summe, die eingespart werden kann.

In unserem Unternehmen besteht eine strikte räumliche Trennung zwischen Support und Entwicklung. Dies gewährleistet eine konzentrierte Weiterentwicklung unserer Lösungen. Gleichzeitig arbeiten beide Abteilungen wiederum projektbezogen sehr eng zusammen, um Kunden- und Marktanforderungen mit aktuellen Technologien bestmöglich zu verknüpfen.

Natürlich spielt bei der Produktentwicklung auch Erfahrung eine große Rolle. Wolfgang Faist hat die Wäscherei-Branche von der Pike auf kennengelernt. Er arbeitet seit 25 Jahren für die Branche, schwerpunktmäßig im Bereich Entwicklung und Vertrieb. Dies war und ist nach wie vor die optimale Konstellation, um aktuellen Branchenanforderungen mit technischen Möglichkeiten zu begegnen und um hierfür optimale Lösungen zu generieren.

Unsere Mitarbeiter sind ein überaus wichtiger Bestandteil in diesem Prozess. Sie verfügen ebenfalls über ein sehr gutes Branchen-Know-how.

WRP: Welche Kunden beziehungsweise Märkte bedient SoCom?

Faist: Früher waren unsere Kunden Wäschereien mit Privat- und Objektwäsche. Heutzutage sind es in erster Linie Großwäschereien mit einem hohen Anteil Mietwäsche. Aber auch Krankenhäuser und Behinderteneinrichtungen zählen zu unserem Kundenstamm. Die Entwicklung des Marktes ging in den letzten zehn Jahren grundsätzlich hin zur Mietwäsche. Ebenso schließen sich Wäschereien immer mehr in überregionalen Partnerschaften zusammen oder sind gleichzeitig an mehreren Standorten vertreten. Auch mit dieser Entwicklung haben sich die Anforderungen an eine Wäscherei-Software grundlegend geändert.

Grundsätzlich bedient SoCom den internationalen Markt. Dies wiederum hat zur Folge, dass wir unsere Softwarelösung TIKOS aktuell in acht verschiedenen Sprachen anbieten. Hauptsächlich sind wir im deutschsprachigen Raum also in Deutschland, Österreich und der Schweiz tätig. Der wichtigste Markt ist nach wie vor Deutschland. Seit 2010 sind wir überregional in Europa unterwegs und bedienen unter anderem Kunden in Schweden, Norwegen, Ungarn und Tschechien. Das ist auch ein Grund, warum wir in Krumbach in einen neuen Firmensitz investiert haben. Wir wollen wachsen und uns international neue Märkte erschließen.

WRP: Welche Vorteile bieten die SoCom-Produkte den Kunden? Also, was zeichnet sie aus?

Faist: Unsere Unternehmensphilosophie ist geprägt von Qualität, Flexibilität und Service. Dies spiegelt sich sowohl in unserem Produkt als auch in der Arbeitsweise unserer Mitarbeiter wider. In unserer Softwarelösung steckt, wie schon erwähnt, sehr großes Know-how der gesamten Branche. Dies hat zur Folge, dass dadurch die Qualität unseres Produktes laufend verbessert und der Funktionsumfang vergrößert werden konnte.

Aufgrund des Aufbaus nach dem Baukastenprinzip und der hohen Parametrierbarkeit der verschiedenen Module gibt es viele individuelle Lösungen mit nur einer Software. Vorteil: Einfache Pflege und einheitliche Weiterentwicklung der Software bei gleichzeitig flexiblen Einsatzmöglichkeiten. Die Software passt sich nach Möglichkeit den Arbeitsabläufen des Kunden an und nicht umgekehrt.

Turek: Die einfache Bedienbarkeit ist ein wichtiges Kennzeichen unserer Produkte. Wenn man seine Wäscherei-Software mit einem neuen Modul ergänzt, dann kann sich der Benutzer auch in diesem neuen Modul ganz einfach orientieren. Wir verfolgen ein durchgängiges Konzept durch alle unsere Lösungen. Das schließt sowohl die einfache Bedienung als auch die einheitliche Begrifflichkeit mit ein. Obwohl die Anwendungen in der Funktionsvielfalt komplex sind, soll der Mitarbeiter einfach und schnell damit arbeiten können. Dies bedeutet für den Kunden natürlich eine geringe Einarbeitungszeit. Wenn wir bei einer mittelgroßen Wäscherei eine Einrichtung machen, kommen wir normalerweise mit einer Schulungszeit von nur drei Tagen aus.

Ein weiterer großer Vorteil ist unser Service. Unsere Beratungsdienstleistung hört nicht auf, wenn wir die Software konfiguriert haben. Unsere qualifizierten Mitarbeiter gewährleisten eine optimale Betreuung. Ab der Installation hat jeder Kunde einen festen Ansprechpartner. Dieser kennt die Gegebenheiten vor Ort sowie den Kunden persönlich und kann diesen entsprechend gut beraten und betreuen. Dies hat sich bewährt. Langjährige Kundenbeziehungen – manche existieren seit 25 Jahren – mit zufriedenen Kunden sind die Folge. Kommt es doch einmal zu Problemen mit unserer Software, können wir schnell reagieren.

WRP: Wo werden die Entwicklungsschwerpunkte in Zukunft bei den SoCom-Produkten liegen?

Faist: Wir werden zum Beispiel das Controlling-Instrumentarium in der Software weiter ausbauen. Das erhöht in den Wäschereien einerseits die innerbetriebliche Transparenz. Andererseits müssen sie, wie schon erläutert, zunehmend über den eigentlichen Wäscheservice hinaus Dienstleistungen anbieten, um im Wettbewerb bestehen zu können. Auch werden wir die Weiterentwicklung der bereits bestehenden Internetportale für Online-Bestellungen und Bestandsauswertungen vorantreiben. Wir werden weiter an den Produktionssteuerungssystemen feilen, damit Wäschereien weitere Einsparpotentiale nutzen können. Es wird schon bald eine Lösung geben, mit der man verfolgen kann, wo sich die Wäsche aktuell im Produktionsprozess befindet. Gleichzeitig lässt sich damit feststellen, wie lange ein Auftrag den Betrieb durchläuft und wie viel Zeit er an einer Kostenstelle benötigt. Den Prototyp hierfür werden wir auf der diesjährigen Texcare International in Frankfurt präsentieren.
Ein weiterer Entwicklungsschwerpunkt sind mobile Erfassungssysteme intern und extern. Das heißt die Anforderungen gehen weg vom klassischen PC-Arbeitsplatz.

WRP: Im Mai startet in Frankfurt die Texcare International. Was wird SoCom außerdem zeigen?

Faist: Wir werden in Frankfurt mit mehr Standfläche und noch mehr Mitarbeitern vertreten sein als bei der letzten Texcare und unsere gesamte Produktpalette zeigen: altbewährte, weiterentwickelte sowie neue Module. Im Fokus werden Produktionssteuerungssysteme, die Erweiterung des Moduls Reklamationsverwaltung, Bonusverwaltung, ein Kundendienstmodul für Berufskleidung sowie mobile Kommissionierungssysteme stehen. Wir wollen in Frankfurt bestehende Kundenbeziehungen pflegen, aber auch neue Kontakte knüpfen und werden versuchen, insbesondere das internationale Publikum für unsere Softwarelösung TIKOS zu begeistern.

WRP: Wo will SoCom in zehn Jahren stehen? Welche Ziele gibt es?

Faist: Durch Wachstum und Erweiterung unseres internationalen Kundenstamms streben wir die Marktführerschaft in Europa an. Dabei wird das Wachstum jedoch nicht zu Lasten unserer Kunden gehen. Unsere Prinzipien Kundennähe, Service sowie ein hoher Qualitätsanspruch werden nach wie vor unsere Motivation und unsere Ziele sein. Nicht zuletzt deswegen bauen wir ein internes Qualitätsmanagement auf, das in regelmäßigen Abständen durch Umfragen zur Kundenzufriedenheit untermauert werden soll. Darüber hinaus planen wir weitere interne Investitionen, um den Servicelevel nochmals zu erhöhen. Auch in Zukunft steht bei uns der Kunde an erster Stelle.

Interview aus WRP 02-2012